Gleichberechtigung / Genderneutrale Sprache

Dann sollen sich die Frauen, die Kinder UND Karrierevollzeitjob wollen bitteschön VORHER die Männer aussuchen, die dafür gerne in Teilzeitarbeit gehen, die Kinderbetreuung übernehmen und die Hausarbeit größtenteils übernehmen. Sorry, ist aber wohl nicht ganz so einfach, denn von der Sorte gibt es offensichtlich nicht genug. Zu dumm aber auch....:D
Warum gleich so schwarz-weiß? Ich glaube, vielen Frauen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen wollen, wäre schon sehr geholfen, wenn beide Partner gleichermaßen mitwirken - sprich, jeder reduziert seine Arbeitszeit z. B. um 20 %, Kinderbetreuung und Hausarbeit werden geteilt. Selbst das ist doch heutzutage nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel, eben weil das klassische Rollenbild noch so stark in den Köpfen verankert ist.

Dieses Thema ist, um den Bogen wieder auf das Ausgangsthema zurück zu schlagen, für mich - unter Anderem - wesentlich relevanter als genderneutrale Sprache.

Es gibt bei meinem Arbeitgeber einen Mann, von dem ich weiß, dass er Stunden reduziert hat, um sich um seine pflegebedürftigen Eltern zu kümmern (was ja auch häufig ein Thema ist, das zusätzlich bei den Frauen hängen bleibt). Das finde ich super. Weitere Teilzeit-Männer sind mir nicht bekannt, Frauen dagegen unzählige.

Davon einmal ab - was ist ein "Karrierevollzeitjob"? Die allermeisten Jobs dürften Jobs mit begrenzten Karriereaussichten sein. Sprich, es ist gar nicht gesagt, dass ein Mann, der nur 80 % arbeitet, auf Karriere verzichtet, weil er ggf. einen Job ohne Karriereaussichten hat. Und, selbst wenn es anders ist, gerade moderne Arbeitgeber knüpfen Karrieremöglichkeiten nicht an Vollzeitbeschäftigung. Bei uns gibt es Frauen in Führungspositionen in Teilzeit, warum sollte also ein Mann nicht auch eine Führungsposition in Teilzeit bekleiden können?

Von daher ist meine Vermutung, dass viele Männer Vollzeit arbeiten wollen, weil sie auf Kinderbetreuung, Hausarbeit etc. keinen Bock haben. Das ist okay und jedem selbst überlassen, aber dann sollten sie es meiner Meinung nach auch so ehrlich sagen und sich nicht hinter irgendwelchen Ausflüchten verstecken. Und sie sollten dann auch hinnehmen, dass man ihnen erwidert, dass sie von Gleichberechtigung nur so lange etwas halten, wie sie nichts aufgeben müssen... ;)
 
Ich hatte mal (zum Glück nur) für eine kurze Zeit eine extrem nervende Emanzen-Tussi als "Kollegin", die hatte ich irgendwann so weit, das sie sich heulend in ihr Büro zurückzog und zu einer hereinkommenden Arbeitskollegin sagte, das sie weiß, das "ich ein Arschl...bin". (Mit dem "ich" meinte sie sich selbst!). Als diese Kollegin mir das später erzählte, waren wir beide (!) der Meinung, das sie es endlich eingesehen hat. Zum Glück waren wir sie bald danach los, worüber nahezu alle anderen Kollegen UND Kolleginnen, nicht nur ich (!), heilfroh waren.
Edit: Bei vielen Kunden ist sie mit ihrer selbstherrlichen Art (ihre Lieblingswörter waren immer "Sie MÜSSEN") auch sehr, sehr unbeliebt gewesen und oft angeeckt.
Ganz egal, was Deine Ex-Kollegin für ein Typ war und wie ätzend sie auch gewesen sein mag - ich finde es nicht erstrebenswert, jemandem so zuzusetzen, dass er sich heulend in sein Büro zurückzieht, da sollten erwachsene Menschen mMn untereinander einen anderen Umgang pflegen. Aber jedem seins....

Neugierig wäre ich auf die Person dennoch, denn, ja, es gibt natürlich nervende Frauen - genau wie es nervende Männer gibt. Kann also gut sein, dass Deine Beschreibung "nervend" zutrifft. Gleichzeitig gibt es aber auch das Phänomen, dass ein Mann, der bestimmt auftritt und Grenzen setzt, als positiv wahrgenommen wird, während eine Frau, die als bestimmt auftritt und Grenzen setzt, als "Emanze", "Zicke", "schwierig" etc. wahrgenommen wird, also eher negativ. Auch hier spielt das klassische Rollenbild ncoh rein, dass Frauen doch bitteschön eher zurückhaltend statt forsch agieren und nachgeben sollten... ;)

Im Übrigen, achte einmal darauf, es gibt auch sehr viele Männer, die sagen "Sie MÜSSEN". Wenn Du das bei Männern genauso kritisch siehst, wie bei der genannten Kollegin, alles gut, wenn nicht, finde den Fehler ;)
 
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Von daher ist meine Vermutung, dass viele Männer Vollzeit arbeiten wollen, weil sie auf Kinderbetreuung, Hausarbeit etc. keinen Bock haben. Das ist okay und jedem selbst überlassen, aber dann sollten sie es meiner Meinung nach auch so ehrlich sagen und sich nicht hinter irgendwelchen Ausflüchten verstecken. Und sie sollten dann auch hinnehmen, dass man ihnen erwidert, dass sie von Gleichberechtigung nur so lange etwas halten, wie sie nichts aufgeben müssen... ;)


Ist eben immer auch die Frage der Einstellung - und damit eine der in meinen Augen wichtigsten Fragen in bzw. VOR einer Beziehung, die geklärt werden muss. Sonst gibts irgendwann für beide Seiten das böse Erwachen.

Und ich bin da auch ehrlich: es wäre in der Tat angenehm, sich um derlei Dinge nicht kümmern zu müssen - funktioniert aber eben nicht. Einmal der Gerechtigkeit wegen, da wir beide Vollzeit arbeiten (müssen) und außerdem für später - je älter man wird, desto mehr muss man eh teilen an Hausarbeit, weils einer alleine nicht mehr schaffen kann. Wie ärgerlich das ist, sehe ich in meinem Elternhaus, wo alles an meiner Mutter hängen bleibt. Nicht schön, sowas will ich sicher nicht erleben.
Edit: wobei sich meine Eltern das so selbst ausgesucht haben, da meine Mutter fast immer Hausfrau war und mein Vater das Geld überwiegend alleine verdient hat, sodass im (Arbeits)Alltag die Arbeit klar verteilt war. Einer verdient, der andere macht den Haushalt.
Das nach 45 Jahren umdrehen bzw. ausgleichen... schwierig und nicht einfach.

Also wird bei uns eben geteilt, was geteilt werden kann.

Meine Arbeitszeit verkürzen wäre bei meiner Stelle aktuell nicht möglich, selbst wenn ich wollen würde, es ginge nicht.
Finanziell auch nicht da dann das nötige Kleingeld in der Tasche fehlt für schöne Urlaube oder teurere Hobbys.
Den Luxus, einfach mal die Arbeitszeiten zu reduzieren oder auf Homeoffice umzusteigen, gibts eben nicht in jeder Branche bzw. in jedem Beruf.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ist eben immer auch die Frage der Einstellung - und damit eine der in meinen Augen wichtigsten Fragen in bzw. VOR einer Beziehung, die geklärt werden muss. Sonst gibts irgendwann für beide Seiten das böse Erwachen.
Erst suchen sich die jungen Frauen den Kerl aus, der gut verdient, einen tollen Job hat und für fortpflanzungsfähig gehalten wird. Wenn dann die Kinder da sind, soll derselbe Mann gefälligst seinen Job reduzieren, um Kind und Haushalt zu versorgen, mit der Folge, das weniger Geld reinkommt. Selbstverständlich sollen im Rahmen des Möglichen die häuslichen Aufgaben geteilt werden, und genauso selbstverständlich sollte man das VORHER klären.
Bei uns war klar, meine Frau bleibt die ersten 3 Jahre zu Hause. Als das Kind in den Kindergarten kam, konnte/wollte sie wieder Teilzeit arbeiten.
 
Ganz egal, was Deine Ex-Kollegin für ein Typ war und wie ätzend sie auch gewesen sein mag - ich finde es nicht erstrebenswert, jemandem so zuzusetzen, dass er sich heulend in sein Büro zurückzieht, da sollten erwachsene Menschen mMn untereinander einen anderen Umgang pflegen. Aber jedem seins....
Wer solche Kollegen hat, der braucht keine Feinde mehr. Ist schon unglaublich, was für Idioten es in manchmal gibt. Oft sind die dann ja auch noch stolz auf ihr Mobbing und sehen nicht mal ein, was sie so falsch gemacht haben. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass dies oft (nicht immer) auch Manschen sind, den allgemein schnell die Argumente ausgehen und die dann (passiv) aggressiv werden. Solche Leute sollte man konsequent melden (ja da bin ich dann vermutlich wieder die Meldemuschi oder gar der Denunziant, das können die dann ja gut sich selber als Opfer hinstellen) und aus dem Berufsleben entfernen.
 
Wer solche Kollegen hat, der braucht keine Feinde mehr. Ist schon unglaublich, was für Idioten es in manchmal gibt. Oft sind die dann ja auch noch stolz auf ihr Mobbing und sehen nicht mal ein, was sie so falsch gemacht haben. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass dies oft (nicht immer) auch Manschen sind, den allgemein schnell die Argumente ausgehen und die dann (passiv) aggressiv werden. Solche Leute sollte man konsequent melden (ja da bin ich dann vermutlich wieder die Meldemuschi oder gar der Denunziant, das können die dann ja gut sich selber als Opfer hinstellen) und aus dem Berufsleben entfernen.
Mein lieber Mann, Du hast aber auch Probleme..........!
 
Ich glaube @FatTony hat geschrieben, das, wer will, das Sternchen nutzen soll, der andere eben nicht!
Aufpassen soll man aber, das dieser Blödsinn nicht in irgendeine Vorschrift gegossen wird. Gibt es nicht schon Petitionen dagegen?
Soll jeder machen wie er möchte...nur hier ging es doch explizit um weibliche Kollegen und da reicht für mich Kolleginnen...ohne den Stern, der unsere schöne Sprache ideologisch verschandelt...
 
Warum gleich so schwarz-weiß? Ich glaube, vielen Frauen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen wollen, wäre schon sehr geholfen, wenn beide Partner gleichermaßen mitwirken - sprich, jeder reduziert seine Arbeitszeit z. B. um 20 %, Kinderbetreuung und Hausarbeit werden geteilt. Selbst das ist doch heutzutage nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel, eben weil das klassische Rollenbild noch so stark in den Köpfen verankert ist.

Dieses Thema ist, um den Bogen wieder auf das Ausgangsthema zurück zu schlagen, für mich - unter Anderem - wesentlich relevanter als genderneutrale Sprache.

Es gibt bei meinem Arbeitgeber einen Mann, von dem ich weiß, dass er Stunden reduziert hat, um sich um seine pflegebedürftigen Eltern zu kümmern (was ja auch häufig ein Thema ist, das zusätzlich bei den Frauen hängen bleibt). Das finde ich super. Weitere Teilzeit-Männer sind mir nicht bekannt, Frauen dagegen unzählige.

Davon einmal ab - was ist ein "Karrierevollzeitjob"? Die allermeisten Jobs dürften Jobs mit begrenzten Karriereaussichten sein. Sprich, es ist gar nicht gesagt, dass ein Mann, der nur 80 % arbeitet, auf Karriere verzichtet, weil er ggf. einen Job ohne Karriereaussichten hat. Und, selbst wenn es anders ist, gerade moderne Arbeitgeber knüpfen Karrieremöglichkeiten nicht an Vollzeitbeschäftigung. Bei uns gibt es Frauen in Führungspositionen in Teilzeit, warum sollte also ein Mann nicht auch eine Führungsposition in Teilzeit bekleiden können?

Von daher ist meine Vermutung, dass viele Männer Vollzeit arbeiten wollen, weil sie auf Kinderbetreuung, Hausarbeit etc. keinen Bock haben. Das ist okay und jedem selbst überlassen, aber dann sollten sie es meiner Meinung nach auch so ehrlich sagen und sich nicht hinter irgendwelchen Ausflüchten verstecken. Und sie sollten dann auch hinnehmen, dass man ihnen erwidert, dass sie von Gleichberechtigung nur so lange etwas halten, wie sie nichts aufgeben müssen... ;)

Hier muss ich leider sagen - auch wenn ich persönlich deine Ansicht teile, dass das Rollenbild noch tief verankert ist - dass @Lübecker hier einen Punkt hat.

Es ist ja tatsächlich Evolutionsbiologisch immer noch so, dass "Weibchen" sich - flapsig gesagt - versuchen dass stärkste "Männerchen" zu krallen. Wie gesagt flapsig ausgedrückt. Welche negativen Folgen das im Extremfall haben kann, habe ich eben auch während meiner Zeit bei der Staatsanwaltschaft gesehen, denn da war ich im Dezernat für "Häusliche Gewalt". Mal abgesehen von den Taten selbst, ist eben häufig erschreckend gewesen wie "abhängig" doch selbst kluge und hübsche Frauen sich machen. Das geht dann soweit, dass obwohl wirklich schwer körperlich verletzt wurden, am Ende ihre Aussage im Prozess zurückziehen und wir dann ohne Beweise da standen und es zum Freispruch kam. Wir kennen das auch alle vom Schulhof: Das größte Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;), hatte am Ende die hübscheste Freundin! Ob das immer auch die "Beste" war, lasse ich mal bewusst dahingestellt. Auch die berühmte Loverboy-Masche würde eben nicht funktionieren, wenn sich nicht viele Mädchen und Frauen von teuren Autos, großen Wohnungen, chicen Abendessen, neuen Kleidern usw. usf. beeindrucken lassen würden.

Das trifft sicher nicht auf alle zu. Aber eben auch doch auf viele. Und in den nicht ganz extremen Formen, die ich oben beschrieben habe, ist es dann eben auch so, dass hier der "starke Mann" eben keine Hausarbeit übernimmt oder eben kein Bock hat Windeln zu wechseln. Wer sich aber eben so einen Mann sucht, der muss sich darüber vorher im Klaren sein und sollte später nicht jammern, dass alles so schrecklich ist. So etwas muss einem eigentlich vor dem Kind klar sein und nicht erst wenn das Kind schon da ist.

Wo ich dir absolut recht gebe ist, dass "Karriere" sicher nicht der häufigste Grund ist, denn wie du richtig sagst, sind Aufstiegschancen eher rar gesäht und Enden an einem bestimmten Punkt. Über mir gibt es auch nur noch eine Ebene, die mit einem Angestellten besetzt ist bzw. werden kann und diese Position möchte ich gar nicht ausfüllen, auch wenn der finanzielle Aspekt sicher interessant ist, so sind es die Arbeitszeiten nicht. Ich habe meine Selbständigkeit damals aufgegeben, weil ich mehr Zeit für meine Töchter haben und eine angenehmere Work-Life-Balance haben wollte. Bis jetzt kann ich sagen, dass ich alles richtig gemacht habe, auch wenn mein jetziger Job tatsächlich sogar eine gewisse Unsicherheit beinhaltet, denn er unterliegt einer sachlich begründeten Befristung und auch dies wird sich auf dieser Position nie ändern.


Ganz egal, was Deine Ex-Kollegin für ein Typ war und wie ätzend sie auch gewesen sein mag - ich finde es nicht erstrebenswert, jemandem so zuzusetzen, dass er sich heulend in sein Büro zurückzieht, da sollten erwachsene Menschen mMn untereinander einen anderen Umgang pflegen. Aber jedem seins....

Neugierig wäre ich auf die Person dennoch, denn, ja, es gibt natürlich nervende Frauen - genau wie es nervende Männer gibt. Kann also gut sein, dass Deine Beschreibung "nervend" zutrifft. Gleichzeitig gibt es aber auch das Phänomen, dass ein Mann, der bestimmt auftritt und Grenzen setzt, als positiv wahrgenommen wird, während eine Frau, die als bestimmt auftritt und Grenzen setzt, als "Emanze", "Zicke", "schwierig" etc. wahrgenommen wird, also eher negativ. Auch hier spielt das klassische Rollenbild ncoh rein, dass Frauen doch bitteschön eher zurückhaltend statt forsch agieren und nachgeben sollten... ;)

Im Übrigen, achte einmal darauf, es gibt auch sehr viele Männer, die sagen "Sie MÜSSEN". Wenn Du das bei Männern genauso kritisch siehst, wie bei der genannten Kollegin, alles gut, wenn nicht, finde den Fehler ;)

Hier muss ich sagen, dass meine Vorgesetzte eine Frau war und die Chefinnen vom Ganzen immer noch eine Frau ist. Im Ergebnis machen beide einen tollen Job ohne männliches Führungsverhalten zu kopieren. Dies ist nämlich der Moment, wo Frauen als Zicken bezeichnet werden. In meinen Augen haben Frauen und Männer grundsätzlich andere Stärken und können so auch anders Führen. Ich habe sowohl unter Männern als auch unter Frauen gearbeitet bzw. tue dies gerade noch. Ich bevorzuge tatsächlich letzteres, weil dies deutlich kommunikativer von statten geht. Wobei mir manchmal schon die direktere Art fehlt.

Und noch was zu den Unisextoiletten. Wie oft ist es doch schon so gewesen, ob Osterfeuer am Café Sand, im Fussballstadion oder in der Disco, dass Frauen die Kabinen der Herrentoiletten benutzen, weil sie da nicht so lange anstehen müssen. Ich kann das sehr gut verstehen. Habe das noch nie als schlimm empfunden. In den eigenen vier Wänden hat doch auch keiner getrennte Toiletten, oder?
 
Ist eben immer auch die Frage der Einstellung - und damit eine der in meinen Augen wichtigsten Fragen in bzw. VOR einer Beziehung, die geklärt werden muss. Sonst gibts irgendwann für beide Seiten das böse Erwachen.
:tnx:

Und ich bin da auch ehrlich: es wäre in der Tat angenehm, sich um derlei Dinge nicht kümmern zu müssen - funktioniert aber eben nicht. Einmal der Gerechtigkeit wegen, da wir beide Vollzeit arbeiten (müssen) und außerdem für später - je älter man wird, desto mehr muss man eh teilen an Hausarbeit, weils einer alleine nicht mehr schaffen kann. Wie ärgerlich das ist, sehe ich in meinem Elternhaus, wo alles an meiner Mutter hängen bleibt. Nicht schön, sowas will ich sicher nicht erleben.
Bei uns war das anders. Meine Eltern haben die Haus- und Gartenarbeit immer geteilt, und mein Vater hat sich, wenn er das große Fenster oder die Eingangstür zur Straße geputzt hat, durchaus von männlichen Nachbarn mehr oder weniger flapsig als "Weichei" bezeichnen lassen dürfen. Der große Vorteil an dem Ganzen war jedoch neben der Gleichberechtigungsfrage, dass wir als gesamte Familie viel mehr Zeit miteinander hatten, weil meine Eltern parallel in Sachen Haus und Garten unterwegs waren - und damit schneller durch damit ;-) Mit Sicherheit habe ich, weil ich so aufgewachsen bin, dieses Bild in mir verankert mit dem Wissen, dass es geht - sobald beide wollen.


Meine Arbeitszeit verkürzen wäre bei meiner Stelle aktuell nicht möglich, selbst wenn ich wollen würde, es ginge nicht.
Finanziell auch nicht da dann das nötige Kleingeld in der Tasche fehlt für schöne Urlaube oder teurere Hobbys.
Den Luxus, einfach mal die Arbeitszeiten zu reduzieren oder auf Homeoffice umzusteigen, gibts eben nicht in jeder Branche bzw. in jedem Beruf.
Klar, es geht nicht immer. Es ginge aber deutlich häufiger, als es umgesestzt wird.
 
Hier muss ich leider sagen - auch wenn ich persönlich deine Ansicht teile, dass das Rollenbild noch tief verankert ist - dass @Lübecker hier einen Punkt hat.

Es ist ja tatsächlich Evolutionsbiologisch immer noch so, dass "Weibchen" sich - flapsig gesagt - versuchen dass stärkste "Männerchen" zu krallen. Wie gesagt flapsig ausgedrückt. Welche negativen Folgen das im Extremfall haben kann, habe ich eben auch während meiner Zeit bei der Staatsanwaltschaft gesehen, denn da war ich im Dezernat für "Häusliche Gewalt". Mal abgesehen von den Taten selbst, ist eben häufig erschreckend gewesen wie "abhängig" doch selbst kluge und hübsche Frauen sich machen. Das geht dann soweit, dass obwohl wirklich schwer körperlich verletzt wurden, am Ende ihre Aussage im Prozess zurückziehen und wir dann ohne Beweise da standen und es zum Freispruch kam. Wir kennen das auch alle vom Schulhof: Das größte Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;), hatte am Ende die hübscheste Freundin! Ob das immer auch die "Beste" war, lasse ich mal bewusst dahingestellt. Auch die berühmte Loverboy-Masche würde eben nicht funktionieren, wenn sich nicht viele Mädchen und Frauen von teuren Autos, großen Wohnungen, chicen Abendessen, neuen Kleidern usw. usf. beeindrucken lassen würden.
Das ist tatsächlich ein Phänomen, das mir ein Rätsel ist. Und dieses Phänomen gibt es auch umgekehrt, ausgenommen den Gewalt-Aspekt. Ich kenne Männer, die sich derart von ihren Partnerinnen unterbuttern lassen, dass es mich ratlos hinterlässt. Sie sind mit der Situation nicht zufrieden, schaffen es aber auch nicht, etwas daran zu ändern, oder sich aus der Abhängigkeit zu lösen und die Dame zum Mond zu schießen.

Das trifft sicher nicht auf alle zu. Aber eben auch doch auf viele. Und in den nicht ganz extremen Formen, die ich oben beschrieben habe, ist es dann eben auch so, dass hier der "starke Mann" eben keine Hausarbeit übernimmt oder eben kein Bock hat Windeln zu wechseln. Wer sich aber eben so einen Mann sucht, der muss sich darüber vorher im Klaren sein und sollte später nicht jammern, dass alles so schrecklich ist. So etwas muss einem eigentlich vor dem Kind klar sein und nicht erst wenn das Kind schon da ist.
:tnx: speziell zum Fettgedruckten.


Hier muss ich sagen, dass meine Vorgesetzte eine Frau war und die Chefinnen vom Ganzen immer noch eine Frau ist. Im Ergebnis machen beide einen tollen Job ohne männliches Führungsverhalten zu kopieren. Dies ist nämlich der Moment, wo Frauen als Zicken bezeichnet werden. In meinen Augen haben Frauen und Männer grundsätzlich andere Stärken und können so auch anders Führen. Ich habe sowohl unter Männern als auch unter Frauen gearbeitet bzw. tue dies gerade noch. Ich bevorzuge tatsächlich letzteres, weil dies deutlich kommunikativer von statten geht. Wobei mir manchmal schon die direktere Art fehlt.
"Kopieren'" würde ich jetzt nicht sagen, aber ganz ohne "männliche" Eigenschaften dürfte es vermutlich auch nicht funktionieren. Ich hatte allerdings noch nie eine Frau als Vorgesetzte, so dass ich nicht beurteilen kann, ob und welche Unterschiede es gibt. Zumal die Unterschiede ja selbst bei den Männern erheblich sind. Vom autoritären ***, bei dem Führung daraus bestand, die Mitarbeiter herunterzuputzen und klein zu halten, bis hin zum Vorgesetzten, den man nicht als solchen wahrnimmt (was ich positiv werte, weil es Vertrauen und die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten beinhaltet), hatte ich schon die gesamte Bandbreite. Und hatte - das autoritäre """ abgesehen - nie mit einem davon ein Problem, obwohl sie sehr verschieden waren. Beim *** hab ich relativ bald gekündigt, weil ich den Umgang nicht akzeptabel fand....

EDIT: Im Team finde ich es auf jeden Fall gut, wenn Männlein und Weiblein gemischt sind. Ich habe jahrelang in einem reinen Frauen-Team gearbeitet mit einer Kollegin, die sich durch extreme Launenhaftigkeit ausgezeichnet und damit häufig die gesamte Atmosphäre vermiest hat. Da war oft eine Stimmung zum Schneiden im gemeinsamen Büro, und aus meiner Sicht wäre ein Mann, der vielleicht anders als eine Frau Klartext spricht, vermutlich hilfreich gewesen.

Und noch was zu den Unisextoiletten. Wie oft ist es doch schon so gewesen, ob Osterfeuer am Café Sand, im Fussballstadion oder in der Disco, dass Frauen die Kabinen der Herrentoiletten benutzen, weil sie da nicht so lange anstehen müssen. Ich kann das sehr gut verstehen. Habe das noch nie als schlimm empfunden. In den eigenen vier Wänden hat doch auch keiner getrennte Toiletten, oder?
:tnx: Man bekommt aber schon komische Blicke zugeworfen :D
 
Zuletzt bearbeitet:
:tnx: Man bekommt aber schon komische Blicke zugeworfen :D

Das sind die gleichen Blicke, die du als Mann bekommst, wenn der Wickeltisch sich im Vorraum der Damentoilette befindet, du aber deine Tochter wickeln musst. Übrigens auch ein Zeichen dafür wie veraltet das Rollenverständnis manchmal noch ist, dass man einen Wickeltisch in manchen Läden weiterhin nur in der Damentoilette findet.
 
(...)

"Kopieren'" würde ich jetzt nicht sagen, aber ganz ohne "männliche" Eigenschaften dürfte es vermutlich auch nicht funktionieren. Ich hatte allerdings noch nie eine Frau als Vorgesetzte, so dass ich nicht beurteilen kann, ob und welche Unterschiede es gibt. Zumal die Unterschiede ja selbst bei den Männern erheblich sind. Vom autoritären ***, bei dem Führung daraus bestand, die Mitarbeiter herunterzuputzen und klein zu halten, bis hin zum Vorgesetzten, den man nicht als solchen wahrnimmt (was ich positiv werte, weil es Vertrauen und die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten beinhaltet), hatte ich schon die gesamte Bandbreite. Und hatte - das autoritäre """ abgesehen - nie mit einem davon ein Problem, obwohl sie sehr verschieden waren. Beim *** hab ich relativ bald gekündigt, weil ich den Umgang nicht akzeptabel fand....
(...)

Dazu noch ganz kurz. Ich glaube es ist eine Definitionsfrage, was man als "männliche" Eigenschaften definiert. Ein wirklich autoritärer Führungsstil sollte heute ohnehin weitestgehend passe sein. Wobei es da auch auf die Branche und den Arbeitsplatz ansich ankommen dürfte. Ich kann damit persönlich wenig anfangen, was auch der Grund war, weshalb ich mich gegen den Bund bzw. die Marine entschieden habe und für den Zivildienst. Da hatte ich übrigens auch zwei weibliche Vorgesetzte.
 
Dazu noch ganz kurz. Ich glaube es ist eine Definitionsfrage, was man als "männliche" Eigenschaften definiert. Ein wirklich autoritärer Führungsstil sollte heute ohnehin weitestgehend passe sein. Wobei es da auch auf die Branche und den Arbeitsplatz ansich ankommen dürfte. Ich kann damit persönlich wenig anfangen, was auch der Grund war, weshalb ich mich gegen den Bund bzw. die Marine entschieden habe und für den Zivildienst. Da hatte ich übrigens auch zwei weibliche Vorgesetzte.
"Autoritär" meine ich nicht, sondern eher beispielsweise, dass nicht alles und jedes ausdiskutiert wird, sondern, wenn keine Einigung zustande kommt oder es zähflüssig wird, der Vorgesetzte einen Punkt setzt und die Richtung vorgibt. Das ist eine Eigenschaft, die ich eher Männern als Frauen zuschreibe und die ich sehr positiv finde (Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)). Das Thema habe ich immer wieder privat. "Frau" schreibt, man könnte sich ja irgendwann mal wieder treffen, und es gibt in der Folge 30 Nachrichten, wann und vor allem wo, und im Worst Case am Ende doch kein Treffen. Das nervt. Mit den Männern, die ich kenne, ist ein Treffen üblicherweise zipzapp vereinbart und fertig, da gibt's kein Geschwafel.
 
"Autoritär" meine ich nicht, sondern eher beispielsweise, dass nicht alles und jedes ausdiskutiert wird, sondern, wenn keine Einigung zustande kommt oder es zähflüssig wird, der Vorgesetzte einen Punkt setzt und die Richtung vorgibt. Das ist eine Eigenschaft, die ich eher Männern als Frauen zuschreibe und die ich sehr positiv finde (Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)). Das Thema habe ich immer wieder privat. "Frau" schreibt, man könnte sich ja irgendwann mal wieder treffen, und es gibt in der Folge 30 Nachrichten, wann und vor allem wo, und im Worst Case am Ende doch kein Treffen. Das nervt. Mit den Männern, die ich kenne, ist ein Treffen üblicherweise zipzapp vereinbart und fertig, da gibt's kein Geschwafel.

Das Problem hatte ich mit meinen Chefinnen noch nie. Die wissen schon ganz genau was sie wollen und wissen auch ganz genau wie und wann sie den Punkt machen müssen. Das würde ich aber auch nicht als typisch männlich bezeichnen, sondern viel mehr als Führungsqualität im allgemeinen. Es gibt auch genug Männer, die nicht entscheiden können oder wollen.

Im Privaten kenne ich aber auch beides. Wobei du schon recht hast, dass die Frauen eher dazu tendieren alles fünfhundertachtunddröflfzig Mal abzuwägen.
 
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