Ist in Deutschland leider weit verbreitet, dass Gastronomen / Caterer das Pferd falsch aufzäumen.
An den Getränken verdienen sie i.d.R. mehr als bei den Speisen. Und dass sie Geld verdienen wollen und müssen, ist auch vollkommen legitim. ABER: die Getränkepreise sind oft so (teilweise unverschämt) hoch angesetzt, dass die Gäste eher vom Konsum abgeschreckt statt dazu animiert werden.
Besonders deutlich wird das bei Aufenthalten im Ausland. So war ich z.B. im November 2022 beruflich in Frankreich unterwegs, wo in den Restaurants die Flaschenpreise für Wein deutlich günstiger waren als hierzulande. Ein Beispiel: in einem gehobenen Restaurant bestellten wir einen Sancerre (Weißwein von der Loire, für 40 € die Flasche. Unter Berücksichtigung, dass hierzulande ein Sancerre im Fachhandel > 20 € kostet und somit in der deutschen Gastronomie ab ca. 60 - 70 € auf der Weinkarte steht, war das ein mehr als fairer Preis, so dass wir uns im weiteren Verlauf des Abends noch eine weitere Flasche davon bestellten. Und dieser günstige Preis lag nicht daran, dass wir an der Loire waren (sondern ca. 380 km entfernt), sondern weil es die Gastronomen in Frankreich (wie z.B. auch in Italien) es im Gegensatz zu ihren meisten in Deutschland ansässigen Kollegen das Prinzip verstanden haben, wie sie Gäste zum Konsum animieren und somit unterem Strich mehr Geld verdienen können.
Dieses Prinzip gilt selbstverständlich auch für Caterer bei Großveranstaltungen, wie z.B. bei Fußballspielen oder Konzerten. Was könnten z.B. die Caterer bei den Open-Air-Konzerten auf der Bremer Bürgerweide Geld v.a. mit den "Zaungästen" verdienen, die nicht zuletzt aufgrund der horrenden Preise ihre Getränke selber mitbringen? Die schließen sich damit doch ins eigene Knie.