Whisk(e)y

Scapa, ebenfalls von Orkney, ist auch klasse. Aber vor Jahren schweineteuer geworden. Der 16y sorgte vor etlichen Jahren bei bzw. nach einem Ehemaligentreffen meines ersten Arbeitgebers für eine personell kleine, jedoch lange und feuchtfröhliche Runde in einem Irish Pub im Bremer Ostertorviertel. :D



Ich durfte mal den 57 North von Talisker (selbsterklärend mit 57%vol) probieren. Guter Stoff.
Das Schöne an den ganzen verschiedenen Malts ist die Charakteristika ihrer Herkunft.
Wie das "Land, so der Malt".
Kein Zufall, dass die Malts von den Inneren Hebriden (dazu gehört die Isle of Islay nunmal) oder den Orkneys eher kraftvoll erscheinen, während die Kostbarkeiten von den Borders oder den Lowlands eher milder rüber kommen.
Hatte mal einen Balveny Malt, der auch, trotz seiner 25 Jahren eher milder war.
Kein Vergleich zu Laphroaig oder Lagavulin. Die haben schon Bumms...
Was auch immer wert ist gekauft zu werden, wären die Malts aus dem Hause Glenmorangie
 
Spannende, aber auch teure Sorten. :top: Wobei 20y und älter wegen der sich verstärkenden Süße weniger mein Fall sind.
Ich hätte im Moment auch Skrupel.... War damals auch zu vorschnell dran, den Balveny zu köpfen.
Würde heute länger warten.
Einen 18 Jahre alten Glenlivet hatte ich auch schon.
Leider habe ich mit Schwiegervater und Onkel meiner Freundin nur 2 Leute, die Whisky zu sich nehmen....
Und da bekam ich das letzte Mal einen Jack Daniels... Warum soll ich dann meine Schatzkammer öffnen?
Wir haben ihm einen feinen Malt geschenkt (War sogar der Storm von Talisker). Den würde ich mir anbieten....
:D
Der wäre Scottish Premier.... Jack Daniels ist im Vergleich 2nd Division
 
@Everton_1878

Bourbon und Scotch lassen sich aufgrund ihrer Unterschiede u.a. in Herkunft, verwendete Getreidesorten, Böden, Klima, Brennverfahren nur schwer miteinander vergleichen. Hinzu kommen unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen. Bourbon darf nur in neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifen (sog. First Fill), Scotch hingeben reift grundsätzlich in gebrauchten Bourbon- und/oder Sherry- Barrels ( "Second Fill"). Allein dadurch verfügt Scotch über eine größere Aromenvielfalt, die durch die Möglichkeiten einer Endreifung ("Finishing") u.a. in Ex-Weißwein- (z.B. Glenmorangie Nectar d'Or), Rotwein, Port- (z.B. Glenmorangie Quinta Ruban), Madeira-, Marsala- , Bourbon- und/oder Oloroso bzw. PX-Sherryfässen (z.B. Glenmorangie Lasanta) noch weiter vergrößert wird.

Somit ist Bourbon nicht automatisch schlechter bzw. 2nd Division. :) Es ist eine artverwandte, andere "Sportart", die auch guten Stoff rausbringt. Zum Beispiel der Gentleman Jack (aus dem Hause Jack Daniels), Four Roses Single Barrel sowie dem in den letzten Jahren leider viel zu teuer gewordenen Blanton's. Ich tendiere auch eher zu Scotch- oder Irish Whisk(e)y, aber ab und zu darf es auch mal ein Bourbon sein. So wie z.B. in der Nacht zu Freitag auf Samstag gegen 1 Uhr, wo @LotteS und ich als finalen Absacker in einer Kneipe beim Weserstadion die 0:1-Heimpleite gegen Augsburg mit einem Bulleit Bourbon herunterspülten.

Wichtig ist, dass einem das Zeug schmeckt :beer:
 
Gestern Abend habe ich eine Flasche geöffnet, die schon ein paar Monate hier stehen hatte


GlenAllachie 10y Port Wood Wood Finish - 48%vol. - Speyside


Reifung: 8 Jahre in Ex-Bourbon Cask, 2 Jahre Finish in Ex-Portwein-Pipes

Nicht kältegefiltert, ohne Zuckercouleur

Preis: ca.60 €


Farbe: leuchtendes Rubinrot

Nase: Verführerisches Bouquet von Heidehonig mit dunkler Schokolade, Gewürzen und Vanille

Mund: Komplexe Aromen von dunklen, reifen Früchten, v.a. Pflaumen, umgarnt von Karamell Honig und dunkler Schokolade. Dazu pfeffrige Noten und feine Tannine. Mittellanger Nachklang mit dezenter Süße sowie gut eingebundenen Alkohol.


Fazit: Durch den GlenAllachie 15y, den ich vor gut einem Jahr hatte, war die Messlatte sehr hoch. Doch Inhaber Billy Walker konnte damit die hohen Erwartungen mehr als nur erfüllen. Die sortentypischen Aromen eines Portweins spiegeln sich in diesem Whisky hervorragend wider. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht die letzte Flasche GlenAllachie sein wird.


@SkankinPenguin Wenn das mit dem anberaumten Wiedersehen klappt, werde ich versuchen, dafür einen GlenAllachie (welche Sorte auch immer) zu beschaffen




 
Gestern Abend habe ich eine Flasche geöffnet, die schon ein paar Monate hier stehen hatte


GlenAllachie 10y Port Wood Wood Finish - 48%vol. - Speyside


Reifung: 8 Jahre in Ex-Bourbon Cask, 2 Jahre Finish in Ex-Portwein-Pipes

Nicht kältegefiltert, ohne Zuckercouleur

Preis: ca.60 €


Farbe: leuchtendes Rubinrot

Nase: Verführerisches Bouquet von Heidehonig mit dunkler Schokolade, Gewürzen und Vanille

Mund: Komplexe Aromen von dunklen, reifen Früchten, v.a. Pflaumen, umgarnt von Karamell Honig und dunkler Schokolade. Dazu pfeffrige Noten und feine Tannine. Mittellanger Nachklang mit dezenter Süße sowie gut eingebundenen Alkohol.


Fazit: Durch den GlenAllachie 15y, den ich vor gut einem Jahr hatte, war die Messlatte sehr hoch. Doch Inhaber Billy Walker konnte damit die hohen Erwartungen mehr als nur erfüllen. Die sortentypischen Aromen eines Portweins spiegeln sich in diesem Whisky hervorragend wider. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht die letzte Flasche GlenAllachie sein wird.


@SkankinPenguin Wenn das mit dem anberaumten Wiedersehen klappt, werde ich versuchen, dafür einen GlenAllachie (welche Sorte auch immer) zu beschaffen



Das klingt nach sehr, sehr feinem Stoff! :love: Ich freu mich schon sehr auf ein Wiedersehen! :knutsch: (Mit oder ohne Whisky – auf jeden Fall mit guter Laune und netten Gesprächen. Einfach wunderbar, wenn es genau ist, wie man es sich vorgestellt hat …)
 
Das klingt nach sehr, sehr feinem Stoff! :love: Ich freu mich schon sehr auf ein Wiedersehen! :knutsch: (Mit oder ohne Whisky – auf jeden Fall mit guter Laune und netten Gesprächen. Einfach wunderbar, wenn es genau ist, wie man es sich vorgestellt hat …)
Die Freude sowohl hinsichtlich der Begegnung Vorgestern als auch auf ein ebenso schönes Wiedersehen ist ganz meinerseits :beer::love::knutsch:
 
Neu in meiner kleinen Bar:


Sea Shepherd Islay Single Malt Whisky 43% vol. - oder der Whisky für den guten Zweck

Farbe: Goldgelb bis Bernstein

Nase: Verführerisches Bouquet von dunklen Waldfrüchten mit dunkler Schokolade, umgarnt von maritimen Rauchnoten und Zitrus

Mund: Reife, dunkle Beeren und Zwetschgen mit kuchenähnlichen Noten, die Rauch- und salzigen Meeresaromen sind sehr gut eingebunden, so dass sie sie trotz ihrer Intensität sehr weich wirken, dazu feine Tannine

Finish: Mittellange Rauchnoten mit angenehmer Würze

Der gute Zweck: mit jeder Flasche wird die gemeinnützige Meeresorganisation Sea Shepherd unterstützt https://sea-shepherd.de/uber-uns/

Preis: ca. 40 €


Fazit: Hardcore-Islay-Puristen werden vermutlich krampfhaft dementieren, dass es sich beim Sea Shepherd um einen Islay-Whisky handelt. Dieser leugnet seine Herkunft jedoch nicht. Er zeigt die typischen Islay-Charakteristiken, jedoch in angenehmer, milder Weise, so dass dieser Whisky ein idealer Einsteiger für Islay-Neulinge ist - und das zu einem fairen Preis-Genuss-Verhältnis. Ein richtig leckerer Beitrag zum Meeresschutz.
 
Jura 14 - 2008 Old Particular von Douglas Laing

48,4% vol.
14 Jahre
Single Malt
Reifung: Refill Hogshead
Nicht kältegefiltert, ohne Farbstoff
Preis: ca. 60 € für 0,7l

Aroma: Fruchtig und etwas Eiche
Geschmack: Birne, Apfel, Leder
Abgang: Vanillig, fruchtig

Fazit: Ich werde mit den Whiskys aus den Häusern Lang einfach nicht warm. Der Alkohol dominiert mir immer zu stark, so auch hier. Für mich zu aggressiv. Da hör ich mir ja lieber etwas aus dem Salzburger Plattenschrank an.
Die Abfüllung ist daher leider überteuert. Ab dem Dritten wird es erträglicher. :D

Mal sehen ob die Proben im diesjährigen Adventskalender aus dem Haus Douglas Laing mich überzeugen können. Cameronbridge und Girvan. :)

:facepalm: Wir haben ja erst Oktober. :heul:
 
Fazit: Ich werde mit den Whiskys aus den Häusern Lang einfach nicht warm. Der Alkohol dominiert mir immer zu stark, so auch hier. Für mich zu aggressiv. Da hör ich mir ja lieber etwas aus dem Salzburger Plattenschrank an.
Die Abfüllung ist daher leider überteuert. Ab dem Dritten wird es erträglicher. :D
Vor vielen Jahren hatte ich mal eine Flaschen Breaval 12y von Douglas Laing; allerdings aus der Einsteiger-Linie Old Malt Cask (wobei diese, wenn ich richtig informiert bin, nach der geschäftlichen Trennung von Douglas und Hunter Laing diese nun zu Hunter Laing gehört). Bei dem fand ich die Preis-Genuss-Verhältnis ordentlich; im Vergleich dazu, dass die Whiskys von unabhängigen Abfüllern aus nachvollziehbaren Gründen teurer sind als vergleichbare Originalabfüllungen sogar richtig gut. Von Old Particular hatte ich einen Arran 19y. Der war gut, aber auch teuer. Ein Freund hat mir bei den unabhängigen Abfüllern den Tip Signatory gegeben; diesen werde ich wohl mal beherzigen :D
 
Spey Fumare

46% vol.
NAS
Single Malt
Reifung: Bourbon
Nicht kältegefiltert, ohne Farbstoff
Preis: ca. 40 € für 0,7l

Aroma: leichter Rauch, salzig, Kräuter
Geschmack: süß, schokoladig, salzig
Abgang: süß und wieder salzig, leichter medizinischer Rauch

Fazit: recht ungewöhnlich, ein leicht rauchiger Speyside-Whisky. Kann man für den Preis so machen. Für Einsteiger in die rauchigen Gefilde bestimmt besser geeignet. Ich bevorzuge aber eher die schweren Islay. Check, Haken dran und wieder zurück auf die Insel.
 
Fazit: recht ungewöhnlich, ein leicht rauchiger Speyside-Whisky. Kann man für den Preis so machen. Für Einsteiger in die rauchigen Gefilde bestimmt besser geeignet. Ich bevorzuge aber eher die schweren Islay. Check, Haken dran und wieder zurück auf die Insel.
Japp, für Einsteiger in rauchig-torfige Whiskys sind die Sorten aus der Speyside oder Highlands wie z.B. der Ballechin aus dem Hause Edradour ideal. Weil der dort wachsende Torf, über dessen Feuer die Gerste getrocknet wird, nicht so intensiv ist wie der von Islay.
 
Wird Zeit, dass dieser Thread wieder nach oben rutscht:

Glencadam 10 Jahre 46%vol. Highland Single Malt

Reifung: Ex-Bourbon Cask

Nicht kältegefiltert, ohne Zuckercouleur

Preis: ca.45 €


Farbe: leuchtendes Gelbgold

Nase: Frühling pur: frisch gepressten Zitronen, Orangen und Grapefruit, dazu grüner Apfel mit einem Duft, der an Kuchen und Keksen erinnert

Nachklang: Lang anhaltendes Finish mit nussigen Nuancen

Fazit: Leichter, unkomplizierter Single Malt für den Frühling (auch wenn dieser gerade eine Pause einlegt), der auch wegen seinen 46%vol. über ein schönes Preis-Genuss-Verhältnis verfügt. Hiermit kann man nicht viel falsch machen.
 
Whisky selber finishen

https://www.soakstaves.com/

Hab das Set von meinem Bruder geschenkt bekommen und musste es dann selber ausprobieren. :D
Hab einfach einen einfachen üblichen Glenmorangie 10 genommen, da er sehr mild ist und man somit alle verschiedenen Richtungen vermutlich am besten vergleichen kann. (Wollte natürlich auch keinen teuren Stoff verhunzen :D).

Nach rund drei Wochen gestern das erste Mal getestet. Alle Stäbe haben den Whisky merklich verändert.

Das Rum Finishing hat ihn bitterer und für mich damit nicht besser gemacht.
Durch den Peated-Stab ist er tatsächlich etwas rauchiger geworden. Der Effekt war aber nicht so stark wie ich es vermutet hatte.
Die Sherry Variante hatte den positivsten Einfluss für mich und hat den Glenmorangie 10 merklich Richtung Sherry verändert.

Insgesamt eine nette Spielerei. Für den Preis bekommt man aber auch schon einen guten Whisky.

Grundsätzlich vertraue ich den Profis da aber mehr als mir, so das eine Vorauswahl der gewünschten Richtung wohl erfolgsversprechender ist. :D
 
Whisky selber finishen

https://www.soakstaves.com/

Hab das Set von meinem Bruder geschenkt bekommen und musste es dann selber ausprobieren. :D
Hab einfach einen einfachen üblichen Glenmorangie 10 genommen, da er sehr mild ist und man somit alle verschiedenen Richtungen vermutlich am besten vergleichen kann. (Wollte natürlich auch keinen teuren Stoff verhunzen :D).

Nach rund drei Wochen gestern das erste Mal getestet. Alle Stäbe haben den Whisky merklich verändert.

Das Rum Finishing hat ihn bitterer und für mich damit nicht besser gemacht.
Durch den Peated-Stab ist er tatsächlich etwas rauchiger geworden. Der Effekt war aber nicht so stark wie ich es vermutet hatte.
Die Sherry Variante hatte den positivsten Einfluss für mich und hat den Glenmorangie 10 merklich Richtung Sherry verändert.

Insgesamt eine nette Spielerei. Für den Preis bekommt man aber auch schon einen guten Whisky.

Grundsätzlich vertraue ich den Profis da aber mehr als mir, so das eine Vorauswahl der gewünschten Richtung wohl erfolgsversprechender ist. :D

Ein Freund von mir hat vor ca. einem halben Jahr das gleiche Set bestellt. Jedoch hat er hierfür keinen gereiften Whisky, sondern einen sog. New Make (also ein nicht gereiftes = klares Destillat) verwendet, damit die Aromen der Sticks nicht vom einem fertigen Endprodukt beeinflusst werden. Und dennoch sind meine Eindrücke den deinigen sehr ähnlich: Rum ist bei mir auch durchgefallen. Die Sherry-Charakteristik war sehr deutlich erkennbar, jedoch konnten die Sticks aus nachvollziehbaren Gründen aus einem ruppigen Destillat die Weichheit eines über Jahren fassgereiften Whiskys ebenso wenig erwirken wie die Intensität eines eines Peated-Whisky, dessen Gerste über Torffeuer gemälzt wurde. Dennoch ein spannendes Experiment. :)
 
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