Ich bin grundsätzlich ein Fan davon, ein Trainer lange gewähren zu lassen, auch wenn es mal nicht so läuft. Und mir ist klar, dass OW nicht die alleinige Schuld an unserer Situation trägt - über Jahre würden falsche Netscheidungen von verschiedenen Leuten getroffen und OW war als Trainer immerhin so gut, uns trotz dieser Situation wieder in die erste Bundesliga zu führen.
Aber: seit über einem Jahr läuft es nicht mehr. Abgesehen von dem Sieg gegen Bayern und gegen Freiburg, habe ich diese Saison kein gutes Spiel von uns gesehen, das mit einem Sieg geendet hätte. Das wir bisher keine Abstiegssorgen haben, liegt auch an der Schwäche der letzten drei - wovon zwei anscheinend gerade erstarken. Wir sind gerade in einer ähnlichen Situation, wie in der Bastiegssaison. Ein scheinbar komfortabler Vorsprung, der aber auch schnell dahinschmelzen kann.
Und was macht OW? Er lässt jede Wochen die Spieler performed, die seit Wochen keine guten Leistungen bringen. Ja, die Situation ist beschissen, viele der besseren Spieler sind verletzt. Aber wieso nicht mal einen Opitz oder einen Kownacki von Beginn an spielen lassen? Einen Keita? Einen Hansen-Aaroen?
Ja, das birgt Risiko, aber genau da liegt imo das Problem mit OW. Er geht ungern Risiken ein, lässt seinen konservativen Fußball spielen, auch wenn er nicht funktioniert. Welcher Junge Spieler konnte sich unter OW durchsetzen? Mir fällt nur Nijnmah ein. Malatini hatte immerhin noch seine Momente. Woltemade auf der falschen Position. Dincki vergrault, Salifou bei Juventus, Buchanan ist nach einem Jahr wieder weg, Chiadoria zu Gladbach, Beste für ein Appel und ein Ei verkauft, weil keine Aussicht auf Spielzeit, und Gruev auf die Insel. Gerade bei letzterem: OW hat Groß ihm meistens vorgezogen... und das obwohl Gruevs Leistung, wenn auch weit weg von stabil, deutlich besser waren als die von Groß.
Und an dieser Stelle entstehen neue Probleme - neue und junge Spieler werden nicht eingesetzt, die bisherigen Spieler performen mal gut, häufiger weniger gut, müssen sich aber so oder so keine Sorgen machen, länger als ein zwei Spiele ausgetauscht zu werden (mal mit der Ausnahme Bittencourt, der seinen Platz an Lynen verloren hat, nachdem es wohl häufiger Meinungsverschiedenheiten mit OW gab).
Es entsteht ein immer größer werdender Sumpf, aus dem das Team zu befreien vor allen Dingen die Aufgabe des Trainers ist. Das daran viele scheitern ist klar, aber OW scheint für mich gerade noch künstlich neuen Morast hinzuzuschütten.
Und ich habe wahrlich die Befürchtung, dass uns ein ähnliches Szenario wie 2021 erwartet. Wir steuern weiter auf den Abstieg zu. Es wird sich schon geredet, dass der Vorsprung ja komfortabel sei und nach dem 33. Spieltag sind wir dann aufeinmal auf Platz 16 punktgleich mit dem 17.
Die Frage ist für mich: wird OW wie FloKo vor dem letzten Spieltag entlassen, oder erst wenn der Abstieg besiegelt ist?