Corona - generelle Diskussion

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Die Ausgangsfrage ist ja auch gar nicht so einfach zu beantworten.
Dazu muss man aber auch ein wenig die Rahmenbedingungen betrachten.
Schweden hat "nur" 10 Mio Einwohner zu betreuen.
Die größten Städte sind Stockholm (1,7M), Göteborg (655k), Malmö (324k). Ab da wird es viel kleiner. D.h. es verteilt sich auch viel mehr.
Dazu eine Bevölkerung, die die Maßnahmen augenscheinlich auch nicht so in der Masse hinterfragt, sondern aus Vernunft mitgeht. Die lachen sich vermutlich schlapp, wenn sie den Deutschen spazieren gehen sehen...
Vergessen sollte man allerdings nicht, dass Schweden zu Beginn massiv Probleme hatte mit Todesfällen in Altenheimen (Übersterblichkeit von fast 50%).

Edit: Viele haben ja auch gerne nach Neuseeland geschaut. Die Rahmenbedingungen sind dort auch komplett anders. Die haben eine Insel mit 5 Mio Einwohnern und 2 Eingängen (übertrieben gesagt). Da kann man ganz anders mit arbeiten. Man muss schon gucken, dass man auch vergleichbare Länder nimmt IMHO
 
Es geht um Biontech. Wir bekommen laut Behörde nur ein Vial pro Arzt ausgeliefert. Moderna dagegen läuft mit mehr Vials nämlich 3 pro Arzt. Selbst die Impfzentren haben damit echte Probleme, weil sie zu wenig Comirnaty bekommen. Die Apotheker dürfen nicht mehr an die betreffenden Praxen oder auch Zentren liefern. Manche Ärzte haben zu viel Impfstoff, weil der 4 Wochen im Kühlschrank haltbar ist und immer wieder Patienten nicht erscheinen, ohne abzusagen. Es wurde zu wenig von der Regierung bestellt. Nachfrage nach Biontech höher als das Angebot.
Müssen denn alle, die Biontech nachfragen und verimpft haben wollen, auch zwingend Biontech bekommen? Ich konnte meinen Booster schnell bekommen, weil ich Moderna genommen habe. Nach allem, was ich gelesen habe, sind beide ähnlich, und dann wäre es doch egal, was man bekommt. Ausgenommen die eine Gruppe, ich glaube das sind Leute unter 30, wenn ich mich richtig erinnere, für die Moderna nicht empfohlen wird? Will sagen, wenn Leute sich auf Biontech versteifen, die auch Moderna nehmen könnten, ist es dann zu einem gewissen Umfang mMn deren Problem, wenn sie ggf. länger warten müssen. Das Leben ist kein Wunschkonzert.... Dass sie ihren Frust dann an Euch Ärzten auslassen, geht natürlich nicht und steht auf einem anderen Blatt.
 
Müssen denn alle, die Biontech nachfragen und verimpft haben wollen, auch zwingend Biontech bekommen?

Viele Leute wollen nichts anderes, aufgrund der Kommunikationsdesasters letztes Jahr (für Biontech natürlich beste Werbung). Ich konnte meine Eltern davon überzeugen, sich sofort den Booster zu holen mit egal was drin, aber haben wollten die eigentlich BT und meinten so, jetzt bekämen sie das schwächere Zeug das letztes Jahr halt keiner wollte. Ich bin sicher, und so klingt es bei @syker1983 auch, dass es nicht wenige gibt die nur Biontech akzeptieren und dann eben lieber länger warten.
 
Dann sollen sie halt länger warten, aber bitte auch nicht den Doc anmachen, weil sie warten müssen.

Für mich ist nur in diesem Fall die Aussage falsch, dass nicht genug Impfstoff da ist. Es ist in diesem Fall genug - und auch genug geeigneter - Impfstoff da. Wenn Leute diesen Impfstoff nicht wollen, ist das keine Frage der vorhandenen Menge.
 
@opalo, @Nicole @Fliegenfänger
Sammelantwort:
- Biontech bei unter 30 Jahren vorgeschrieben. Pat wollen aber unbedingt kein Moderna, was übrigens gleichwertig ist, sondern es muss Comirnaty sein. Daher der Ärger derzeit in den Praxen. Die Bestellung erfolgt über die Bundesregierung und wird nach einem Verteilungsschlüssel an die jeweiligen Bundesländer verteilt.
- Unterschied ambulant und stationär in der Abrechnung:
- ambulante Impfung über BSA abgerechnet egal ob AOK oder Privat
- stationär weitaus komplizierter, weil hier die DRGs greifen. Die stat. Behandlung von Covid erfolgt nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes und ist in der Abrechnung schlecht dotiert. Man kann den Fall upgraden, in dem man den CMI (=Case Mix Index) erhöht und zB die Beatmungszeit verlängert. Durch die Freihaltepauschalen waren viele KHs, die ohnehin in schwerer finanzieller See waren, sagen wir mal nicht unbedingt schlechter gestellt, weil der Tagessatz > 500€ war, was zb in Großkliniken (Universitäten, KH der Maximalversorgung etc.) unterfinanziert ist.
- durch die Coronafälle muss die jeweilige I-Station geteilt werden in einen Infektionsteil und für "normale" Patienten wie nach Tumor-Op etc, Herzinfarkt usw..
Hier kommen die Probleme, weil das Personal für eine I-Station ausgestattet ist. Nun müssen aber im gleichen Haus zwei I-Stationen bedient werden, in dem man aus dem OP oder von den Stationen Personal abzieht, um die I-Station betreuen zu können. Daher kommt es zu Unterversorgungsszenarien, weil eine I-Station im Schichtdienst arbeitet.
Es geht auch nicht um ein Demonstrationsverbot, was im GG verankert ist. Sondern wir erleben im täglichen Wahnsinn, dass die Angehörigen völlig betroffen sich um Oma und Opa in der Beatmung sorgen, die sie selber nicht selten wegen Impfgegnerschaft ungeimpft angesteckt haben. Sie haben kein Problem auf Spaziergängen für ihre Freiheit zu demonstrieren, nehmen aber fordernd eigenverschuldet die Versorgung als Recht in Anspruch. Das wird ihnen auch nicht verwehrt, nur hinterfragen die Ärzte und Pfleger mehrheitlich dieses Tun. Und genau darum geht es.
Das war jetzt sehr kursiv und auf die Schnelle. Sorry.
 
Ich lese aus dem Post von @syker1983 nicht, dass er damit das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Frage gestellt hat, sondern mit dem auch für ihn geltenden Grundrecht der freien Meinungsäußerung lediglich zu verstehen gab, dass er (auch) als Mediziner die Demos gegen die Corona-Maßnahmen ablehnt. ;)

Das habe ich auch nicht so verstanden. Dennoch findet er die Demos gegen die Maßnahmen falsch und ich finde sie richtig.

Kommt halt vor, wenn der Eine etwas richtig findet, das der Andere falsch findet.

;)
 
Was ist eigentlich dein Plan? Ich lese immer nur, dass Impfen nicht hilft, was ist deine Idee? Alle sollen sich anstecken und wer stirbt hat eben Pech gehabt, "survival of the fittest"?
Dass ist ja genau der Punkt. Hätte ich gerne ein antivirales Medikament zum einnehmen sobald ich Corona habe anstatt nur rum zu liegen mit der Hoffnung nicht ins Krankenhaus zu müssen? Natürlich. Sind die meisten von uns zu fett? Bestimmt. Gibt es bei Impfungen auch Risiken? Ja. Wollen die Pharmaunternehmen zuerst mal Geld verdienen? Sowieso! Etc. etc. etc. Aber wenn einem nicht alles egal ist, ist Impfung aktuell eben das einzige was tatsächlich am besten funktioniert.
 
@opalo, @Nicole @Fliegenfänger
Sammelantwort:
- Biontech bei unter 30 Jahren vorgeschrieben. Pat wollen aber unbedingt kein Moderna, was übrigens gleichwertig ist, sondern es muss Comirnaty sein. Daher der Ärger derzeit in den Praxen. Die Bestellung erfolgt über die Bundesregierung und wird nach einem Verteilungsschlüssel an die jeweiligen Bundesländer verteilt.
- Unterschied ambulant und stationär in der Abrechnung:
- ambulante Impfung über BSA abgerechnet egal ob AOK oder Privat
- stationär weitaus komplizierter, weil hier die DRGs greifen. Die stat. Behandlung von Covid erfolgt nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes und ist in der Abrechnung schlecht dotiert. Man kann den Fall upgraden, in dem man den CMI (=Case Mix Index) erhöht und zB die Beatmungszeit verlängert. Durch die Freihaltepauschalen waren viele KHs, die ohnehin in schwerer finanzieller See waren, sagen wir mal nicht unbedingt schlechter gestellt, weil der Tagessatz > 500€ war, was zb in Großkliniken (Universitäten, KH der Maximalversorgung etc.) unterfinanziert ist.
- durch die Coronafälle muss die jeweilige I-Station geteilt werden in einen Infektionsteil und für "normale" Patienten wie nach Tumor-Op etc, Herzinfarkt usw..
Hier kommen die Probleme, weil das Personal für eine I-Station ausgestattet ist. Nun müssen aber im gleichen Haus zwei I-Stationen bedient werden, in dem man aus dem OP oder von den Stationen Personal abzieht, um die I-Station betreuen zu können. Daher kommt es zu Unterversorgungsszenarien, weil eine I-Station im Schichtdienst arbeitet.
Es geht auch nicht um ein Demonstrationsverbot, was im GG verankert ist. Sondern wir erleben im täglichen Wahnsinn, dass die Angehörigen völlig betroffen sich um Oma und Opa in der Beatmung sorgen, die sie selber nicht selten wegen Impfgegnerschaft ungeimpft angesteckt haben. Sie haben kein Problem auf Spaziergängen für ihre Freiheit zu demonstrieren, nehmen aber fordernd eigenverschuldet die Versorgung als Recht in Anspruch. Das wird ihnen auch nicht verwehrt, nur hinterfragen die Ärzte und Pfleger mehrheitlich dieses Tun. Und genau darum geht es.
Das war jetzt sehr kursiv und auf die Schnelle. Sorry.

Ich verstehe es. Ich gehe nicht mal ungetestet zu Schwiegereltern, teste mich regelmäßig und bin 3x geimpft. Gut finde ich es auch nicht, dass Leute ungeimpft zB ihre älteren Verwandten anstecken. Aber damit muss jeder selbst klarkommen.

Für mich bleiben die Demos richtig und wichtig. Es geht um viele Themen. Impfpflicht ist ein Thema, ein anderes ist der Umgang mit Ungeimpften, es geht auch um die Einschränkungen für Geimpfte oder nun aktuell um die Ideen hinsichtlich der Quarantäneregelungen.

Wie gesagt, zu meiner Aussage mit der Triage bei Ungeimpften stehe ich. Da ist mein Denken genauso konsequent wie bei der Organspende…
 
Ich verstehe es. Ich gehe nicht mal ungetestet zu Schwiegereltern, teste mich regelmäßig und bin 3x geimpft. Gut finde ich es auch nicht, dass Leute ungeimpft zB ihre älteren Verwandten anstecken. Aber damit muss jeder selbst klarkommen.

Für mich bleiben die Demos richtig und wichtig. Es geht um viele Themen. Impfpflicht ist ein Thema, ein anderes ist der Umgang mit Ungeimpften, es geht auch um die Einschränkungen für Geimpfte oder nun aktuell um die Ideen hinsichtlich der Quarantäneregelungen.

Wie gesagt, zu meiner Aussage mit der Triage bei Ungeimpften stehe ich. Da ist mein Denken genauso konsequent wie bei der Organspende…
Vernünftige Demos wären mMn auch ok, aber so wie es im Moment abläuft. Fast überall ohne Abgrenzung von Extremen und fast Überall werden Schwurbelthese verbreitet. Das finde ich falsch.

Und selten unter Einhaltung der Maßnahmen und Auflagen.
 
Ich sah da wenig Frustabbau und viel Information.

Ich finde den Kommentar sehr witzig offen gesagt. Vielleicht war es auch genau so (selbst)Ironisch gemeint. Jemand, die hier seit Monaten ihren Frust abbaut, wirft jemandem der sich hier so gut wie überhaupt nicht äußert (und wenn dann sachkundig und objektiv), vor, hier seinen Frust abzubauen. Nicht schlecht.
 
Ich finde den Kommentar sehr witzig offen gesagt. Vielleicht war es auch genau so (selbst)Ironisch gemeint. Jemand, die hier seit Monaten ihren Frust abbaut, wirft jemandem der sich hier so gut wie überhaupt nicht äußert (und wenn dann sachkundig und objektiv), vor, hier seinen Frust abzubauen. Nicht schlecht.

Mal wieder nichts zum Thema beizutragen, aber Hauptsache gegen… Hast Du keinen Friseur, dem Du das erzählen kannst? :facepalm:



@WOMLSascha

Da bin ich voll bei Dir! Ich würde wissentlich niemals bei Rechten, Rechtsradikalen oder Verschwörungstheoretikern mitlaufen. Auch Coronaleugner würde ich nicht unterstützen.

Gegen Maßnahmen demonstrieren bleibt für mich richtig und wichtig. Aber man muss mMn gut hinsehen, wer da unterwegs ist. Und gewalttätig dürfen Demos so oder so nicht werden.
 
Diese sogenannten Spaziergänge sind nicht angemeldet, es gibt keine Versammlungsleiter und friedlich sind sie im übrigen auch sehr oft nicht. (Ich erinnere da mal nur - abgesehen von den Konfrontationen mit der Polizei - an Angriffe auf Pressevertreter.) Es gilt das Versammlungsrecht.
https://www.tagesschau.de/inland/spaziergaenge-101.html
Solche "Spaziergänge" sind also unzulässig und die Teilnehmer begehen Ordnungswidrigkeiten, wenn sie sich nach Aufforderung nicht entfernen. Auch Leute, die öffentlich ihre Ablehnung der Maßnahmen kundtun wollen, haben sich an das geltende Recht zu halten. Es gibt sehr wohl Möglichkeiten, rechtmäßig zu demonstrieren. Dafür muss man aber gewisse Regeln einhalten. Das wollen die "Spaziergänger" aber zumeist gar nicht.
 
Gegen Maßnahmen demonstrieren bleibt für mich richtig und wichtig. Aber man muss mMn gut hinsehen, wer da unterwegs ist. Und gewalttätig dürfen Demos so oder so nicht werden.
Dies passiert ja aber leider nahezu gar nicht nach geltendem Recht. Das was aktuell passiert halte ich für nicht berechtigt und falsch, ich denke darauf spielte @syker1983 an. Viele der aktuelle stattfinden Spaziergänge sind da mMn deutliche eher das was du dem Syker hier unterstellst, nämlich Frustabbau.
 
Vernünftige Demos wären mMn auch ok, aber so wie es im Moment abläuft. Fast überall ohne Abgrenzung von Extremen und fast Überall werden Schwurbelthese verbreitet. Das finde ich falsch.

Und selten unter Einhaltung der Maßnahmen und Auflagen.
Um das Demonstrationsrecht(Artikel 8 GG) ausüben zu können, muss sich natürlich gleichzeitig an das Vermmungsverbot(Anti-mask law), und an die Maskenpflicht gehalten werden.
Das heißt, ein Demonstrant muss sicherstellen, dass er gleichzeitig keine Maske und eine Maske trägt :ugly:
 
Dies passiert ja aber leider nahezu gar nicht nach geltendem Recht. Das was aktuell passiert halte ich für nicht berechtigt und falsch, ich denke darauf spielte @syker1983 an. Viele der aktuelle stattfinden Spaziergänge sind da mMn deutliche eher das was du dem Syker hier unterstellst, nämlich Frustabbau.

Warum hast Du das Bedürfnis, Dich hinsichtlich meiner Aussage zum Frustabbau (Syker) zu äußern? Ist etwas, das Dich nicht betrifft, wo Du nicht angesprochen wurdest und womit Du nichts zu tun hast. Meine Worte betreffen eine Empfindung in einer Sache zwischen mir und ihm und nicht zwischen mir, ihm, Dir und/oder sonst wem.



Und nun zur Sache:

Die Spaziergänge, so wie sie jetzt stattfinden (nicht erlaubt, aggressiv, mit Rechten/Radikalen) verurteile ich. Aber die Idee, eine Demo gegen Maßnahmen als Spaziergang zu organisieren, finde ich gut. Das entzerrt die Menge, man hält besser Abstände ein usw.
 
Um das Demonstrationsrecht(Artikel 8 GG) ausüben zu können, muss sich natürlich gleichzeitig an das Vermmungsverbot(Anti-mask law), und an die Maskenpflicht gehalten werden.
Das heißt, ein Demonstrant muss sicherstellen, dass er gleichzeitig keine Maske und eine Maske trägt :ugly:
Und wieder Unsinnige Argumente...

Gilt die Mund-Nasen-Bedeckungspflicht auch bei Demonstrationen? Was ist dann mit dem Vermummungsverbot?
Versammlungen unter freiem Himmel können trotz des generellen Verbots in Ausnahmefällen erlaubt sein, beispielsweise damit politische Meinungsäußerungen möglich sind. Die Veranstalter müssen dann aber den Schutz vor Infektionen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen. Welche Maßnahmen dies dann sind, ist für jeden Einzelfall und anlassbezogen festzulegen; das Tragen von Masken/Mund-Nasen-Bedeckungen während einer Versammlung kann eine dieser zu ergreifenden Schutzmaßnahmen sein. In einem solchen Fall stellt das Tragen von Gesichtsmasken aus Infektionsschutzgründen aber keinen Verstoß gegen das Vermummungsverbot dar. Etwas anderes gilt nur, wenn deutlich erkenntlich ist, dass die getragene Maske diese Vermummung als primäres Ziel verfolgt.
https://www.niedersachsen.de/Corona...orten-auf-haufig-gestellte-fragen-187161.html
 
Diese sogenannten Spaziergänge sind nicht angemeldet, es gibt keine Versammlungsleiter und friedlich sind sie im übrigen auch sehr oft nicht.
Bei uns standen kürzlich welche nachts mit Fackeln und Bengalos vor dem Haus und brüllten „Widerstand!“ – aber die wollten sicher nur friedlich gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren …
 
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