Grundsätzlich richtig. Es stellt sich jedoch die Frage, ob FK in der Lage ist, den derzeitigen Lichtblicken eine gewisse Nachhaltigkeit zu verleihen. Licht am Ende des Tunnels hatten wir in den letzten Jahren wiederholt gesehen, doch die darauf basierenden Hoffnungen hatten allesamt mehr oder weniger geringe Halbwertzeiten, so dass das Elend stets von vorne losging. Das ist ein trainerübergreifendes Problem bei Werder, so dass man hier FK sicherlich nicht als den Hauptschuldigen anprangern kann. Ursachen? Zu schnelle Selbstzufriedenheit im Verein bzw. der GmbH & Co. KGaA? Verhindert die engen persönlichen Bindungen erforderliche, klare Aussprachen? Diese Dinge spielen sicherlich auch eine maßgebliche Rolle.
Auch wenn es FK zu wünschen ist, dass er die Werder-Kogge wieder nachhaltig auf Vordermann bringt, so sind dennoch Zweifel angebracht. Nicht wegen seiner Fähigkeiten oder der vergleichsweise geringen Erfahrung, sondern es dreht sich vielmehr um die Frage, in wie weit ein Coach überhaupt in der Lage sein könnte, bei einer unter seiner sportlichen Verantwortung entstandenen und länger währenden Krise eine nachhaltige Kehrtwende selbst zu schaffen? Bei der Hire-&-FIre-Mentalität im Fußballgeschäft gibt es nur sehr wenige Beispiele, in denen ein Trainer trotz einer längeren Phase = ca. 1 Jahr und mehr des sportlichen Misserfolgs weiterarbeiten durfte. Zwei sehr bekannten Trainern, denen eine so lange Gnadenfrist vergönnt war, ist es jedenfalls - trotz ihres immensen Erfahrungsschatzes - nicht gelungen: Schaaf bei Werder und Wenger bei Arsenal. Und bei einem aktuellen Blick auf den 1.FC Köln bleibt nur die Feststellung, dass mit Gisdol auch dort keine nachhaltiger Positivtrend erkennbar ist.
Ganz starker Post

!
Menschliche Beziehungen und auch Arbeitsbeziehungen nutzen sich nunmal ab und bei Werder hat man den Eindruck, daß das in den letzten Jahren nochmal viel schneller geht. Diese Genügsamkeit oder besser Beamtentum, jeder versteckt sich hinter seinem Aufgabengebiet und keiner darf dem anderen reinreden, trägt maßgeblich dazu bei. Letzte Saison haben sich wirklich alle hinter Kohfeldt versteckt, alle Funktionäre und auch die gesamte Mannschaft. Wußte gar nicht das das rein optisch überhaupt geht und Kohfeldt durfte die ganze Scheisse erklären. Das war vielleicht ne Nummer

.… nun gut Geschichte!
Für mich hat Kohfeldt ne Menge sachliche Baustellen nun beackert (Osako ist wirklich kein Thema mehr, Gott sei Dank auch auf dem Platz, die Jungen wurden eingebaut, Ego Leo die Leviten gelesen und auch Heimspiele fangen langsam an wieder zu funktionieren) Natürlich geht da noch besserer Fußball, aber ich habe das Gefühl das Kohfeldt bei noch entspannterer Tabellensituation, das auch umsetzen bzw. ausprobieren wird. Ich glaube, er hat wirklich einiges mitgenommen aus der Krise …… hätte ich nicht gedacht, akzeptiere ich aber!
Eine andere Kiste ist das Umfeld. Hoffentlich denken jetzt nicht Filbry, Baumann, Bode und HHG (meinetwegen auch Fritz)… "
ist doch super, Viertelfinale im Pokal und in der Liga erstmal alles gut soweit und Florian hat ja alles im Griff, dann können wir schön wieder jeden morgen Kaffee saufen und viele schöne soziale Sachen machen und grüßend durch Bremen radeln. Fußball ist ja in unserer strikten Org sowieso ausschließlich Kohfeldt vorbehalten, dann müssen wir uns da ja nicht weiter einmischen und öffentlich sowieso nicht". Genau das ist es was die nächste Krise einleitet. Nein, der Druck auf Kohfeldt und auf die Mannschaft muß bestehen bleiben. Also wenn ich Baumann wäre, würde ich jetzt intern massiv Druck aufbauen das das Bielefeld Game gewonnen wird und dann bei Erfolg trotzdem antizyklisch ne öffentliche Ansage folgen lassen, daß man jetzt auf jeden Fall in der Tabelle klettern möchte. Einfach nur um mal zu sehen, ob der Kader damit umgehen kann! Positive Randerscheinung ist, daß somit der Trainer in seiner Spannungsaufbau unterstützt wird. Ansagen im Kollektiv oder Vereinsklima haben immer nochmal eine andere Wirkung als der Solo-Sänger in der Fischbratküche. Das setzt bspw. der super unsympathische Club im Süden seit Jahrzehnten glänzend um. Trotzdem mag ich sie nicht.
Aber das wäre für mich ein Art Corporate Identity für Werder wo Talente und "Gekaufte gestandene Profis" an einem Strang ziehen bei dem Kampf um Stammplätze und Vereinserfolg und der ganze Club das auch fördert und aktiv fordert mit seinem Vereinsklima. Vom Prinzip her so n bißchen wie der FC Porto, ohne jetzt da Parallelen ziehen zu wollen, deshalb brauchen wir jetzt auch nicht darüber reden, das der FC Porto natürlich ein ganz anderer Club als Werder ist, alleine von den Transferbilanzen her. Zusammenhalt und Ruhe und Tradition (oder häufig hier auch als Seilschaft bezeichnet) ist gut und wichtig, aber es ist eben nur ein Erfolgsfaktor, der leider auch bei Übertreibung zum Nachteil werden kann. Eine ganzheitliche Vereinsphilosophie muß da schon mehr aufbieten! Das ist so´n bißchen die Frage, wofür steht Werder Bremen und woran soll man sie messen ….