"Werder vermittelte den Eindruck einer vollkommen planlosen Mannschaft
Viel zu lange ließ sich Baumann nicht nur von seinem Glauben an die Krisenfestigkeit Kohfeldts blenden, sondern auch von den Auftritten gegen Leipzig und Bayer Leverkusen (0:0) vor einer Woche in der Bundesliga, als Werder zwar nicht den Eindruck einer leblosen, aber einer vollkommen planlosen Mannschaft vermittelte. Dass eine Kampfbereitschaft allein die Bremer schon irgendwie ans rettende Ufer tragen würde, war schon eine sehr optimistische Herangehensweise. Und andere Mittel für eine erneut erfolgreiche Rettungsaktion waren - neben der Hoffnung auf Tore nach Standardsituationen - von Kohfeldt zumindest auch nicht angekündigt worden.
Eine verspätete Entscheidung aus dem Affekt
Dass Baumann sich also erst jetzt, einen Spieltag vor Schluss, zu der Entscheidung durchringen konnte, Thomas Schaaf zu reaktivieren, spricht jedenfalls ebenfalls nicht für einen echten Plan. Genauso wenig, dass er sich bislang so gar nicht mit einer externen Trainerlösung beschäftigt habe. Und wenn ihm die Schaaf-Idee nun als aussichtsreich erscheint, warum setzte er sie nicht bereits vor drei Wochen um? Als Werder-Angestellter, der Schaaf als Technischer Direktor ja seit 2018 wieder ist, wäre eine solche Umsetzung doch ein Leichtes gewesen. Oder mangelte es seinerzeit schlicht an der Bereitschaft des nun als Hoffnungsträger einspringenden Double-Machers von 2004? So jedenfalls spricht einiges für eine verspätete Entscheidung aus dem Affekt - was nie ein guter Arbeitsnachweis für einen Sportchef ist."
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