Ich brech jetzt mal eine Lanze für Boro: Er ist einer der flexibelsten Mittelfeldspieler ligaweit. Er kann fast alle Positionen spielen. Er ist sicherlich nicht der geborene Sechser, aber:
- er hat die Position noch nie in Form einer Doppelsechs gespielt und daher kann man gar nicht wissen, ob und wie sowas funktioniert
- er kann auf beiden Seiten der Halbposition spielen
- er kann OM spielen
Das ist genau das Anforderungsprofil, welches Schaaf immer wieder bevorzugt - ein hohes Maß an Flexibilität. Das sieht man auch, wenn man sich die übrigen MF-Spieler anschaut: Özil, Frings, Jensen, Vranjes, Niemeyer. Alles Leute, die eben nicht positionsgebunden sind. Es müssen immer wieder verletzungsbedingt Leute ersetzt werden, die Positionen müssen ausgetauscht werden und es wird auch nicht ein starres System gespielt werden. Was erwartet ihr denn? Dass dort ein MF-Spieler steht und pausenlos die Gegner vor der Abwehr abgrätscht? So definiert Schaaf nicht sein System - alle müssen alles tun. So war es doch immer.
Ich denke, der eine oder andere User hier, verrennt sich in der Annahme, jeder Spieler hätte nur eine Aufgabe zu erledigen. Und was wirklich nervt, ist dieses Abwatschen von Leuten, sie zu stigmatisieren und einfach in irgendeine Schublade zu stecken - wo sie nachgewiesenermaßen überhaupt nicht hineingehören. Borowski hat schon mehr als einmal bewiesen, was für ein überragender Fußballer er sein kann - wenn bei ihm Form und Einstellung stimmen. Zugegebenermaßen lief es die letzten eineinhalb Jahre bei uns überhaupt nicht mehr und er nahm den Kampf überhaupt nicht an - verließ sich darauf, dass er ohnehin immer wieder vom Trainer aufgestellt würde - was im Allgemeinen ja auch zutreffend war.
Meine Hoffnung ist, dass er nach dem einen Jahr Bayern München geläutert ist und wissen wird, worum es geht. Nochmal: Ich sehe ihn nicht als idealen Sechser. Aber als flexibel einsetzbaren Spieler. So übel, wie er hier gemacht wird, ist er ganz sicher nicht.
Sorry für OT.