Gleichberechtigung / Genderneutrale Sprache

Aber weißt du denn, welcher von den Diskutierenden ggf. queer ist?
Nein, deshalb habe ich auch in meiner Formulierung bewusst auf weitere eingrenzende Merkmale (seien sie anthropologischer, soziologischer, biologischer oder sonstiger Natur) verzichtet und nur von „privilegierten Männern“ geschrieben. Soweit ich das einschätzen kann, seht „ihr“ (also die meisten Diskussionsteilnehmer der letzten Seiten) euch als solche – und würdet in einer Mail-Signatur wohl auch he/his als Pronomen wählen und nicht they/their oder none etc. … Aber ich möchte selbstverständlich niemandem zu nahe treten.
 
Ich habe kein Problem damit mich anzupassen, wenn ich verstehe warum ich das tun sollte und wer das überhaupt von mir verlangt
Nur um das mal aufzugreifen, denn das ist doch eigentlich der Kernpunkt dieser Diskussion und nicht zwingend Homophobie, Transphobie, Misogynie, etc.

Zuerst einmal, wer es verlangt, ist vollkommen egal. Wenn in meinem Unternehmen 50 Kerle arbeiten und eine Frau, die ich nicht ausstehen kann, schreibe ich ja dennoch "Sehr geehrte Damen und Herren", so verlockend es vielleicht manchmal ist, einfach "Sehr geehrte Herren und Karin" zu schreiben. :D
Gerade aufgrund Homophobie, etc. weiß man nicht wirklich wer damit gemeint sein könnte. Dein bester Freund könnte transsexuell sein und es bis heute verschweigen.

Der wichtigere Punkt ist eigentlich das warum. Und eigentlich ist das ganz einfach zu beantworten: Dinge verändern sich in unserer Gesellschaft weder von alleine, noch tun sie das schnell. Noch in den 90ern war Homosexualität ein Tabu-Thema. Heutzutage ist es viel präsenter. Gleichgeschlechtliche Paare gehen Hand in Hand auf der Straße oder küssen sich in der Öffentlichkeit, das wäre zu meiner Kindheit absolut nicht denkbar gewesen. Die Veränderung kam aber keineswegs alleine durch Aufklärung, sondern zu großen Teilen durch Hollywood. Gen Z und Millenials wurden in den 90ern zugebombt mit Homosexualität in Film und Fernsehen, insbesondere durch sowas wie Sex and the City. Darum ist das für die meisten in dieser Altersklasse mittlerweile normal. Sie sind damit groß geworden.
Das Thema Frauenrechte wurde auch nicht gelöst, indem darüber geredet wurde, denn das Problem besteht immer noch, aber es wird langsam weniger. Dasselbe passiert nun mit sexueller Identität.

Wie FatTony schon sagte, du bist nicht die Zielgruppe, auch wenn es sich für dich so anfühlt. Es geht darum, in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen ein Bewusstsein zu schaffen langfristig. Für nachfolgende Generationen muss dieses Denken normal sein. Die jetzigen Generationen kann man nicht umerziehen. Es geht einzig und allein darum, dass sich bestimmte Werte aus der Gesellschaft "rauswachsen". Wenn die Nachkriegsgeneration und die Boomer irgendwann alle unter der Erde liegen, werden Gen X und Millenials die sein, die als intolerant und verschroben gelten, denn die nächsten Generationen werden wieder völlig andere Werte haben.
 
Was für eine furchtbare Aussage ...

Es gibt kein "MUSS" für ein "normales Denken". Gab es nie, wird es auch nie geben.

Und das ist auch gut so - egal mit was für zu Ideologien hochstilisierte Themen man sich beschäftigen muss/will/kann.
Es sollte als normal angesehen werden, dass es egal ist, wer wen liebt und das es schon immer Personen gab, die im falschen Körper geboren wurden.
Außerdem sollte es genauso klar sein, dass es wenig bis keinen Einfluss auf unser Leben hat, wenn der Typ gegenüber schwul ist oder eine Arbeitskollegin trans.
Da dieses, eigentlich normale Denken noch nicht in allen Köpfen angekommen ist, kann es hilfreich sein, wenn man es über eine gendergerechte in den Alltag der Leute einbringt.
Wie gesagt, bei den meisten jungen Leute ist es mittlerweile Alltag, nur bei der älteren Generation ist es noch nicht angekommen.
 
@opalo Die Umfragen die ich als seriös sehen würde, haben zumindest (was auch schon nicht toll ist, aber immerhin) vier Antworten, dafür, dagegen, eher dafür, eher dagegen.

Ich selber bin im übrigen ebenfalls in einem stark Männer-dominierten Umfeld tätig, allerdings nicht so krass wie bei dir. Ich würde bei uns eher so 75:25 schätzen (in meiner Abteilung 12:6 (m/w) mit Abteilungsleiterin). Ich habe aber in den Jahren nie erlebt, dass es anders gewesen wäre als das Manager Manager sind und Managerinnen eben Managerinnen (mir ist klar, dass es nicht überall so ist, aber bei uns schon).

es geht natürlich nicht um binäre Geschlechter, aber da ich eine Frau bin, kann ich "nur" aus dieser Perspektive heraus konkret zu der Diskussion beitragen...

Und ich nur als Mann. Gewissermaßen wären wir hier also beide fehl am Platze, wenn man @SkankinPenguin s augenzwinkernden Hinweis bierernst nehmen würde.
 
Nein, deshalb habe ich auch in meiner Formulierung bewusst auf weitere eingrenzende Merkmale (seien sie anthropologischer, soziologischer, biologischer oder sonstiger Natur) verzichtet und nur von „privilegierten Männern“ geschrieben. Soweit ich das einschätzen kann, seht „ihr“ (also die meisten Diskussionsteilnehmer der letzten Seiten) euch als solche – und würdet in einer Mail-Signatur wohl auch he/his als Pronomen wählen und nicht they/their oder none etc. … Aber ich möchte selbstverständlich niemandem zu nahe treten.

Die Einschätzung teile ich, aber im Grunde spielt es ja auch keine Rolle ob hier mehrheitlich Männer oder Frauen diskutieren. Jedenfalls aus Sicht von Männern und Frauen. Queere Menschen mögen das sicherlich anders sehen, wobei auch bei ihnen mehrheitlich wohl die Meinung gelten dürfte, dass man nicht betroffen sein muss um sich eine Meinung zu bilden. Interessant finde ich jedenfalls im Verlauf der Diskussion, wie teilweise auf Mehrheitsverhältnisse abgestellt wird. Konsequent zu ende gedacht bedeutet nämlich ein argumentativer Verweis auf eben diese Verhältnisse absolut nichts gutes für eine Minderheit. Es ist aber nun gerade eines der Merkmale einer freiheitlich demokratischen Grundordnung, dass eine Minderheit nicht unter einer Mehrheit leiden darf/muss sondern eben auch ihre berechtigten Anliegen gehört und umgesetzt werden müssen. Und da landen wir dann an dem Punkt den @Bremen korrigierend an @JSFiVE reloaded eingebracht hat: Die Thematik wurden eben gerade nicht von oben eingebracht (politisch oder sonstig gesteuert durch elitäre Denkschulen, Parteien oder Thinktanks), sondern ist eine Bewegung von unten aus der Gesellschaft heraus. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass die Thematik mittlerweile auch Universitäten oder Stiftungen erreicht hat (und eben auch Parteien) und es hier dann Auswüchse in jede Richtung gibt. Den (öffentlichen) Diskurs bestimmen dann (wie mittlerweile leider immer) die Lautesten und Absurdesten und das wird keiner Seite gerecht.
 
Jetzt aber mal bitte her mit der Umfrage. Ich glaube das nämlich nicht. Es kommt dann nämlich auch immer darauf an, was wie gefragt wurde.

Gefunden habe ich zb sowas https://www.zeit.de/news/2024-02/10/gendersprache-ist-fuer-die-meisten-unwichtig

Das deckt sich zwar mit deinen Werten, jedoch gar nicht mit der Aussage. Hier wurde gefragt



Das ist irgendwie was anderes als dagegen zu sein.
Es gab diese Folge Stern TV vor nicht ganz einem Jahr, bei der ~20000 Leute abgestimmt hatten zu der Frage "Sind sie für das Gendern". 93% sagten nein. Das wäre eine Umfrage die mir gerade einfällt.
 
Es gab diese Folge Stern TV vor nicht ganz einem Jahr, bei der ~20000 Leute abgestimmt hatten zu der Frage "Sind sie für das Gendern". 93% sagten nein. Das wäre eine Umfrage die mir gerade einfällt.
Bei sowas muss man vorsichtig sein.

Nicht jede Umfrage ist repräsentativ. Gerade Online-Umfragen sind bekanntlich absoluter Unfug, weil dort jeder abstimmen kann und theoretisch mehrfach. Generell wird sowas schnell von einem Lager überfallen, sobald einer die Umfrage teilt.
Dazu kommt, dass eine Umfrage unter RTL-Zuschauern garantiert ein anderes Ergebnis liefert als z.B. unter Pro7-Zuschauern.

Zuletzt ist noch die Fragestellung wichtig. Die simple Frage "Sind Sie für das Gendern?" läd geradezu ein, dass man dort mit "Nein" abstimmt.
Das ist aber ein generelles Problem. Wenn man eine Straßenumfrage macht und die Leute nacheinander fragt, ob sie für Klimaschutz sind und ob sie Geld für Klimaschutz ausgeben würden, dann gäbe es ein klares Ja und ein klares Nein.

Rein vom Gefühl aus meinem Umkreis würde ich sagen, dass es sehr gespalten ist. Die älteren sind eher dagegen, die jüngeren eher dafür. Den allermeisten ist es aber einfach egal, weil es sie nicht wirklich betrifft, selbst wenn sie eine Meinung zu dem Thema haben.
 
Bei sowas muss man vorsichtig sein.

Nicht jede Umfrage ist repräsentativ. Gerade Online-Umfragen sind bekanntlich absoluter Unfug, weil dort jeder abstimmen kann und theoretisch mehrfach. Generell wird sowas schnell von einem Lager überfallen, sobald einer die Umfrage teilt.
Dazu kommt, dass eine Umfrage unter RTL-Zuschauern garantiert ein anderes Ergebnis liefert als z.B. unter Pro7-Zuschauern.

Zuletzt ist noch die Fragestellung wichtig. Die simple Frage "Sind Sie für das Gendern?" läd geradezu ein, dass man dort mit "Nein" abstimmt.
Das ist aber ein generelles Problem. Wenn man eine Straßenumfrage macht und die Leute nacheinander fragt, ob sie für Klimaschutz sind und ob sie Geld für Klimaschutz ausgeben würden, dann gäbe es ein klares Ja und ein klares Nein.

Rein vom Gefühl aus meinem Umkreis würde ich sagen, dass es sehr gespalten ist. Die älteren sind eher dagegen, die jüngeren eher dafür. Den allermeisten ist es aber einfach egal, weil es sie nicht wirklich betrifft, selbst wenn sie eine Meinung zu dem Thema haben.
Ich habe ja gesagt, dass es sehr wahrscheinlich "nicht repräsentativ" ist, wie es so schön lautet. Dennoch nehme ich aus meinem Umfeld eher einen kleinen Teil wahr, der sich für das Gendern, mit Sternchen und Sprechpause, ausspricht. Blöd bin ich auch nicht, was solche Medien angeht. ;)
 
Ich habe ja gesagt, dass es sehr wahrscheinlich "nicht repräsentativ" ist, wie es so schön lautet. Dennoch nehme ich aus meinem Umfeld eher einen kleinen Teil wahr, der sich für das Gendern, mit Sternchen und Sprechpause, ausspricht. Blöd bin ich auch nicht, was solche Medien angeht. ;)
Ist eigentlich auch egal, weil die Fragestellung falsch ist. ;)
Meiner Meinung nach ist es gar nicht relevant, ob man dafür oder dagegen ist. Jeder hat dazu vermutlich eine Meinung. Die Frage ist schlichtweg, ob es mich betrifft oder nicht. Bei der Frage, ob es in Kantinen nur noch veganes Essen geben sollte, hätte ich auch eine Meinung dazu, aber eigentlich wäre es mir ziemlich egal, weil ich in gar keiner Kantine essen gehe. So geht es wohl den meisten Menschen auch bei diesem Thema. Es gibt halt einige laute Meinungsäußerer - wie mich auch, aber im Grunde dürfte es den allermeisten Menschen ziemlich egal sein - und damit meine ich ~80% (Behauptung, kein Beleg ;)).

Ist für mich übrigens auch das Problem beim Wahlomat. Verstehe bis heute nicht, warum so irrelevante Fragen da überhaupt auftauchen. Sowas sollte keine Wahl entscheiden.
 
Ich finde jetzt irgendwie nicht, dass diese simple Fragestellung zur Abstimmung mit nein einlädt. Eigentlich würde, jetzt mal auf mich bezogen, es eher dazu einladen mit Ja zu stimmen, da zum Gendern ja auch andere Dinge als das Sternchen gehören. Naja. Dir ist die Kantine egal*, mir ist das Gendern egal**, ich geh mich mal zum CSD informieren. :beer::lol:

Edit:
* solange du dort nicht essen musst
** solange ich nicht gendern muss
 
Doch, genau da kommt es her. Alte Weiße Heteromänner.

Was genau kommt da her?

Zitat von FatTony:
Jetzt wird es spannend. Kannst du das genauer ausführen?

So spannend ist das gar nicht: Ich kenne keinen intersexuellen Menschen, weder privat noch in/aus der Öffentlichkeit, der mir gegenüber das Gendern einfordert. Eher spannend ist, dass es sich bei denen, die es tun meist um weiße hetero cis Männer handelt .... so wirklich jung sind die häufig auch nicht mehr.
 
So spannend ist das gar nicht: Ich kenne keinen intersexuellen Menschen, weder privat noch in/aus der Öffentlichkeit, der mir gegenüber das Gendern einfordert. Eher spannend ist, dass es sich bei denen, die es tun meist um weiße hetero cis Männer handelt .... so wirklich jung sind die häufig auch nicht mehr.
Finde ich gar nicht so ungewöhnlich. Ist generell beim Thema Regenbogen/LGBTQ-Bewegung so. Gibt sogar genug Homosexuelle, denen die ganze Bewegung gegen den Strich geht.
Liegt daran, dass selbst Betroffene nicht immer den Sinn des Ganzen verstehen. Wird beim Thema Frauenrechte/Feminismus nicht gross anders sein.
Ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, wenn nicht Betroffene etwas fordern oder antreiben.
 
Finde ich gar nicht so ungewöhnlich. Ist generell beim Thema Regenbogen/LGBTQ-Bewegung so. Gibt sogar genug Homosexuelle, denen die ganze Bewegung gegen den Strich geht.
Liegt daran, dass selbst Betroffene nicht immer den Sinn des Ganzen verstehen. Wird beim Thema Frauenrechte/Feminismus nicht gross anders sein.
Ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, wenn nicht Betroffene etwas fordern oder antreiben.
Meinst du das liegt nur daran? Ich glaube nicht. Das ist mir zu absolut. Also aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es Menschen gibt, die das durchaus verstehen und es ablehnen.
 
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