Corona - generelle Diskussion

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Das Aberwitzige an der Entwicklung der Pandemie und wie damit umgegangen wird, bringt dieser Satz m.E. sehr treffend zum Ausruck: "There is no glory in prevention", sinngemäß: Prävention bringt keinen Ruhm. In übersteigerter Form führt das bei manchen Menschen zum sogenannten Präventions-Paradox: 'Wozu Maßnahmen, die Fallzahlen sind doch so niedrig?!" Und das sind sie (wieder) - genau wegen dieser Maßnahmen.
So sehr ich den Wunsch nach Normalität nachvollziehen kann, so wenig glaube ich (für die nächsten 12 - 24 Monate) an eine Normalität ohne AHA +L und (Auffrischungs-)Impfungen.

Abstand + Maske + Impfen. Sehe ich auch so, vertrete ich so und diskutiere darüber jeden Tag mit Kollegen, die sich nicht mehr dran halten wollen.
Damit man einen Hauch von Normalität bekommt.

Denn:
Die Leute sind häufig müde und ausgebrannt.
Wenn ich mich selbst nehme z.B.
Habe meinen Opa letztes Jahr genau 2x gesehen - einmal auf meiner Hochzeit, einmal auf seiner Beerdigung.
Man solte ja die Alten nicht treffen, nicht besuchen, keiner wusste irgendwas, nur das die Alten in Gefahr sind.
Und da man ihn nicht einem Risiko aussetzen wollte, da ich halt täglich viele Leute treffe, ist in der Speditionswelt nunmal so und da ich von seiner Erkrankung nichts wusste, sonst wärs mir egal gewesen.

Dazu kam im Winter eine extrem unsichere Zukunft. Auslaufender Vertrag, keine Info ja nein, weil nicht sicher wie die Auftragslage ist.
Bei Bewerbungen nur zu hören bekommen: Ne, aktuell nicht. Corona, da holen wir keine Leute von außen.
Jau. Was meinst du, wie es mir unterm Strich geht?
Ich jammere nicht, ich/wir hatte unterm Strich bis jetzt Glück - was Arbeit und das Materielle angeht, aber das ist nun mal nicht alles.

Noch dazu, meine Frau hat Depressionen, aktuell zwar nicht, aber sie stand im Winter dicht davor, wieder da reinzurutschen.
Der Glaube an den Sommerurlaub hat da gut geholfen, der steht nächste Woche an.
2 Wochen Dänemark.


Was ich unterm Strich sagen will:
Ja verdammt, auf Mutationen muss man aufpassen und Maske tragen, Abstand halten, Impfen und Testen - JA.
Aber gebt und lasst den Leuten einen Hauch von Licht am Ende des Tunnels und macht da keinen Güterzug draus - langsam reicht es einfach mal.
Draußen scheint die Sonne, und die Experten setzen Corona mittlerweile auch quasi mit Grippe gleich, in der Hinsicht da der Virus nie wieder verschwinden wird - nicht in Auswirkungen.
Damit muss man jetzt halt als Menschheit leben, ist halt so. Krankheiten gabs immer und wirds immer geben - ist halt Natur.
 
dann also in Kauf nehmen wieder über Monate eingesperrt zu sein ?? Leute guckt euch mal um, selbst vor der Haustür kann man entspannen, Malle ist nicht alles. Sicher eine schöne Insel fernab vom Ballermann, aber ein einziges mal kürzer treten geht nicht ? Für 1-2 Wochen Urlaub i Sommer sich wieder einsperren lassen, verstehe wer will. Ich kapiere es leider nicht!
Wie gesagt, ich würde nur geimpft fliegen und auch nicht in eine Riesenanlage. Pauschalreisen mit Pool und all inclusive etc waren noch nie meins. Aber weg aus Deutschland möchte ich zum Herbst hin tatsächlich, weil ich echt nach 1,5 herausfordernden Jahren etwas ganz anderes brauche. Und das finde ich auch nicht verwerflich.
 
Wenn die Infektionslage einerseits und meine Impflage andererseits es zulassen würden, würde ich einen Teil des grau-tristen Novembers gerne wieder in Kambodscha verbringen.
Da hätte ich zu viele Bedenken, auch wenn das noch ein Wunschziel von mir ist. Mir schwebt da doch eher Europa vor, Rundreise Südspanien zB... Aber auch das nur, wenn es sinnvoll machbar ist, Quarantäne o.ä brauche ich nicht.
 
Falls du es dorthin schaffst: Sihanoukville am Golf von Thailand ist seit 4 Jahren eine riesige dreckige Baustelle, mehr als 100 (chinesische) Casinos haben sie da aus dem Boden gestampft - kann ich nur als Durchgang zur sehr schönen Insel Koh Rong empfehlen. Und unbedingt Siem Reap/Angkor Wat. Leih dir einen Roller für circa 6$/Tag. Und ja, Bedenken habe ich auch, deshalb im Konjunktiv. ;)
 
Wie gesagt, ich würde nur geimpft fliegen und auch nicht in eine Riesenanlage. Pauschalreisen mit Pool und all inclusive etc waren noch nie meins. Aber weg aus Deutschland möchte ich zum Herbst hin tatsächlich, weil ich echt nach 1,5 herausfordernden Jahren etwas ganz anderes brauche. Und das finde ich auch nicht verwerflich.
es ist auch absolut nicht verwerflich, bitte nicht falsch verstehen. Ich denke mir nur, wenn wir es wiederholen wie im letzten Jahr, sind wir im Herbst wieder da, wo wir mal waren. Man braucht nur nach Großbritannien schauen, da gehen die Zahlen täglich wieder höher, das obwohl die anfangs mit dem Impfen echt schnell gewesen sind.
 
Falls du es dorthin schaffst: Sihanoukville am Golf von Thailand ist seit 4 Jahren eine riesige dreckige Baustelle, mehr als 100 (chinesische) Casinos haben sie da aus dem Boden gestampft - kann ich nur als Durchgang zur sehr schönen Insel Koh Rong empfehlen. Und unbedingt Siem Reap/Angkor Wat. Leih dir einen Roller für circa 6$/Tag. Und ja, Bedenken habe ich auch, deshalb im Konjunktiv. ;)
Früher oder später schaffe ich es dahin :) Und bei nochmal Vietnam sag ich auch nicht nein. Wird schon wieder irgendwann...

@Slipringbody - da spielt bei mir auch noch etwas rein. Wenn ich reise, dann gerne in kleinen Gruppen und kleinen Unterkünften. Dabei wechselt man immer das ein oder andere Wort mit den Menschen, die sie betreiben, mit den Reiseleitern sowieso. Und dann sieht man schnell, wie viele Existenzen am Tourismus hängen, gerade in Teilen Afrikas oder Asiens. Ich möchte nicht wissen, wie die letzten 1,5 Jahre ohne Touristen und ohne Einkommen für sie alle waren. Auch das ist Teil der Medaille, weswegen mir überlegt Reisen genauso am Herzen liegt wie wieder regelmässig Geld in der Gastronomie zu lassen.
 
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es ist auch absolut nicht verwerflich, bitte nicht falsch verstehen. Ich denke mir nur, wenn wir es wiederholen wie im letzten Jahr, sind wir im Herbst wieder da, wo wir mal waren. Man braucht nur nach Großbritannien schauen, da gehen die Zahlen täglich wieder höher, das obwohl die anfangs mit dem Impfen echt schnell gewesen sind.

Wobei es da doch wohl die Ungeimpften trifft, die Infektionen kann man hauptsächlich auf Schulen und Events zurückführen. Drosten spricht von der "Impflücke".(https://www.welt.de/politik/deutsch...en-in-Deutschland-mit-der-Delta-Variante.html) Eine Altersgruppe im Übrigen, für die Covid kaum tödlich ist und schwere Verläufe selten sind (https://de.statista.com/statistik/d...s-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/, hier auf Deutschland bezogen 101 Todesfälle in 1,5 Jahren bei den unter 30jährigen).
Was mich auch stutzig macht: warum sind die Zahlen in Indien so schnell so krass zurückgegangen? Das liegt bestimmt nicht an der dortigen Impfkampagne oder Lockdowns, die in Indiens Slums ganz gewiss nicht durchsetzbar sind. Herdenimmunität? Hat da jemand Erklärungen im Netz gefunden? Ich bisher nicht. Es war nur auffällig, dass über Indien selbst kaum noch berichtet wird, in kaum einer Zeitung und nicht in den Öffis. Wäre doch eine hübsche positive Schlagzeile: "Das indische Wunder" oder so. Stattdessen nur "Delta auf dem Vormarsch." In Indien selbst zumindest nicht.
 
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Früher oder später schaffe ich es dahin :) Und bei nochmal Vietnam sag ich auch nicht nein. Wird schon wieder irgendwann...

@Slipringbody - da spielt bei mir auch noch etwas rein. Wenn ich reise, dann gerne in kleinen Gruppen und kleinen Unterkünften. Dabei wechselt man immer das ein oder andere Wort mit den Menschen, die sie betreiben, mit den Reiseleitern sowieso. Und dann sieht man schnell, wie viele Existenzen am Tourismus hängen, gerade in Teilen Afrikas oder Asiens. Ich möchte nicht wissen, wie die letzten 1,5 Jahre ohne Touristen und ohne Einkommen für sie alle waren. Auch das ist Teil der Medaille, weswegen mir überlegt Reisen genauso am Herzen liegt wie wieder regelmässig Geld in der Gastronomie zu lassen.
Wir waren 2019 in St. Petersburg unterwegs mit einer Kleingruppe (6 Pers.). Das Büro unterhält mehrere Wagen, jeweils mit Fahrer und Tourguide.
Wenn man dann Gelegenheiten nutzt, sich mit den Leuten zu unterhalten, erfährt man, wieviele Menschen dort vom Tourismus leben. Es sind neben den genannten ja auch noch Bootsführer mit Personal, Restaurants, Sehenswürdigkeiten etc., der ganze Rattenschwanz hintendran.
Aber das ist hier an der Küste nicht anders. Keine Gäste, keine Vermietung, kein Restaurant etc., der ganze Rattenschwanz hintendran.
Wir arbeiten daran, das sich das bessert, wenn man uns lässt :D
 
Wobei es da doch wohl die Ungeimpften trifft, die Infektionen kann man hauptsächlich auf Schulen und Events zurückführen. Drosten spricht von der "Impflücke".(https://www.welt.de/politik/deutsch...en-in-Deutschland-mit-der-Delta-Variante.html) Eine Altersgruppe im Übrigen, für die Covid kaum tödlich ist und schwere Verläufe selten sind (https://de.statista.com/statistik/d...s-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/, hier auf Deutschland bezogen 101 Todesfälle in 1,5 Jahren bei den unter 30jährigen).
Was mich auch stutzig macht: warum sind die Zahlen in Indien so schnell so krass zurückgegangen? Das liegt bestimmt nicht an der dortigen Impfkampagne oder Lockdowns, die in Indiens Slums ganz gewiss nicht durchsetzbar sind. Herdenimmunität? Hat da jemand Erklärungen im Netz gefunden? Ich bisher nicht. Es war nur auffällig, dass über Indien selbst kaum noch berichtet wird, in kaum einer Zeitung und nicht in den Öffis. Wäre doch eine hübsche positive Schlagzeile: "Das indische Wunder" oder so. Stattdessen nur "Delta auf dem Vormarsch." In Indien selbst zumindest nicht.
https://www.spiegel.de/ausland/coro...ppheit-a-ea1fdcfa-8ecd-4283-b26d-4583f5e29f45

Im letzten Satz des Artikels, der ansonsten Uganda und Namibia behandelt, steht lapidar, es liegt am Impfen, dass der Ausbruch in Indien eingedämmt wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so simpel ist.....
 
Lauterbach bestätigt Streeck bzgl der Saisonalität der Verbreitung von Coronaviren ( die man auch in diesem Jahr hervorragend beobachten kann):
https://www.welt.de/vermischtes/art...-Zahlen-Hendrik-Streeck-hatte-voll-recht.html

Ich vermute es macht ihm sogar ein klein wenig Spaß zu sagen: ja, in diesem einen Punkt hatte der Streeck sogar mal recht. Ansonsten frage ich mich wieso man den überhaupt noch irgendwo erwähnt. Da zahlt sich vermutlich die Diekmann-Connection aus.
 
Wer die Zahlen herausgibt, hat die Deutungshoheit, aber das wäre auch zu simpel.......:rolleyes:

Zahlen sind erst mal nur zahlen. Was genau meinst du? Was "delta" angeht, so müssen wir ja nur nach England schauen.

Edit: wer lesen kann ist klar im Vorteil, du meinst das mit dem impfen in Indien. Aber das ist ja ein Zitat. Ich nehme an, das wird nicht völlig aus der Luft gegriffen sein. Aber sicherlich auch nur ein Aspekt.
 
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https://www.spiegel.de/ausland/coro...ppheit-a-ea1fdcfa-8ecd-4283-b26d-4583f5e29f45

Im letzten Satz des Artikels, der ansonsten Uganda und Namibia behandelt, steht lapidar, es liegt am Impfen, dass der Ausbruch in Indien eingedämmt wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so simpel ist.....
Nee, ich auch nicht. Da müssten die ja ein unfassbares Impftempo vorgelegt haben, wenn man am 07.Mai noch mehr als 400.000 Fälle an einem Tag hatte und nun nur noch etwas über 70.000. Und die Zahlen kann man auch nicht solcherart frisieren, dann bliebe noch immer das Chaos in den Kliniken und die Toten im Ganges. Darüber würde hier berichtet werden, da bin ich sicher. Ich habe keine Erklärung und keine gehört bisher, deswegen frage ich ja hier, ob irgendwo die Gründe für den Rückgang genannt worden sind. Würde mich wirklich interessieren.
Edit: in Indien wird schon sehr viel geimpft, aber auch bei einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden. Beide Impfungen haben erst 3,6 % der Bevölkerung, ein Impfung ca 15% erhalten. Das scheidet als Erklärung also aus, der Spiegel spekuliert da schlicht ins Blaue hinein ohne jedwede Recherche offensichtlich, bei Google kann man das in weniger als einer Minute herausfinden.
 
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