Psychische / psychosomatische Erkrankungen (z.B. Burnout)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas holgerwehlage
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Ne haben sie nicht. Ich kenne jemanden, der richtig schwere Depressionen hat. Da ist nichts mit einfach mal mit an die frische Luft gehen.
Da wird Tage vorher ein Plan gemacht, wie die 2 Minuten Gehweg zum Bäcker und wieder zurück auf die Reihe zu bringen sind.
Und das ist nur EIN Beispiel.
Das ist mir schon klar, ich glaube ich wurde falsch verstanden, denn ich habe nicht behauptet, dass das einfach so möglich ist. Aber ich glaube darüber, dass Bewegung an der frischen Luft grundsätzlich gesundheitsförderlich ist besteht keine Diskussion, oder?
 
Das ist mir schon klar, ich glaube ich wurde falsch verstanden, denn ich habe nicht behauptet, dass das einfach so möglich ist. Aber ich glaube darüber, dass Bewegung an der frischen Luft grundsätzlich gesundheitsförderlich ist besteht kein Streit, oder?
Was denn für ein Streit?
Hier geht es doch aber um Menschen die Depressionen haben und mein Beispiel sollte zeigen, dass es für manchen eben nicht so einfach ist. Ist wohl nicht für jeden nicht Betroffenen nachvollziehbar.
 
Ich ... banalisiere überhaupt nicht. Bitte hör auf mir irgendwelche Gedanken oder Worte in den Mund zu legen. Wenn ich falsch verstanden werde, dann mag das zum Teil mein Fehler sein, aber letztendlich habe ich doch nichts gesagt was nicht auf der von Dir verlinkten Seite steht.
Gerade deswegen, weil ich es als bekannt voraussetze, dass Bewegung hilfreich sein kann, ist es aus meiner Sicht banal.
 
Gerade deswegen, weil ich es als bekannt voraussetze, dass Bewegung hilfreich sein kann, ist es aus meiner Sicht banal.
Das ist dann deine persönliche Sicht. Für mich war das teilweise eher eine Offenbarung, dies dann wirlich zu "fühlen" aber gut. Ich verstehe, dass nicht rüberkommt aus welchem Background ich das erzähle. Möchte das aber auch nicht ausrollen hier.
 
...und immer wieder gemachte Erfahrung; nicht bloß theoretische Sicht/Meinung.
Ich rolle mal aus: 2002 kam das erste Mal der Verdacht auf bzgl. Depressionen. In den Jahren danach kam es durch eine tiefgreifende persönliche Krise zu einer vertieften Diagnostik und einigen Aufenthalten in der von mir sehr, sehr geschätzten Schön-Klinik in Bad Bramstedt. Am Ende die Erkenntnis: jahrzehntelang unerkannte/unbehandelte frühkindliche Beeinträchtigung und Depressionen, die sich so sehr verfestigten, dass sie Bestandteil der Persönlichkeitsstruktur wurden. Nennt sich Dysthymie.
Inzwischen - und das verdanke ich vor allem diesem diagnostischen Prozess - kriege ich eine halbwegs selbstfürsorgliche Haltung hin, Selbstvernachlässigung wurde weniger, ich weiß besser, wie ich tiefen schwarzen Löchern entweder ausweichen kann oder besser als früher wieder rauskomme. Daneben war es sehr wichtig, die Opferrolle zu verlassen und DAS ist ein so zäher, anstrengender, schmerzhafter Prozess....
Vielleicht wird deutlich, warum einige Aussagen hier mich triggern können.
 
...und immer wieder gemachte Erfahrung; nicht bloß theoretische Sicht/Meinung.
Ich rolle mal aus: 2002 kam das erste Mal der Verdacht auf bzgl. Depressionen. In den Jahren danach kam es durch eine tiefgreifende persönliche Krise zu einer vertieften Diagnostik und einigen Aufenthalten in der von mir sehr, sehr geschätzten Schön-Klinik in Bad Bramstedt. Am Ende die Erkenntnis: jahrzehntelang unerkannte/unbehandelte frühkindliche Beeinträchtigung und Depressionen, die sich so sehr verfestigten, dass sie Bestandteil der Persönlichkeitsstruktur wurden. Nennt sich Dysthymie.
Inzwischen - und das verdanke ich vor allem diesem diagnostischen Prozess - kriege ich eine halbwegs selbstfürsorgliche Haltung hin, Selbstvernachlässigung wurde weniger, ich weiß besser, wie ich tiefen schwarzen Löchern entweder ausweichen kann oder besser als früher wieder rauskomme. Daneben war es sehr wichtig, die Opferrolle zu verlassen und DAS ist ein so zäher, anstrengender, schmerzhafter Prozess....
Vielleicht wird deutlich, warum einige Aussagen hier mich triggern können.
fistbump! :beer: Ich meinte nichts von dem böse was ich geschrieben habe und möchte auch nichts verharmlosen. Ich gehöre ganz sicher nicht zu den Leuten die sagen "lach doch mal".
 
Ich meine auch, man sollte sich ein Urteil über besagte Person verkneifen. Wir kennen sie nicht und wir wissen auch nicht um seine Probleme. Ich kenne die Fälle nur aus Erzählungen und weiß um die vielfältigen Probleme welche auftreten können.

@sergeant_mumm
"Bourn out" ist keine medizinische Diagnose, sondern ein zu einem Schlagwort 'verkommener' Sammelbegriff für verschiedene psychische/psychosomatische Beschwerden mit Bezug zu Belastungsituationen.

Da gebe ich dir recht, Bourn Out ist zu einem Schlagwort verkommen, nur hat auch @mezzo19742 recht mit seiner Meinung, daß heute mehr als früher diese Begriffe (aus-)genutzt werden, auch zur Erreichung einer kleinen Auszeit.
Auch im Ruhestand haben wir noch Kontakt zur Wirtschaft und zu Institutionen, und es schallt einem aus jeder Ecke entgegen; wir sind am Limit, es geht nicht mehr, es fehlt Personal, die Grundschullehrerin kämpft mit sich und ihrer Arbeit, die Gemeindeangestellte hat sich an einen anderen Ort versetzen lassen, weil "sie war am Limit und von Bourn Out bedroht". Ich denke, was mezzo meint ist, daß heute zu schnell sich niedergelegt wird, zu schnell sich im persönlichem Mangel geaalt wird. Wer schon ein wenig reifer ist, kann feststellen, daß es in puncto Belastbarkeit, Willenskraft etc. einen Abschwung gibt/gegeben* hat.
* es kann nur besser werden.
 
Böse meint man sein "Ratschläge" ja eigentlich nie. Psychische Erkrankungen kann man ja idR nicht sehen und als Nichtbetroffener auch nicht nachvollziehen. Wenn das Thema aufkommt und Leute anfangen über Sport, Sonnenlicht und Ernährung zu referieren rollen sich einem natürlich die Fußnägel auf. Ist aber oft eben der Unwissenheit oder auch einfach einem Gefühl der Peinlichkeit geschuldet. Schnell was sagen und das Thema wechseln. Zum Glück hat sich da doch vieles getan, auch weil so viele Promis offen über ihre Diagnosen sprechen.
 
Ich denke, was mezzo meint ist, daß heute zu schnell sich niedergelegt wird, zu schnell sich im persönlichem Mangel geaalt wird. Wer schon ein wenig reifer ist, kann feststellen, daß es in puncto Belastbarkeit, Willenskraft etc. einen Abschwung gibt/gegeben* hat.
* es kann nur besser werden.
Es gibt auch immer weniger Anreize für Belastungen, wenn für belastende Arbeit bzw. durch langweilige Arbeit nicht viel mehr bei heraus springt, als der Mensch bereits vom Sozialstaat erhält. Auch wird Arbeit nicht ausreichend honoriert, wenn sie als selbstverständlich angenommen wird.
Die Welt wird sich zudem weiter automatisieren. Arbeit vom Menschen wird dabei zwangsläufig weniger wertgeschätzt werden, wenn sie zunehmend maschinell abgewickelt werden kann.
Die Anzahl der entbehrlichen Jobs wird weiter zunehmen. Immer mehr Menschen werden sich fragen: Wozu mache ich das hier überhaupt?
Ein sehr verschwiegenes Syndrom ist das Bore-Out Syndrom. Also quasi während der Arbeit irgendein Mist machen und dabei beschäftigt wirken. Das macht Menschen idR auch nicht glücklich.
 
"Bourn out" ist keine medizinische Diagnose, sondern ein zu einem Schlagwort 'verkommener' Sammelbegriff für verschiedene psychische/psychosomatische Beschwerden mit Bezug zu Belastungsituationen. Was du als 'wehleidig' bezeichnest '(was übrigens einer der 'klassischen' Züge ist, um sich nicht näher mit der Thematik beschäftigen zu müssen, Psycholog:innen sprechen von 'Abwehr'), kann aus einem anderen Blickwinkel ebenso gut eine bessere Wahrnehmung derartiger Problematiken sein.
Deine Unterstellung an eine nicht näher eingegrenzte Gruppe von Leuten, sie würden sich der Thematik 'bedienen', um freie Zeit ('chinesischen Urlaub') für sich herausschlagen zu können, beinhaltet zweierlei:
Zum einen liegt nahe, dass es eine Projektionsleistung ist:, du traust es dir selbst zu und deswegen auch anderen; zum anderen - und schlimmer - ist diese Unterstellung eine Abwertung (ein Schlag in die Fresse) für die Menschen, die an einer derartigen Erkrankung leiden.

Wenn du selbst nicht betroffen sein solltest, ist meine Bitte, dich in diesem Thema jeder Bewertung zu enthalten.
Und meine Bitte ist, dass du nicht ständig und in jedem Thread die dicke Moralkeule rausholst und versuchst, andere zu belehren bzw in diesem Fall sogar küchenpsychologische Weisheiten ("Projektionsleistung") von dir zu geben und zu versuchen, anderen den Mund zu verbieten. Bei dir habe ich immer den Eindruck, dass du nur darauf wartest, andere moralisch zu belehren und zurechtzuweisen. Das in der Tat passt gut in den Diskussionsstil der heutigen Zeit und ist ein gewichtiger Grund, warum dieses Forum nicht mehr funktioniert. So viel zum OT.
Edit: Las erst später, dass du persönlich betroffen bist, das relativiert dann etwas die Schärfe des Posts, aber ich habe des Öfteren schon das Gefühl, dass du mit anderen Meinungen nicht so gut leben kannst und versuchst, die betreffenden Personen dann lächerlich zu machen oder moralinsauer zu werden anstatt bei der Sache zu bleiben. So killt man jede Diskussion.
 
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Ich meine auch, man sollte sich ein Urteil über besagte Person verkneifen. Wir kennen sie nicht und wir wissen auch nicht um seine Probleme. Ich kenne die Fälle nur aus Erzählungen und weiß um die vielfältigen Probleme welche auftreten können.

@sergeant_mumm
"Bourn out" ist keine medizinische Diagnose, sondern ein zu einem Schlagwort 'verkommener' Sammelbegriff für verschiedene psychische/psychosomatische Beschwerden mit Bezug zu Belastungsituationen.

Da gebe ich dir recht, Bourn Out ist zu einem Schlagwort verkommen, nur hat auch @mezzo19742 recht mit seiner Meinung, daß heute mehr als früher diese Begriffe (aus-)genutzt werden, auch zur Erreichung einer kleinen Auszeit.
Auch im Ruhestand haben wir noch Kontakt zur Wirtschaft und zu Institutionen, und es schallt einem aus jeder Ecke entgegen; wir sind am Limit, es geht nicht mehr, es fehlt Personal, die Grundschullehrerin kämpft mit sich und ihrer Arbeit, die Gemeindeangestellte hat sich an einen anderen Ort versetzen lassen, weil "sie war am Limit und von Bourn Out bedroht". Ich denke, was mezzo meint ist, daß heute zu schnell sich niedergelegt wird, zu schnell sich im persönlichem Mangel geaalt wird. Wer schon ein wenig reifer ist, kann feststellen, daß es in puncto Belastbarkeit, Willenskraft etc. einen Abschwung gibt/gegeben* hat.
* es kann nur besser werden.
Exakt das meine ich und ich kenne genug junge KollegInnen, die mit Mitte, Ende 20 schon wochenlang wegen diffuser Beschwerden ausfallen und ich immer nur höre: "Ich...", "Mir geht es...", "Mich belastet..." Trifft übrigens auch auf die Streitkultur zu und da nehme ich mich gar nicht raus. Kaum fällt mal ein schärferes Wort unter Kollegen und das teils durchaus berechtigt, dann wird sich erstmal ein paar Tage krank gemeldet und die Dagebliebenen dürfen es mit Mehrarbeit ausbaden. Jetzt werde ich küchenpsychologisch und bezeichne das als eine Art von Narzissmus und mit Kritik an der eigenen Person nicht umgehen können.
 
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Burn-Out - Immer so müde

Symptome: Als zentrale Beschwerden gelten: emotionale Erschöpfung ("Ausgebranntsein"), Leistungsknick und Zynismus. 200 weitere Symptome wie Aggression, Niedergeschlagenheit, Schlafprobleme und Schmerzen werden aufgelistet.

Warum in Mode? Psychiater sagen: Eine gewisse Erschöpfung nach einer großen Anforderung zu erleben ist normal. Es als Burn-out zu bezeichnen ist Mode.

Quelle: Focus
 
Und meine Bitte ist, dass du nicht ständig und in jedem Thread die dicke Moralkeule rausholst und versuchst, andere zu belehren bzw in diesem Fall sogar küchenpsychologische Weisheiten ("Projektionsleistung") von dir zu geben und zu versuchen, anderen den Mund zu verbieten. Bei dir habe ich immer den Eindruck, dass du nur darauf wartest, andere moralisch zu belehren und zurechtzuweisen. Das in der Tat passt gut in den Diskussionsstil der heutigen Zeit und ist ein gewichtiger Grund, warum dieses Forum nicht mehr funktioniert. So viel zum OT.
Ich habe dich lediglich gebeten, keine Bewertungen abzugeben. Dass bei dir 'Mund verbieten' draus wird, hatte ich nicht anders erwartet.
[off topic[
Tja, warum gewinne ich bei Diskussionen mit dir immer wieder den Eindruck, einem Farbenblinden die Unterschiede zwischen rosa, rot und bordeauxrot erklären zu müssen? Diskussionen können m.E. nicht funktionieren, wenn eine Seite es nicht schafft, die (teils grob) vereinfachende Haltung aufzugeben. Alle drei Farbtöne gehören zu 'rot' - und doch sind sie verschieden.
[/off topic]
 
Jedoch hatte bereits Neil Young Ende der 70er den "burn out" dem "fade away" vorgezogen.
 
Ich habe dich lediglich gebeten, keine Bewertungen abzugeben. Dass bei dir 'Mund verbieten' draus wird, hatte ich nicht anders erwartet.
[off topic[
Tja, warum gewinne ich bei Diskussionen mit dir immer wieder den Eindruck, einem Farbenblinden die Unterschiede zwischen rosa, rot und bordeauxrot erklären zu müssen? Diskussionen können m.E. nicht funktionieren, wenn eine Seite es nicht schafft, die (teils grob) vereinfachende Haltung aufzugeben. Alle drei Farbtöne gehören zu 'rot' - und doch sind sie verschieden.
[/off topic]
Ohne Beleidigungen und Persönliches geht es nicht bei dir, oder? Schade.
 
Da gebe ich dir recht, Bourn Out ist zu einem Schlagwort verkommen, nur hat auch @mezzo19742 recht mit seiner Meinung, daß heute mehr als früher diese Begriffe (aus-)genutzt werden, auch zur Erreichung einer kleinen Auszeit.
Nun, andere Erkrankungen lassen sich ebenfalls für eine kleine Auszeit ausnutzen; z.B. wenn mal wieder ein Magen-Darm-Virus grassiert und man im Sprechzimmer "erfolgreich" über Durchfall oder Erbrechen klagen kann.

Die Bewertung, das Burnout zu einem Schlagwort verkommen ist, finde ich jedoch nicht angemessen. Denn das dieser Begriff in unserer heutigen Zeit häufiger Verwendung findet als früher, ist v.a. darin begründet, dass a) in unserer schnelllebigen Zeit psychosomatische Erkrankungen sich häufen b) diese erst seit ca. 30 Jahren als Erkrankungen anerkannt sind, wodurch sie c) gesellschaftlich weniger bagatellisiert werden als früher, so dass d) die Menschen mit entsprechenden Symptomen ihren Hemmschwelle zum Arztbesuch überwinden, statt ihre Beschwerden weiter in sich hineinzufressen und/oder sich falsche wie fatale Ventile suchen wie physische und psychische häusliche Gewalt, Alkohol, Drogen etc. suchen.
 
Nun, andere Erkrankungen lassen sich ebenfalls für eine kleine Auszeit ausnutzen; z.B. wenn mal wieder ein Magen-Darm-Virus grassiert und man im Sprechzimmer "erfolgreich" über Durchfall oder Erbrechen klagen kann.

Die Bewertung, das Burnout zu einem Schlagwort verkommen ist, finde ich jedoch nicht angemessen. Denn das dieser Begriff in unserer heutigen Zeit häufiger Verwendung findet als früher, ist v.a. darin begründet, dass a) in unserer schnelllebigen Zeit psychosomatische Erkrankungen sich häufen b) diese erst seit ca. 30 Jahren als Erkrankungen anerkannt sind, wodurch sie c) gesellschaftlich weniger bagatellisiert werden als früher, so dass d) die Menschen mit entsprechenden Symptomen ihren Hemmschwelle zum Arztbesuch überwinden, statt ihre Beschwerden weiter in sich hineinzufressen und/oder sich falsche wie fatale Ventile suchen wie physische und psychische häusliche Gewalt, Alkohol, Drogen etc. suchen.
So unterschiedlich können die Sichtweisen sein.
 
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