Ich springe mal gleich zum Thema Glaubenssätze (GL). Unter AR WL war Geiz und Sparsamkeit angesagt. Die GL diesbezüglich scheinen immer noch in den Köpfen zu geistern. Mit Carlos Alberto wolle man auch mal die Kohle aus dem Fenster hauen und dies ging gründlich schief. Ergebnis GL in Bezug auf Geld hat sich bewahrheitet. Einige Jahre vorher wollte OR Effenberg haben, der schon zugesagt haben soll und dann soll die Effenberg-Seite nachgefordert haben. Hier hat man am falschen Ende gespart und ist kein Risiko gegangen. Später mit Alberto ist man volles Risiko gegangen und ist gescheitert. Ich weiß nicht was diesbezüglich heute noch im Verein in den Köpfen rumschwirrt.
Später dann Dutt mit Aussagen bezüglich Mittelmäßigkeit. Jetzt Effenberg, der irgendwo sagte, Werder hätte seinen Platz im Mittelfeld gefunden. Nun kämpft man gegen den Abstieg. Hier also GL in Bezug auf "Wir sind nicht (mehr) gut genug".
Was ich damit sagen will, es werden bei Werder Bremen seit Jahren negative Glaubenssätze vor sich her geschoben, die mal aufgelöst werden müssen. Auch wenn das Personal in der Vereinsführung wechselt, es ändert sich im Prinzip nichts. Unter Allofs lief es lange gut, bis Transfers in die Hose gingen und der langsame Niedergang einsetzte. FB startete mit Elan und brach dann total ein. Als Anfänger fehlt die Erfahrung und man kann nicht richtig reagieren und stochert im Nebel. Auch wenn die Vereinsführung mit externen Personen ausgetauscht wird, es muss ein Psychologe her, der die negativen GL der Vergangenheit auflöst. Bei Werder schadet momentan der Stallgeruch, aber man kann nicht alle Mitarbeiter, bis hin zu Putzfrau entlassen. FB, MB und alle Anderen in den Führungspositionen sollten zum Wohle Werders am Samstag geschlossen und unter Gehaltsverzicht zurücktreten. Wo sind eigentlich die Sponsoren die Bode an Land ziehen wollte, als die alte Führungsriege abgelöst wurde?
Danach muss ein Übergangsteam her, der den notwendigen Umbruch in Angriff nimmt und organisiert. Werder Bremen muss zwingend neu strukturiert und saniert werden. Es braucht mutige Investoren (Motto: Unser Herz schlägt für Werder und wir sind härter und halten uns aus dem Tagesgeschäft fein raus) die zu allen Schandtaten bereit, gesunde GL in Bezug auf Geld haben kontrolliertes Risiko gewohnt sind.

Guter Beitrag. Allerdings liest er sich für mich so - auch wenn ich damit täusche - dass die diese negativen Glaubenssätze eines der Ursachen wären. Meiner Ansicht nach sind diese jedoch "nur" eine Wirkung.
Denn Glaubens- oder Grundsätze fallen nicht vom Himmel sondern haben einen Ursprung, der mMn der ist, dass die Verantwortlichen bei Werder die Lage wiederholt falsch einschätzen bzw. verkehrt damit umgingen.
@syker1983 hatte vor ein paar Jahren mal das Wort "Verzwergung" in den virtuellen Raum geworfen, den er meiner Erinnerung in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung las, in dem es darum ging, dass Werder sich in der Außendarstellung kleiner machte, als man es tatsächlich war. Deswegen wurde so manche mutige Entscheidung wie zB die Verpflichtung von Effenberg vermieden bzw. es kamen interne Einwände wie zB der von Willi Lemke bei der Verpflichtung von Klose. Bzw. diente sie auch dazu, eigene Versäumnisse zu kaschieren, wie zB der Versuch, denn 3. Platz in der Liga 2006/07 als Erfolg zu verkaufen, obwohl die Mannschaft in der Saison mit einem Fußball Herbstmeister wurde, der nach dem im Doublejahr der mit Abstand beste Werder-Fußball in diesem Jahrtausend gewesen ist.
Auf der anderen Seite gab allerdings auch, wenn auch deutlich seltener, selbstbewusste Aussagen wie zu Beginn der Saison 19/20, dass nach dem 8. Platz das Ziel EL-Platz ausgeben wurde. Aufgrund der Vorjahresplatzierung eine logische, in Anbetracht des Weggangs von Kruse auch eine zumindest mutige Zielsetzung. Als es jedoch im Laufe der Hinrunde in den Tabellenkeller ging, lasen/hörten die Beobachter das Gegenteil von einer Verzwergung, nämlich Selbstüberschätzung, die sich um die 0:1-Heimniederlage vs Paderborn zB in den Äußerungen von Baumann, dass man weiter am Ziel EL festhält und von Klaassen, dass die Mannschaft für den Abstiegskampf viel zu gut sei, widerspiegelte. Und diese Selbstüberschätzung führte auch zu dem rasanten Absturz vom Dauergast in der CL zum Dauergast im Abstiegskampf, was KDF Mitte der 2010er Jahre in einem WK-Interview mit der Äußerung bestätigte, dass der größte Fehler in jener Zeit der gewesen sei, dass in der Führungsetage der Irrglaube herrschte, der Erfolg würde so weitergehen wie bisher.
Wegen dieser Fehleinschätzungen sind daher sind mMn die falschen GL wie oben beschrieben "nur" eine Wirkung, auch wenn sie dadurch nicht "besser" werden. Und diese Fehleinschätzungen werden durch die omnipräsente Betriebsblindheit, die ihre Ursachen v.a. der Besetzung von zu vielen Schlüsselpositionen mit langjährigen Werderanern hat, befeuert. Hier gehe ich mit dir d'accord, dass bei einer personellen Umstrukturierung in den Entscheidungsebenen verstärkt auf externe, qualifizierte Kräfte gesetzt werden muss, die mit anderen Blickwinkeln, Denk- und Handlungsweisen etc. den grün-weißen Horizont erweitern und die Gefahren von Fehleinschätzungen und somit auch von falschen Glaubenssätzen reduzieren.