Warum gleich so schwarz-weiß? Ich glaube, vielen Frauen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen wollen, wäre schon sehr geholfen, wenn beide Partner gleichermaßen mitwirken - sprich, jeder reduziert seine Arbeitszeit z. B. um 20 %, Kinderbetreuung und Hausarbeit werden geteilt. Selbst das ist doch heutzutage nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel, eben weil das klassische Rollenbild noch so stark in den Köpfen verankert ist.Dann sollen sich die Frauen, die Kinder UND Karrierevollzeitjob wollen bitteschön VORHER die Männer aussuchen, die dafür gerne in Teilzeitarbeit gehen, die Kinderbetreuung übernehmen und die Hausarbeit größtenteils übernehmen. Sorry, ist aber wohl nicht ganz so einfach, denn von der Sorte gibt es offensichtlich nicht genug. Zu dumm aber auch....![]()
Dieses Thema ist, um den Bogen wieder auf das Ausgangsthema zurück zu schlagen, für mich - unter Anderem - wesentlich relevanter als genderneutrale Sprache.
Es gibt bei meinem Arbeitgeber einen Mann, von dem ich weiß, dass er Stunden reduziert hat, um sich um seine pflegebedürftigen Eltern zu kümmern (was ja auch häufig ein Thema ist, das zusätzlich bei den Frauen hängen bleibt). Das finde ich super. Weitere Teilzeit-Männer sind mir nicht bekannt, Frauen dagegen unzählige.
Davon einmal ab - was ist ein "Karrierevollzeitjob"? Die allermeisten Jobs dürften Jobs mit begrenzten Karriereaussichten sein. Sprich, es ist gar nicht gesagt, dass ein Mann, der nur 80 % arbeitet, auf Karriere verzichtet, weil er ggf. einen Job ohne Karriereaussichten hat. Und, selbst wenn es anders ist, gerade moderne Arbeitgeber knüpfen Karrieremöglichkeiten nicht an Vollzeitbeschäftigung. Bei uns gibt es Frauen in Führungspositionen in Teilzeit, warum sollte also ein Mann nicht auch eine Führungsposition in Teilzeit bekleiden können?
Von daher ist meine Vermutung, dass viele Männer Vollzeit arbeiten wollen, weil sie auf Kinderbetreuung, Hausarbeit etc. keinen Bock haben. Das ist okay und jedem selbst überlassen, aber dann sollten sie es meiner Meinung nach auch so ehrlich sagen und sich nicht hinter irgendwelchen Ausflüchten verstecken. Und sie sollten dann auch hinnehmen, dass man ihnen erwidert, dass sie von Gleichberechtigung nur so lange etwas halten, wie sie nichts aufgeben müssen...



