Es muss für meine Variante nicht mehr investiert werden. Meine Variante führt einfach nur zu geringeren Steuereinnahmen. Wie die mögliche und genaue Finanzierung der möglichen Rabattregelung der Regierung läuft, weiß ich nicht.
Damit bist Du in meinem Job gelandet. Wenn ich bei einer Budgetplanung Kosten ansetzen würde, zu denen ich angeben würde, wie diese gegenfinanziert werden bzw. woher die Einnahmen dafür kommen, weiß ich nicht, hieße es "Sechs, setzen." Und womit? Mit Recht. Letzten Endes ist ein Budget nichts anderes als eine Bilanz - Aktivseite und Passivseite müssen zueinanderpassen, Lücken ausgeschlossen, und die Finanzierung muss klar sein, bevor Geld ausgegeben wird.
EDIT: Deine Vorschläge für Steuererhöhungen würde ich sofort mitgehen. Aber, jede Wette, die sind bei Herrn Lindner, der jetzt munter Geld verteilen will, ausgeschlossen und nicht verhandelbar. Denn alles, was mit Spitzensteuersatz oder auch Vermögens- und Erbschaftssteuer zusammenhängt, ist bei der FDP doch seit jeher ein rotes Tuch. Leider.
Ich habe übriges gerade auf WDR 5 eine Zusammenstellung der Medienkritiken zu Lindners vorgeschlagenem Tankrabatt bei WDR 5 gehört. Die weit überwiegende Zahl der Journalisten hat sie abgelehnt, und zwar aus Blättern der unterschiedlichsten politischen Richtungen (Ausnahme natürlich: die Blöd). Die Argumente reichten von bürokratischem Monster (die Tankstelleninhaber sollen sich den Rabatt offenbar über die Finanzämter wiederholen), Gießkanne statt gezielter Hilfen (sorry, dass ich es noch einmal erwähne), falsches Signal in Sachen Klimawandel und Weiterfinanzierung von Putins Krieg (Gedanke: jeder gesparte Liter Benzin ist ein guter). Ich hätte das gerne hier verlinkt, leider gibt es (noch) keinen Podcast.
Ein spannender Punkt aus der obigen Zusammenstellung war übrigens der Hinweis auf die Mietpreisbremse, die Lindner seinerzeit kategorisch als Sozialismus abgelehnt hat,um jetzt eine Spritpreisbremse vorzuschlagen, die systematisch nichts anderes als eine Mietpreisbremse ist - ein staatlicher Eingriff in den Markt. Sehr konsequent im Denken, und das noch dazu von einem vermeintlich Liberalen. Wahlkampf im Kopf....?
BTW: Ich habe mitnichten irgendwo gesagt, dass die Differenzierung, die ich mir wünsche, einfach ist. Das ist sie nicht. Allerdings bin ich, aus meinem Beruf heraus, und auch deshalb, weil ich hohe Steuern zahle, für einen verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit (Steuer)geldern. Den kann ich in Deinem Vorschlag nicht erkennen, und auch das erkläre ich Dir, um bei Deinen Worten zu bleiben, gerne immer wieder...
Zum Schluss noch ein anderer Gedanke, der für mich in die Debatte gehört. Deutschland wird mit Blick auf diesen Krieg noch ganz andere finanzielle Herausforderungen meistern müssen - spontan fallen mir die vermutlich längerfristige Unterbringung der Flüchtlinge und die 100 Milliarden Euro, wenn es dabei bleibt, für die Bundeswehr ein. Und wer weiß, was an zwingenden Ausgaben, die im bisherigen Haushalt niemand eingeplant hat, noch kommt. Auch vor diesem Hintergrund ist es aus meiner Sicht zwingend, dass jeder Euro, der ausgegeben wird, zielgerichtet ausgegeben wird, um das alles am Ende auch irgendwie stemmen zu können.