Hamburger SV - Die Wiederaufgestiegenen

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Es war abzusehen, dass es wieder nicht klappt (zumindest mit dem direkten Aufstieg) und deswegen wollte man dieses Mal vorzeitig einen neuen Impuls setzen. Hat jetzt zum Erstaunen vieler (auch mir) nicht funktioniert, aber einfach nur abwarten und zuschauen wie Walter es ein 3. Mal vergeigt, wollte man auch nicht, denn dann wären die eigenen Stühle in Gefahr. Also für mich war der Schritt schon nachvollziehbar [...]
:tnx:
Sehe ich auch so. Zumal bei Walter schon vor Weihnachten 2023 auch deshalb die Zeichen auf Trennung standen, weil es ihm nicht gelang, die Mannschaft v.a. defensiv weiterzuentwickeln, um damit den Aufstieg zu schaffen. Boldt scheute sich seinerzeit jedoch vor diesem Schritt, weil damit wie von dir geschrieben auch sein Stuhl in Gefahr war, und setzte somit bei der Verbesserung auf das Prinzip Hoffnung. Wie zu sehen ist, vergeblich.


[...] fand auch überraschend, dass man Baumgart überzeugen konnte. So richtig gefunden hat man sich wohl noch nicht, Trainereffekt war gleich Null...
:tnx:
Japp, denn Baumgart durchaus als eine schlüssige Lösung erschein: weg von Kumpeltyp, Harakiri-Offensive und Phrasendreschen seines Vorgängers, zudem beim Effzeh mit einem nicht minder schwierigen Umfeld zumindest in 2 von ca. 2.5 Jahren recht erfolgreich.
 
Es heißt ja glücklicherweise nicht: "Über alle Brücken musst Du geh´n..." :ugly::tnx:

Unabhängig von Baumgart... Walter hatte nach meinem Verständnis eine Art "Offensive total" ausgerufen als Spielkonzept. Und dieses auch in den Köpfen der Spieler verankert. Dabei war die Defensive vernachlässigt worden. Dieses Mindset, wie es heutzutage heißt, gilt es nun für Baumgart wie für jeden Trainer erst einmal aufzubrechen. Sicher, offensiv war der HSV nicht so schlecht, wenn auch gelegentlich etwas limitiert, wenn ein Gegner den Spielstil von Walter durchschaut hatte. Oder wenn die Fähigkeiten nicht ausreichten, um ein Abwehrbollwerk auseinanderzuspielen. Manchmal ist aber Defensive angesagt. Und vielleicht eine etwas andere Spielkultur.
Für Baumgart gilt nun, die positiven Aspekte des bisherigen Offensiv-Fußball, der vor allem unter den Fans wohl viele Anhänger gefunden hatte, zu behalten, um andere Aspekte einzuführen, die die Schwächen ausgleichen können. Walter war offenbar nicht dazu in der Lage. Jedenfalls hat er es innerhalb seiner Amtszeit nicht geschafft, das umzusetzen. Baumgart kann nun beweisen, dass er ein besserer Trainer ist, indem er es schafft. Dass sowas nicht innerhalb von Wochen geht, sollte auch nachvollziehbar sein...
 
Baumgart durchaus als eine schlüssige Lösung erschein: weg von Kumpeltyp, Harakiri-Offensive und Phrasendreschen seines Vorgängers

Ich habe zwar Baumgart im Februar auch für den richtigen Mann gehalten, allerdings gleichzeitig in Frage gestellt ob es eine gute Idee ist die Mannschaft umzukrempeln und ob es dafür nicht bereits viel zu spät ist. Letzteres ist der Fall. Ich muss zugeben, ich habe mich auch von der Sympathie (bzw. der fehlenden) gegenüber Walter treiben lassen als ich dachte, der Trainerwechsel könne etwas bewirken. Dem HSV hätte nur noch ein "Augen zu und Durch" geholfen. Die Mannschaft hat sein System dermaßen verinnerlicht und ist dem Trainer auch gefolgt, dass die Trennung von Selbigem sportlicher Selbstmord war. Naja, wenigstens ist man jetzt bald der Dino der 2. Liga.
 
Dass sowas nicht innerhalb von Wochen geht, sollte auch nachvollziehbar sein...

Da hast du recht. Dennoch hatte ich damit gerechnet und vermutlich viele HSV-Fans auch, dass Baumgart direkt Erfolg hat und mit dem HSV dieses Jahr noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitreden wird.
Köln hat er nach gewonnener Relegation übernommen direkt in den Europa-Cup geführt. Mit Paderborn damals, als sportlicher Absteiger in die Regionalliga, direkt in die Bundesliga aufgestiegen.
 
Da hast du recht. Dennoch hatte ich damit gerechnet und vermutlich viele HSV-Fans auch, dass Baumgart direkt Erfolg hat und mit dem HSV dieses Jahr noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitreden wird.
Köln hat er nach gewonnener Relegation übernommen direkt in den Europa-Cup geführt. Mit Paderborn damals, als sportlicher Absteiger in die Regionalliga, direkt in die Bundesliga aufgestiegen.

Aber da hatte er jeweils eine Vorbereitung. Hier jetzt hat er mitten drin einer Mannschaft die Automatismen nehmen müssen. Ja, müssen, denn ich denke das war die Prämisse für die er eingestellt worden ist. Hinten sicher stehen. 2.5 Jahre Walterball mal eben abschalten. Das ist aber nicht seine Schuld oder die der Mannschaft. Einzig die der Entscheider rund um Boldt.
 
Es heißt ja glücklicherweise nicht: "Über alle Brücken musst Du geh´n..." :ugly::tnx:

Unabhängig von Baumgart... Walter hatte nach meinem Verständnis eine Art "Offensive total" ausgerufen als Spielkonzept. Und dieses auch in den Köpfen der Spieler verankert. Dabei war die Defensive vernachlässigt worden. Dieses Mindset, wie es heutzutage heißt, gilt es nun für Baumgart wie für jeden Trainer erst einmal aufzubrechen. Sicher, offensiv war der HSV nicht so schlecht, wenn auch gelegentlich etwas limitiert, wenn ein Gegner den Spielstil von Walter durchschaut hatte. Oder wenn die Fähigkeiten nicht ausreichten, um ein Abwehrbollwerk auseinanderzuspielen. Manchmal ist aber Defensive angesagt. Und vielleicht eine etwas andere Spielkultur.
Für Baumgart gilt nun, die positiven Aspekte des bisherigen Offensiv-Fußball, der vor allem unter den Fans wohl viele Anhänger gefunden hatte, zu behalten, um andere Aspekte einzuführen, die die Schwächen ausgleichen können. Walter war offenbar nicht dazu in der Lage. Jedenfalls hat er es innerhalb seiner Amtszeit nicht geschafft, das umzusetzen. Baumgart kann nun beweisen, dass er ein besserer Trainer ist, indem er es schafft. Dass sowas nicht innerhalb von Wochen geht, sollte auch nachvollziehbar sein...
Sehr gut auf den Punkt gebracht :tnx:

Eine Mannschaft kann nur mit einer guten defensiven Grundordnung erfolgreich Offensivfußball spielen. Dies schien sich jedoch nicht bis zu Tim Walter herumgesprochen zu haben, obwohl z.B. ein ca. 120 km südwestlich von Hamburg ansässiger Traditionsverein ab 2010 ebenfalls daran gescheitert ist, ohne eine gute defensive Grundordnung (weiterhin) erfolgreichen Offensivfußball zelebrieren zu wollen.

Dort war/ist dieser von dir erwähnte Mindset auch in Köpfen verankert. Übrigens längst nicht nur bei den Spielern, sondern auch bzw. vor allem bei den Entscheidern in einem Club - mit entsprechenden Folgen, denn ine Fokussierung auf "Offensive total" kann dazu führen kann, bei den Transfers der Fokus zu sehr auf die Offensive und somit zu Lasten der Defensive geht; sei es bewusst oder unbewusst. Diesen Eindruck habe ich auch beim HSV, denn meinem Eindruck nach hat man es beim HSV z.B. versäumt - korrigiere mich bei Irrtum bitte - einen gleichwertigen Defensiversatz für den wegen Doping gesperrten Mario Vuskovic zu schließen.
 
Ich habe zwar Baumgart im Februar auch für den richtigen Mann gehalten, allerdings gleichzeitig in Frage gestellt ob es eine gute Idee ist die Mannschaft umzukrempeln und ob es dafür nicht bereits viel zu spät ist. Letzteres ist der Fall. Ich muss zugeben, ich habe mich auch von der Sympathie (bzw. der fehlenden) gegenüber Walter treiben lassen als ich dachte, der Trainerwechsel könne etwas bewirken. Dem HSV hätte nur noch ein "Augen zu und Durch" geholfen. Die Mannschaft hat sein System dermaßen verinnerlicht und ist dem Trainer auch gefolgt, dass die Trennung von Selbigem sportlicher Selbstmord war. Naja, wenigstens ist man jetzt bald der Dino der 2. Liga.
Japp, aufgrund des wohl unvermeidbaren Umkrempeln im Spielsystem wäre ein Trainerwechsel im Dezember 2023 vermutlich zielführender gewesen, weil die damit einhergehenden Umstellungen mit ihren veränderten Automatismen in der (wenn auch kurzen) Winterpause besser hätten einstudiert werden können. Boldt entschied sich jedoch, wohl auch um seinen eigenen Posten zu retten, für ein "Augen zu und durch". Das war keine Lösung des Problems, sondern nur eine Verlagerung.
 
Japp, aufgrund des wohl unvermeidbaren Umkrempeln im Spielsystem wäre ein Trainerwechsel im Dezember 2023 vermutlich zielführender gewesen, weil die damit einhergehenden Umstellungen mit ihren veränderten Automatismen in der (wenn auch kurzen) Winterpause besser hätten einstudiert werden können. Boldt entschied sich jedoch, wohl auch um seinen eigenen Posten zu retten, für ein "Augen zu und durch". Das war keine Lösung des Problems, sondern nur eine Verlagerung.

Ja, wobei vermutlich auch die Winterpause zu wenig Zeit gewesen wäre. Aber zumindest hätte ein Trainer da eine Chance gehabt.
 
Wer den Posten eines Trainers in der Bundesliga besetzt, weiß, das er auf einem Schleudersitz sitzt. Des Weiteren bin ich der Ansicht, daß es nicht die reine Freude* am Umgang mit verwöhnten Profis ist, die den Mensch Trainer bewegt, sich 24/7 in die Arena zu stellen, das muss schon ordentlich bezahlt werden, womit wir beim Kern meiner Aussage angekommen wären. ;)

*die Freude an einer reinen Trainertätigkeit bekommt man sicher auch im klassentieferen Bereich.
 
Wer den Posten eines Trainers in der Bundesliga besetzt, weiß, das er auf einem Schleudersitz sitzt. Des Weiteren bin ich der Ansicht, daß es nicht die reine Freude* am Umgang mit verwöhnten Profis ist, die den Mensch Trainer bewegt, sich 24/7 in die Arena zu stellen, das muss schon ordentlich bezahlt werden, womit wir beim Kern meiner Aussage angekommen wären. ;)

*die Freude an einer reinen Trainertätigkeit bekommt man sicher auch im klassentieferen Bereich.
Eh immer ein zweischneidiges Schwert bei so Clubs, die feiern dich, wenn es läuft, wenn nicht jagen die dich auch recht schnell zum Teufel....
Für einen Typen, wie ich Baumgart einschätze aber sicher geiler als Paderborn z.B. vermutlich auch besser bezahlt.
 
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