OW ist nicht anzulasten, dass der Verein lt. eigener Aussage ca. 80 Millionen Fehlbetrag seit Corona entstanden sind und man nun Saison für Saison versucht, diese Lücke (die ich zunächst gar nicht bewerten möchte, weshalb sie entstanden ist) durch Transferüberschüsse auszugleichen. Ein hoher Krankenstand und undiszipliniertes Verhalten auf und außerhalb des Platzes sorgen für weiteres Ungemach.
Sein Anteil am Stillstand ist der, sehr vorsichtig zu agieren und dabei möglichst Veränderungen in die Taktik, Mannschaftsaufstellung, Standards, ja Abläufe jeglicher Art, zu unterlassen. Gestern, in einem von Leverkusen in HZ1 sehr fehlerbehaftetem Spiel, hat Alonso nach 25 Minuten reagiert und Veränderung herbei geführt, in der HZ dann komplett umgestellt und die Mannschaft deutlich stabilisiert. Die Qualität seiner gesamten Mannschaft und die Möglichkeiten die sich Alonso hierbei bieten spielt dabei eher eine nebensächliche Rolle, denn wenn man das Niveau einfach anders skalierte und auf Werder ansetzte, sollte OW sehr viel zeitnaher auf veränderte Situationen reagieren. Angefangen bei den Standards, die in der Zwischenzeit so ungefährlich, wie frustrierend sind, bis zur Rochade von Spielern die erkennbar auf ihrer Position nach 20 - 25 Minuten einfach nicht klar kommen.
Wenn man es z.B. nicht schafft, spielerisch vom Tor nach vorne zu spielen und immer stärker unter Druck gerät, muss der Ball auch mal nach vorne geschlagen werden, hatte gestern Alonso ebenfalls schnell erkannt und seinem wackligen TW auch recht deutlich klar gemacht. Schnell die Vorgehensweise umgestellt und nicht erst bis zur Halbzeit oder später gewartet. Solche Spielanpassungen kann man auch mit weniger begabten Spielern, nämlich mit einem guten Trainer bewirken. Meine Erwartung ist es auch nicht, dass die Top 7 der Bundesliga damit zu beeindrucken ist, sondern alles was ab Platz 9 - 18 mit ähnlich finanziell limitierten Vereinen so möglich ist. Heidenheim, FCA und jetzt Mainz zeigen doch, wie es gehen kann und die sind alle nicht auf Rosen gebettet.
Nichts wird sich an der Ausrichtung ändern ...