Na ja, das war ein sehr gravierender Fehler, der ggf. den Aufstieg kostet.
Wir haben mit einer 3/5 er Kette gespielt, in der 2 nicht nominelle Innenverteidiger standen. Da muss man vielleicht auch mal nach einer 2:0 Führung, die beiden Außen zurückpfeifen und die Innenverteidiger unterstützen. Dann wären auch die unglücklichen Eigentore nicht gefallen.
Darüber werde ich noch lange sehr angep.... sein.
Das war die selbe Mannschaft die in der Vorwoche auf Schalke 1:4 gewonnen hat.
Wenn du dich aufregen möchtest, dann tu es wegen der Überheblichkeit der Spieler.
Sollten wir nicht aufsteigen, dann wäre dieser Fehler mit einer der letzten den ich nennen würde, wieso wir es nicht geschafft haben.
Dass wir dort stehen wo wir stehen, haben wir zu großen Teilen Ole Werner zu verdanken, der endlich mal die Spieler das spielen lassen hat, was sie können und niemanden unnötig positionsfremd aufgestellt hat.
Die Probleme der letzten 5 bis 7 Spiele haben, wie ich finde, ziemlich eindeutig etwas mit der Besetzung der Abwehr zu tun, nicht aber mit der taktischen Ausrichtung. Es spielt keine so große Rolle, ob Werner hier mit 3er/ 5er Kette oder sonstwas spielen lässt. Das ist eine absolute Nebensächlichkeit, die hier völlig überbewertet wird. Eine Rolle hingegen, was die Besetzung angeht, spielt die Konstellation, ob es auf Schalke gegen Schalke oder in Hamburg gegen den HSV oder aber zuhause gegen Ingolstadt, Sandhausen, Nürnberg und Kiel geht.
Mein Punkt, der sich auf die Beobachtungen der ganzen Saison stützt, ist: Werder hat in Bestbesetzung eine für diese Liga überdurchschnittliche Abwehr und einen überdurchschnittlichen Angriff, spielt aber ohne Mittelfeld, weil in diesem Mannschaftsteil ohne jegliche Kreativität. Gruev, Schmid und Bittencourt ist nutzloser Tand, Niklas Schmidt, bei dem ich neben Woltemade die größte spielerische Veranlagung im Werder-Kader sehe, schafft es mal wieder nicht, seinen Kopf mit dem Beruf zu vereinbaren. Mit Groß haben wir einen guten Balleroberer mit spieltaktischen Defiziten, bei dessen Regionalligatechnik immer auf den ersten Kontakt fixiert ich oft Angst habe, dass er über den Ball stolpert oder die Pille 4m verspringt. Aber: er verschafft uns eine Statik im Mittelfeld, die in dieser Liga ausreichend ist, wenn die beiden anderen Mannschaftsteile funktionieren. Spielt Werder auf Schalke, können wir bei günstigem Verlauf sogar die Ausfälle in der Hintermannschaft kompensieren, weil Werder da nicht unbedingt gestalten muss und die Defensive Konzentration und Fokus unter Druck stetig hochhalten kann. Treten wir aber gegen Kiel in dieser Abwehr-Besetzung an und auch noch ohne Groß im Mf, ist das ein ganz anderes Spiel. Wie hier schon zurecht angemerkt wurde, war alleine die rechte Seite klaffend offen, wo Rapp individuell mittleres Drittligaformat verkörpert, Gruev mit seinem Beamtengekicke sich überall dort aufhält, wo der Ball kaum hinkommen kann, aber nicht da, wo er verteidigen müsste, Weiser einen schwachen Tag erwischt und Bittencourt in seiner eigenen Welt spielt. Das geht unter Umständen gut, wenn der Gegner auswärts HSV oder Schalke heisst, aber nicht gegen Kiel, wo Konzentration auf den Punkt in einzelnen Spielphasen gefragt ist. Dann gewinnt Kiel eben mit 5 Torschüssen 3:2, wenn unsere Offensive nicht trifft. Und zwar mit Ansage. Hinzu kommt, dass Ducksch in solchen Partien, die Spitz auf Knopf gehen, nicht den Unterschied macht. Er ist ein sehr guter Techniker, der sich äußerst clever verhält, wenn es darum geht, sich in freie Räume wegzustehlen und mit etwas Platz aus unmöglichen Situationen Tore zu erzielen. Nur dient diese Spielweise natürlich auch dazu, Zweikämpfen möglichst in Gänze aus dem Weg zu gehen und das ist halt schwierig in Spielen wie gegen Sandhausen, Ingolstadt oder Kiel.