Die Gehälter im Profisport sind extrem schnell gestiegen. Wenn man mal die Zahlen hört finde ich das echt nicht angemessen. 15 Mio im Jahr für Eto, 5 Mio für Borowski. Für einen Wechsel zu Bayern 6-10 Mio Handgeld. Da fällt mir nur der Slogan ein " Brot und Spiele für das Volk". Wenn ein Fußballspieler 10 mal soviel verdient wie der Bundeskanzler oder der Amerikanische President, die viel mehr verantwortung haben als ein Ballkicker, dann stimmt etwas nicht mehr in unserer Gesellschaft.
Dabei vergisst Du aber, dass sich sehr viele Fans wie Du und ich für Fussball interessieren. Aber genau das lässt diejenigen, die uns das auf hohem Niveau bieten und daher aufmerksamkeits- und vor allem werbewirksam sind, eben sehr viel Geld verdienen. Wer im Mittelpunkt des Interesses steht, kann in dieser Gesellschaft richtig Geld verdienen. Da stimmt nicht etwas nicht, sondern - DAS IST KAPITALISMUS. An Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit dessen reiben sich die Leute seit 200 Jahren. Eine Vermehrung oder Konzentration der Geldmenge hat zur Folge, dass speziell die davon profitieren, die der Werbeträger und somit für Medien und Investoren interessant sind. In der Leistungsgesellschaft geht es weniger um den Wert des Menschen an sich und seiner Bedürfnisse, sondern um den Wert des Menschen, durch den andere dazuverdienen können. Wenn ein General-Manager einen weltbekannten Konzern führt, völlig egal wie und durch was er diese Position innehat, steht er ,,nur durch diese Position" im Mittelpunkt und verdient sicher weitaus besser als die, die den Konzern aufgebaut haben. Und wenn er den Betrieb an den Rande der Liquidität wirtschaftet, stellt er - weiterhin kostenintensiv - ein Team von Unternehmensberatern, Motivationstrainern etc. zusammen, die ein Konzept erarbeiten (nicht er). Geht es gut, erhält der General-Manager die Lobrede ob seiner Cleverness und wichtigen Verdienste, geht es schief und schreitet zum Insolvenzgericht, kassiert er eine hohe Abfindung. Die Zeche zahlen immer die Mitarbeiter, die - nach außen hin - scheinbar austauschbar sind.
Der kleine Verein, der eine gute Nachwuchsarbeit bietet, vor allem die Trainer, die ein Talent zum Profifussballer formen, werden nicht ein Bruchteil dessen bekommen, was derjenige später verdient, wenn er den Sprung geschafft hat.
Und die Anzahl derer, die sich wirklich für Politik interessieren und intensiv damit befassen bzw. diese verstehen, dürfte erheblich niedriger sein als die Massen, die der Fussball elektrisiert, vor allem kontinuierlich Woche für Woche begeistert. Deshalb verdient der Fussballer oder Spitzensportler (viel) mehr Geld als der Bundeskanzler. Wäre Frau Merkel gleichzeitig ein Popstar, würden sich die Verhältnisse schon wieder anders darstellen.