Jetzt äußere ich ausnahmsweise mal Lob und nun ist das auch wieder verkehrt
Was ist daran verkehrt, den Gegner in Schach zu und somit die Kontrolle über das Spiel zu halten? Wir haben in den 60 Minuten so gut gespielt, so dass der Europapokal-Anwärter Freiburg nicht zur Entfaltung kam und wir mit 1:0 in Führung gingen. In unserer Situation geht es nicht um fußballerische Schönheitspreise, sondern um Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Leider haben wir es uns wieder einmal selbst verbockt.
Ich hatte dein "Lob" schon einigermaßen richtig eingeschätzt, aber ich wollte deiner und meiner Wahrnehmung eigentlich nur noch mehr Ausdruck verleihen.
Werder hielt den Gegner weniger mittels souveräner Aktionen in Schach, sondern oftmals durch glücklichen Aktionen und Freiburg machte den
Eindruck als spielte man mit angezogener Handbremse. Die Spielanlage der Freiburger, welche über eine defensive Grundhaltung a ngelegt ist,
war an diesem Tag in der ersten Hz. bei eigenem Ballbesitz zögerlich und unentschlossen. In diesem Zusammenhang ist es unwichtig ob hier
Bayern als CL-Teilnehmer, Freiburg als EL-Anwärter oder Hertha als Abstiegsanwärter so spielt, denn defacto haben wir selbst trotz dieser
Harmlosigkeit des Gegners nichts bis gar nichts kreiert. Es wirkte alles wie Stückwerk. Ständig diese langen Bälle, welche in der Regel ohne
Wert waren. Natürlich geht es nicht um Schönheitspreise, aber andererseits wird der Druck über 90 Min. immer größer, wenn ich nicht
konstruktiv an Lösungen bei eigenem Ballbesitz arbeite.
Und genau da setze ich an, Doppelsechs mit konstruktiven Lösungen, ob das System nun 3-5-2 oder 4-4-2 heißt, ob die Doppelsechs klar oder
in 6 und 6/8 (bei eigenem Ballbesitz) ausgelegt wird ist eine Sache des Matchplans.
Die 6er vor der Abwehr schließen das Zentrum, stabilisieren die 3er-Kette oder unterstützen durch verschieben die def. Arbeit der äußeren MFS.
Bei eigenem Ballbesitz schiebt sich einer der 6er ins zentrale MF und verstärkt die Offensive.
Die Spieler dafür haben wir Gruev/Stage/Stark und mit großen Abstrichen/Notfall Groß.
Wir leisten uns allerdings i. d. R. den Luxus einen Groß als einzelnen 6er spielen zu lassen und eben auch daran mache ich die häufigen
Fehler in der 3er-Kette fest. Dies ist keine Entschuldigung für die vielen individuellen Fehler, aber jeder weiß, diese treten eben auch dann
auf, wenn der Druck zu groß wird ....
Du schreibst:
Es ist richtig, dass gutes Passspiel die Abwehr entlastet. Aber die Sicherheit im Zentrum wird nur dann daraus generiert, wenn im nächsten Step u.a. Passspiel und Ballkontrolle im mannschaftlichen Verbund einigermaßen gut funktionieren. Denn was bringt ein guter Pass von Gruev, wenn z.B. der Adressat oder der darauffolgende ballführende Spieler die Pocke gleich wieder verliert? Besonders dann, wenn die Mannschaft sich gerade in der Vorwärtsbewegung befindet, so dass der Ballverlust eine Rückwärtsbewegung der Mannschaft erfordert, wodurch weitere größere Defizite unserer Truppe - das Umschalten von Angriff auf Abwehr so wie mangelnde Geschwindigkeit - zum Tragen kommen, und somit ein erhöhtes Risiko des Auskontern besteht? Wer weiß, vielleicht ist das auch eines der Gründe, warum Groß oftmals den Vorzug vor Gruev erhält?
Zustimmung bis zum zweiten Satz.
Es bringt so viel, dass der Ballverlust in der gegnerischen Hälfte stattfindet und der Gegner nicht schon in unserer Hälfte ist.;-)
Es gilt doch bei uns zunächst einen konstruktiven Spielaufbau hintern heraus zu verwirklichen, daher bringt es mMn ne ganze Menge,
wenn ich als Adressat weiß, dass da überhaupt ein verwertbarer Pass gespielt wird. Wenn ich da hinten nen "Holzfäller" im Ballbesitz
habe sind meine Überlegungen ganz andere (spielt, spielt er nicht oder wie spielt ...)
Richtig, unser Umschaltverhalten bei Ballverlust ist" dramatisch" insbesondere dann, wenn man im MF so offen steht. Was können wir von
einem Schmid/Schmidt defensiv erwarten? Bittencourt ist der einzige off. MFS welcher in der Lage ist im Ballverlust umzuschalten und
zu attackieren. Ducksch hat es mMn auch gezeigt, in Teilen bis an den eigenen 16, aber das kann nicht sein Auftrag sein, dann Fehlen die
Körner vorn im Abschluss oder Zuspiel. Der tat mir wirklich leid am Samstag.
Was spricht bei der Defizitlage für einen Groß? Gerade beim Auskontern steht Groß hinterm Ball oder wird überspielt/überlaufen.
Gerade die Kontersituationen weisen die Fehleinschätzungen bzgl. nur eines 6er, zudem mit den individuellen Defiziten behaftet, aus.