Corona - generelle Diskussion

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Es ändert eben nichts an der Tatsache, dass Menschen ab einem gewissen Alter an Erkrankungen versterben können, die in jüngerem Alter so weggesteckt werden. Mir ist das bewusst, deswegen schreibe ich es so deutlich. Und es ändert sich nichts, wenn ein naher Angehöriger betroffen ist.

Dass es einem bewusst ist, ist die eine Sache. Bewusst ist es mir auch. Es aber so "neutral" sehen, wie Du es offenbar tust, kann - und wird - nicht jeder. Für mich steckt, wenn ich so einen Beitrag lese, hinter jeder dieser Personen ein Angehöriger oder Freund, der vermisst wird, wenn er nicht mehr da ist. Und genau deshalb bin ich über dem Beitrag deutlich zusammengezuckt - und würde es bei einem vergleichbaren Beitrag auch immer wieder.

Aber wie gesagt, solange Geimpfte sich infizieren, schreibe ich nicht vom Fremdschutz.
Aus meiner Sicht ist der Zusammenhang höhere Impfqute = geringere Inzidenz jetzt schon seit Wochen klar erkennbar. Von daher ist aus meiner Sicht ein gewisser Fremdschutz durchaus gegeben - wenn auch natürlich nicht zu 100 %.

Aber zur Impfpflicht selbst: ich bin gegen solche Pflichten, weil ich nichts davon halte, wenn Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit rechtlich erlaubt werden.
Ich sehe das ähnlich. Allerdings siegt bei mir in der Wertung letzten Endes die Vernunft. Es hat sich ja leider gezeigt, dass sich freiwillig nicht genügend Personen impfen lassen, so dass ich, obwohl es meiner Grundhaltung widerspricht, keine Alternative zu einer Impfpflicht sehe.

Wenn es aber eine Impfpflicht geben sollte, dann bitte für alle. Allerdings hielte ich eine Impfpflicht für Ü60 auch für sinnvoll, da diese Gruppe ja vorwiegend die Intensivstation belasten.
Definitiv für alle. Alles andere gäbe noch mehr Diskussionen und Spaltung und wäre aus meiner Sicht auch nicht argumentierbar. Warum sollte ein fitter Ü 60 Jähriger verpflichtet werden, sich impfen zu lassen, ein vorerkrankter U 30 Jähriger dagegen nicht?
 
Die Ferien in NDS werden nicht vorgezogen. Allerdings können sich die Schüler ab dem 20.12. vom Präsenzunterricht befreien lassen.

Die Regelung ist irgendwie beknackt.
 
Hat jemand hier Erfahrungen mit Boostern in Niedersachsen? Ab 5 Monate nach der Zweitimpfung unproblematisch bei den mobilen Teams? Bei den stationaeren kann ich keine Termine machen weil unter 30 und sie die Biontech Lieferungen nicht garantieren koennen... Ich wuerd auch Moderna nehmen - haette bloss wenig Lust auf lange anstehen, um dann nix zu kriegen weil unter 6 Monate oder unter 30... :denk:
 
Dass es einem bewusst ist, ist die eine Sache. Bewusst ist es mir auch. Es aber so "neutral" sehen, wie Du es offenbar tust, kann - und wird - nicht jeder. Für mich steckt, wenn ich so einen Beitrag lese, hinter jeder dieser Personen ein Angehöriger oder Freund, der vermisst wird, wenn er nicht mehr da ist. Und genau deshalb bin ich über dem Beitrag deutlich zusammengezuckt - und würde es bei einem vergleichbaren Beitrag auch immer wieder.

Ich würde meinen Opa auch vermissen, wenn er an Corona stirbt. Ich vermisse ihn auch, wenn er an Grippe, Erkältung oder Noro stirbt. Ich würde ihn auch vermissen, wäre er vor 2 oder 3 Jahren wegen einer Erkältung, Grippe oder Norovirus-Infektion gestorben.

Vor 2 oder 3 Jahren hättest Du nicht getrauert, weil es nicht Thema war, dass ältere Menschen an teils einfachen Infekten sterben. Das ist nicht als Vorwurf gemeint, nicht falsch verstehen. Vor 2 oder 3 Jahren hätte sich niemand empört, wäre mein Großvater an der Grippe gestorben. Es wurde immer schon so hingenommen. Man hätte gesagt, dass er ein gesegnetes Alter erreicht hat.

Meine Gedanken haben sich gegenüber der letzten 2,3, 5 oder 10 Jahre nicht verändert.

Aus meiner Sicht ist der Zusammenhang höhere Impfqute = geringere Inzidenz jetzt schon seit Wochen klar erkennbar. Von daher ist aus meiner Sicht ein gewisser Fremdschutz durchaus gegeben - wenn auch natürlich nicht zu 100 %.

Seit Wochen haben wir steigende Inzidenzwerte, seit kurzer Zeit gehen die Zahlen runter. Folglich habe ich mir dazu noch kein Urteil gebildet.

Ich sehe das ähnlich. Allerdings siegt bei mir in der Wertung letzten Endes die Vernunft. Es hat sich ja leider gezeigt, dass sich freiwillig nicht genügend Personen impfen lassen, so dass ich, obwohl es meiner Grundhaltung widerspricht, keine Alternative zu einer Impfpflicht sehe.

Dass sich nicht genügend Menschen freiwillig impfen ließen, führe ich weiterhin auf die schlechte Impfkampagne zurück und sehe dort viele Fehler in der Politik. Ausführlich habe ich dies ja an anderer Stelle aufgeführt.

Aber hier gehen unsere Meinungen halt auseinander.

Definitiv für alle. Alles andere gäbe noch mehr Diskussionen und Spaltung und wäre aus meiner Sicht auch nicht argumentierbar. Warum sollte ein fitter Ü 60 Jähriger verpflichtet werden, sich impfen zu lassen, ein vorerkrankter U 30 Jähriger dagegen nicht?

Das mache ich an der Menge jener abhängig, die auf Intensivstation liegen. Den Zahlen des RKI entnehme ich, dass doppelt so viele Leute Ü60 auf Intensiv liegen. Ü60-Verstorbene sind es 1447 vs. 114. Ich mache es halt an den Zahlen fest.

Gegenfrage:
Ich könnte ja genauso die Gegenfrage stellen, warum sich ein fitter und gesunder junger Mensch zur Impfung verpflichtet werden soll, obwohl dieser gemäß allergrößter Wahrscheinlichkeit das Gesundheitssystem nicht belasten wird?

Folge:
Es wird jeder einen guten Grund vortragen können, warum er selbst nicht aber wer anders zu impfen ist (und umgekehrt).
 
Zuletzt bearbeitet:
steigende Inzidenzwerte (...) Folglich habe ich mir dazu noch kein Urlaub gebildet.


Sehr schöner Freud'scher :D

Ich könnte ja genauso die Gegenfrage stellen, warum sich ein fitter und gesunder junger Mensch zur Impfung verpflichtet werden soll, obwohl dieser gemäß allergrößter Wahrscheinlichkeit das Gesundheitssystem nicht belasten wird?

Klar kannst du das fragen, für dich geht es ja auch nicht um den Schutz anderer, wie du weiter oben noch mal explizit bestätigt hast.
 
Aus meiner Sicht ist der Zusammenhang höhere Impfqute = geringere Inzidenz jetzt schon seit Wochen klar erkennbar. Von daher ist aus meiner Sicht ein gewisser Fremdschutz durchaus gegeben - wenn auch natürlich nicht zu 100 %.

Wenn es da schon an der Logik hapert, wird es generell schwer ergebnisoffen zu diskutieren. Denn niedrige Impfquote, mehr verpflichtende Test (AN) ..höhere Inzidenz. Da ist eine Kausalität.

Die Hospitalizierungsrate ist da besser geeignet um Muster zuerkennen.
 
Was glaubst du warum viele Politiker und Wissenschaftler rund um den Globus über eine Impfpflicht nachdenken ? Nur wegen dem Eigenschutz ?

Ob die Politiker weltweit nur wegen des Eigenschutzes über eine Impfpflicht nachdenken, ist nicht Teil meiner Argumentation. Es ging darum, was ich finde und was meine Einstellung ist.

Zumal Wissenschaftler wie Drosten und Streeck ja klar darauf hinweisen, dass die Infektionen, sprich die Pandemie, keine Pandemie der Ungeimpften ist. Und da es nach wie vor darum geht, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, spreche ich deutlich von Eigenschutz und wenig von Fremdschutz.
 
Ob die Politiker weltweit nur wegen des Eigenschutzes über eine Impfpflicht nachdenken, ist nicht Teil meiner Argumentation. Es ging darum, was ich finde und was meine Einstellung ist.

Ok, du läßt dich nicht locken, bzw. die wahren Hintergründe wird man wohl so nicht erfahren ;)

Zumal Wissenschaftler wie Drosten und Streeck ja klar darauf hinweisen, dass die Infektionen, sprich die Pandemie, keine Pandemie der Ungeimpften ist

Ist korrekt, es ist keine Pandemie der Ungeimpften. Aber die Hauptantreiber sind sie trotzdem.
Ich hoffe nicht das du deine Infos von irgendwelchen 3-4 minütigen Drosten-YouTube clips hast, denn diese sind meist total aus dem Zusammenhang
gerisssen. Die Podcasts von Drosten gehen meist ne Stunde oder länger. Wenn man da mal genau zuhört, dann erfährt man wie hoch der Stellenwert
"keine Pandemie der Ungeimpften" einzuordnen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bin urlaubsreif und schaue entsprechend. Mein Handy kennt mich zu gut. Sollte natürlich Urteil heißen…

Klar kannst du das fragen, für dich geht es ja auch nicht um den Schutz anderer, wie du weiter oben noch mal explizit bestätigt hast.

Es ist halt ne Gegenfrage passend zur mir gestellten Frage.
 

Ok, nimmst du mich wörtlich mit "rund um den Globus" hast du Recht. Dann nimm es halt als Metapher. Politik und Wissenschaften sind
sich größtenteils einig das es nur mit hoher Impfquote aus der Pandemie raus in die Endemie geht, alles andere würde zu viele Tote bringen
und andauernde lockdowns machen alles kaputt.
Und dann darfst die Länder nicht vergessen wo über Impfpflicht gar nicht diskutiert werden muss, weil die Quote auch so schon hoch ist.
 
Dass sich nicht genügend Menschen freiwillig impfen ließen, führe ich weiterhin auf die schlechte Impfkampagne zurück und sehe dort viele Fehler in der Politik. Ausführlich habe ich dies ja an anderer Stelle aufgeführt.
Wenn das der wesentliche Grund sein sollte, wie erklärst Du Dir dann die hohe Impfbereitschaft z. B. in Bremen und die geringe Impfbereitschaft z. B. in Sachsen? Die Impfkampagne war doch überall gleich gut (oder aus Deiner Perspektive gleich schlecht). Wenn es vor allem an der Impfkampagne läge, dürfte es aus meiner Sicht die signifikanten Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht geben.

Gegenfrage:
Ich könnte ja genauso die Gegenfrage stellen, warum sich ein fitter und gesunder junger Mensch zur Impfung verpflichtet werden soll, obwohl dieser gemäß allergrößter Wahrscheinlichkeit das Gesundheitssystem nicht belasten wird?

Folge:
Es wird jeder einen guten Grund vortragen können, warum er selbst nicht aber wer anders zu impfen ist (und umgekehrt).

Meine Frage bezog sich auf Deine Idee, Impfpflicht nur für Ü 60, die aus meiner Sicht nicht zielführend ist, gerade weil das Fettgedruckte aus Deinem Zitat zutreffend ist. Aus meiner Sicht ist nur eine Impfpflicht für alle zielführend.
 
Heute morgen stand bei uns in der Zeitung, das im Uniklinikum 8 von 10 Intensivpatienten nicht geimpft seien. Viele schwindeln, sie wären geimpft und erst wenn der Tubus eingeführt werden soll, beichten sie, das nicht. Viele müssten nicht dort sein, hätten sie sich impfen lassen.
Sich impfen und boostern lassen sei der einzige Weg aus der Pandemie.
 
Wenn das der wesentliche Grund sein sollte, wie erklärst Du Dir dann die hohe Impfbereitschaft z. B. in Bremen und die geringe Impfbereitschaft z. B. in Sachsen? Die Impfkampagne war doch überall gleich gut (oder aus Deiner Perspektive gleich schlecht). Wenn es vor allem an der Impfkampagne läge, dürfte es aus meiner Sicht die signifikanten Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht geben.

Jedes Bundesland fährt eine etwas andere Impfkampagne. In Bremen hat man vieles richtig gemacht:

- mehrere Impfzentren (teilweise ohne Termin)
- Impftrucks zwecks niederschwelliger Impfangebote
- Schwerpunkte in strukturschwachen Gebieten gesetzt
- Impfbusse und Impftrucks im Einsatz
- Impfungen vor Fußballspielen von Werder
- ehrlicher rüberkommender OB, der die richtigen Worte findet
- Zusammenarbeit auch mit den Arztpraxen
- Gute Orga und Abstimmung mehrerer Instanzen

Sachsen hat das wohl nicht. Da impfen Ärzte zu wenig (im Sommer 2300 von möglichen 4000 Praxen). Ich weiß nicht, ob Sachsen viele niederschwellige Angebote hat (zB vor Stadien, in Brennpunktstadtteilen usw.) Darüber ist leider nichts zu lesen.

Meine Frage bezog sich auf Deine Idee, Impfpflicht nur für Ü 60, die aus meiner Sicht nicht zielführend ist, gerade weil das Fettgedruckte aus Deinem Zitat zutreffend ist. Aus meiner Sicht ist nur eine Impfpflicht für alle zielführend.

Bei einer Impfpflicht ist es aber doch nicht wichtig, ob jemand sich impfen lassen will. Es ist doch Pflicht. Und wenn es bei Ü60 Pflicht ist, haben sie nur eine Wahl: impfen oder bezahlen. Die Diskussion gäbe es ja nicht. Wenn Ü60 aufgrund der Impfung nicht mehr auf der Intensivstation landet, stellt das eine große Entlastung daher. Daher spreche ich von zielführend. Ich teile daher Deine Einschätzung diesbezüglich nicht.
 
Der Einstieg in die Impflicht ist getan. In Pflegeeinrichtungen wurde heute im Bundestag mit einer breiter Mehrheit eine Impflicht für alle Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen beschlossen. Nun weiß ich nicht ob der Bundesrat auch schon zugestimmt hat, aber das werden die auch tun.

Auf Dauer wird man über eine Allgemeine Impfpflicht nicht herum kommen. Wenn in Ländern wie Sachsen die Impfquote weiter unten bleibt. Ansonsten werden wir nie mit dem Virus leben können.
 
Jedes Bundesland fährt eine etwas andere Impfkampagne. In Bremen hat man vieles richtig gemacht:

- mehrere Impfzentren (teilweise ohne Termin)
- Impftrucks zwecks niederschwelliger Impfangebote
- Schwerpunkte in strukturschwachen Gebieten gesetzt
- Impfbusse und Impftrucks im Einsatz
- Impfungen vor Fußballspielen von Werder
- ehrlicher rüberkommender OB, der die richtigen Worte findet
- Zusammenarbeit auch mit den Arztpraxen
- Gute Orga und Abstimmung mehrerer Instanzen

Sachsen hat das wohl nicht. Da impfen Ärzte zu wenig (im Sommer 2300 von möglichen 4000 Praxen). Ich weiß nicht, ob Sachsen viele niederschwellige Angebote hat (zB vor Stadien, in Brennpunktstadtteilen usw.) Darüber ist leider nichts zu lesen.



Bei einer Impfpflicht ist es aber doch nicht wichtig, ob jemand sich impfen lassen will. Es ist doch Pflicht. Und wenn es bei Ü60 Pflicht ist, haben sie nur eine Wahl: impfen oder bezahlen. Die Diskussion gäbe es ja nicht. Wenn Ü60 aufgrund der Impfung nicht mehr auf der Intensivstation landet, stellt das eine große Entlastung daher. Daher spreche ich von zielführend. Ich teile daher Deine Einschätzung diesbezüglich nicht.


Ich habe darüber letztens mit meiner Schwester und meiner Mutter geredet. Beide wohnhaft in Sachsen. Scheinbar hat es solche Angebote nicht in dem Maße gegeben. Auch die Impfung meiner Eltern lief ganz anders ab, als die meiner Schwiegereltern in Niedersachsen. Meine Schwiegereltern bekamen die "Einladung" zur Impfung zugeschickt. Meine Eltern mussten sich darum aktiv selbst kümmern. Unter anderem deswegen wurden sie auch um einiges später geimpft. Genauso hat meine Familie nichts von Impfbussen und ähnlichem mitbekommen. Das hat man in Bremen um ein vielfaches besser gemacht und so sehr in Bremen einiges schief läuft, aber das mit dem Impfen haben sie extrem gut hinbekommen. Ich hoffe das setzt sich beim boostern jetzt fort.
 
Ich habe darüber letztens mit meiner Schwester und meiner Mutter geredet. Beide wohnhaft in Sachsen. Scheinbar hat es solche Angebote nicht in dem Maße gegeben. Auch die Impfung meiner Eltern lief ganz anders ab, als die meiner Schwiegereltern in Niedersachsen. Meine Schwiegereltern bekamen die "Einladung" zur Impfung zugeschickt. Meine Eltern mussten sich darum aktiv selbst kümmern. Unter anderem deswegen wurden sie auch um einiges später geimpft. Genauso hat meine Familie nichts von Impfbussen und ähnlichem mitbekommen. Das hat man in Bremen um ein vielfaches besser gemacht und so sehr in Bremen einiges schief läuft, aber das mit dem Impfen haben sie extrem gut hinbekommen. Ich hoffe das setzt sich beim boostern jetzt fort.

Dann war meine Wahrnehmung ja gar nicht falsch…

Das ist schon heftig, aber es kommt ja nicht von ungefähr.
 
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