Ich finde es traurig, mit welch starker Abneigung Florian Kohfeldt von einigen bedacht wird.
Sicherlich hat er in der Abstiegssaison Fehler begangen - der größte aus meiner Sicht war es, den Abstiegskampf zu frühzeitig für beendet erklärt zu haben, worin er auch noch von vielen "Experten" bestätigt wurde -, doch ihm deshalb mit so viel Häme und Genugtuung zu begegnen, wenn seine Mannschaft Spiele verliert? In ihm nur einen Blender und Großmaul zu sehen? Finde ich unwürdig... Die ersten zwei Saisons waren für die gegebenen Möglichkeiten doch wirklich nicht schlecht. Und für diejenigen, die sagen, das sei alles nur der Verdienst von Max Kruse gewesen, sei gesagt, dass nicht jeder Trainer mit diesem Spieler zurecht kam. Ein TS wird nicht zu Unrecht dafür gelobt, dass er einen Ailton in die Spur bekam oder ein OR einen Mario Basler.
Und wenn man sich die Situation in Wolfsburg anschaut, zeigt sich doch, dass schon viele erfahrene Trainer nicht das aus der Mannschaft herausholen konnten, was der Kader nominell her gibt.
Ich kann mich noch erinnern, wie groß das Zähneklappern war, als es hieß, FK könne zu Dortmund wechseln - er war ja auch gerade zum Trainer des Jahres gewählt worden. Bisher jedenfalls hat er das gemacht, was er immer wieder betont: Der Trainer hat eine andere Verantwortung als die Spieler und wechselt nicht bei der erst besten Gelegenheit. Aber so etwas wird dann schnell ausgeblendet und anderes dann als "Dampfplauderei" bezeichnet, wobei es sicherlich klüger gewesen wäre, nicht in jedes Mikrofon und Kamera zu sprechen, das ihm hingehalten wurde.
Mein Wunsch wäre es daher, dass man seine Zeit bei Werder differenzierter betrachten würde. Sicherlich würde dabei nicht herauskommen, dass er einer der Trainerlegenden in Bremen ist und der Abstieg mit seinem Namen verbunden bleiben wird, aber diese höchst unhanseatische Verdammung in Bausch und Bogen wäre dann hoffentlich auch nicht gegeben.