Ich bin kein Freund von diesen Diskussionen um gestandene Führungsspieler. Es wird im Misserfolgsfall gerne ein Typus dieser Art eingefordert. Wir haben doch unlängst bei der Nat11 gesehen, was und wie sich diese Spieler eingebracht haben! Nämlich gar nicht.
In der jetzigen Gesellschaft werden eher flache Hierarchien eingefordert, wie sie ein FK vorgelebt hat. Das ersetzt aber nicht im mindesten die Kompetenz. Und hier liegt das Problem bei Werder. Kernkompetenz zeigt sich nicht darin, als GF Sport messianisch einem sichtlich überforderten Trainer in den Untergang zu folgen, sondern stattdessen rechtzeitig die Reißleine zu ziehen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
FB ist in seiner Vita dem Unangenehmen ausgewichen, vgl. als Kapitän 2004 wollte er nicht die Verhandlungen im Doublejahr über die Prämien führen. Das musste Frings übernehmen. FB meint auch, den größtmöglichen Konsens erzielen zu müssen und ordnet diesem nahezu Alles unter. Er war und ist kein Geschäftsführer, sondern sieht sich eher als ein verlängerter Arm der Geschäftsführung. Sicherlich sympathisch vom Wesen her, aber in seinem Aufgabenbereich hoffnungslos überfordert.
Das Prekäre bei Werder ist, dass es dem ASR und wohl auch MB irgendwie bewusst ist, aber der vorgegebene Werderweg mit der Buddy-Company eine Änderung nicht vorsieht. Dieses Verhalten geht u.a. auf die alte Garde WL, KDF und MM zurück, die sich jetzt wieder in den Vordergrund spielen.
Werder wandelt schon seit über 10 Jahren am Abgrund und nun ist es halt passiert. Dieser Verein unterliegt dem Selbstbetrug mit fortwährender nostalgischer Verklärung. Kurzfristige Siegesserien von Nouri oder auch FK haben den Blick auf das Gesamte verstellt. Am 5.9. wird sich daran nichts ändern.