Moin, ja, Frage beantwortet, danke.
Ich lehne allerdings, so sehr ich die Impfung auch befürworte, eine Pflicht ab. Der Gedanke, dass Leuten unter welchen Umständen auch immer Spritzen in den Arm gejagt werden, um die Pflicht durchzusetzen, lässt mich schütteln. So ein Szenario widerstrebt meinem Gedanken von Grundrechten des Einzelnen zutiefst.
Ich möchte auch keinen Staat, der mir eine Entscheidung vorgibt, nur um einer eventuellen Spaltung der Gesellschaft vorzubeugen. Tatsächlich glaube ich, dass das nicht funktioniert, und dass die Spaltung bei einer Impfflicht eher noch größer wäre. Denn damit werden ja diejenigen nicht überzeugt, die sich nicht freiwillig impfen lassen wollten.
Wer sich nicht impfen lassen möchte, soll es lassen. Nur möge er dann bitte auch mit den Konsequenzen leben, die dann ggf. kostenpflichtige Tests, eventuell keine Lohnfortzahlung, Ausgrenzung bei bestimmten Veranstaltungen, geübte (sachliche) Kritik oder was auch sonst sein können. Allein darum geht es mir.
@opalo , jetzt haben wir eine Basis.
Du meinst, dass jeder, der sich nicht impfen lassen will, sein Recht auf die freie Entscheidung ausüben können sollte.
Weil es eben keine gesetzlich bindende Pflicht gibt.
Dem stimme ich zu.
Du schreibst aber auch, dass Du keinen Staat haben möchtest, der Dir eine Entscheidung vorgibt.
Bei einer so schweren Pandemie willst Du es also nicht ???!!!
Wenn Du so herangehst, mal die Gegenfrage.
Wo willst Du es dann, wo würdest Du es akzeptieren?
Es gibt zig Gesetze, wo jedem Menschen Entscheidungen aufgezwungen werden, die ein Teil als Zwang betrachten.
Wofür sind Gesetze sonst da, um nicht für allgemein gültige Lebensformen einer Gesellschaft zu sorgen?
Ich muss Dir wohl nicht erklären, dass ein soziales Miteinander ohne gesetzliche Regelungen, praktisch nicht möglich wäre.
Speziell in Deutschland wird, sorry, jede noch so kleine Scheiße gesetzlich reglementiert.
Manche finden Gesetz A gut, manche finden es beschissen, es setzt sich mit Gesetz B ff. so fort.
Einzuhalten sind alle Gesetze, ob sie einen persönlich gefallen oder nicht!
Und genau bei einer solchen weltweiten Pandemie wird dem Bürger die Entscheidung überlassen.
Soll sie d.M.n. überlassen werden.
Selbst so banale Dinge, wie das Rauchverbot im öffentlichen Räumen ist erfreulicherweise geregelt.
Weil es sich dabei darum handelt, dass Rauchen, sowohl bei aktiven als auch passiven Rauchern schwere Atemswegerkrankungen nach sich ziehen können.
Es ist von der Schwere zwar nicht ganz vergleichbar oder doch?
Könnte sein, denn es ist ebenso eine Atemswegerkrankung und es ist eine weltweite Sache.
Und es "erwischt" auch Menschen, die NICHT rauchen.
Irgendwie ist es also doch vergleichbar.
Bei einer so erheblichen und gefährlichen Pandemie soll d.M.n. auf die Freiwilligkeit und Überzeugung gesetzt werden?
Es wird immer Menschen geben, die, wenn sie nicht überzeugt sind, Freiwilligkeit nicht leben.
Nicht nur auf Corona bezogen.
Auch bei meinem Beispiel mit dem Rauchverbot, lief es nicht anders.
Freiwillig verzichteten damals die Raucher nicht auf ihre "Lulle".
Erst die gesetzliche Regulierung brachte den Erfolg.
Und nun noch etwas dazu, dass Kritiker die Impfunwilligen beschimpfen, stigmatisieren, das Verhalten als asozial bewerten.
DAS ist jedem sein gutes Recht.
Nur ist (nicht direkt auf Dich bezogen, sondern generell gemeint), diese Kritik DANN scheinheilig, wenn man Freiwilligkeit befürwortet, deren Nutzung dann verurteilt.
Ganz besonders bei so einem "Riesending", wie die Pandemie.
Gegenwärtig werden kaum noch Freiwillige gezählt, die sich noch impfen lassen wollen.
Die Gruppe der Impfunwilligen bleibt mithin nahezu gleich.
Wer glaubt, dass sich das auf Basis von Freiwilligkeit ändert, ist, sorry, m.M.n. ein Narr.
Wer, mit Wissen, dass das so ist, weiterhin für Freiwilligkeit votiert, lebt in einer Utopieblase.
Freiwilligkeit stößt nämlich IMMER und in jedem Lebensbereich an Grenzen.
Sonst bräuchte man keine Gesetze.
Wenn denn die pandemische Situation so gegeben ist, wie es z.B. das RKI einschätzt, gibt es m.M.n. gar keine andere Möglichkeit, als per Gesetz DEN Teil von Menschen zum Impfen zu bringen, die diese ablehnen.
Für mich wäre es dann für die BR sogar eine Pflicht.
Macht sie aber nicht!!!
Mich würde das WIRKLICHE Warum mehr als riesig interessieren.
So lange jedoch die Freiwilligkeit besteht, sollte man sie ganz einfach respektieren.
Und sich diese Beschimpfungen, Stigmatisierungen, etc. verkneifen.
Denn damit ändert man nichts.
Man sät höchstens noch weiteren Missmut bei denen, die man glaubt damit zu einem anderen Handeln bewegen zu wollen.
Es sei denn, man benötigt diese Beschimpfungsorgien zur Beruhigung seiner eigenen Hilflosigkeit daran nichts ändern zu können.