Gleichberechtigung / Genderneutrale Sprache

Es gibt viele Polizeiuschis, die in Uniform richtig scharf aussehen.
Aber wenn ich einen Brief an die Polizei schreibe, werden die mir kaum Adresse und Telefonnummer senden.

Sonst fällt mir kein Grund ein.
So lange ich als Frau sowas lese, ist mir direkt klar, wie weit entfernt wir noch von Gleichberechtigung sind. So etwas nicht mehr lesen oder hören, wäre mir erheblich lieber als irgendwelche Debatten um *innen.
 
:tnx:
Ich oute mich als eine davon. Mir wäre es - nur ein Beispiel - deutlich lieber, wenn die Blicke der Herren in einer Besprechung nicht automatisch auf mich fielen, wenn es ums Protokoll schreiben geht (Ich bin oft die einzige Frau in einer Runde und mache den gleichen Job wie die Herren), als dass die Sprache für vermeintliche Gleichberechtigung verhunzt wird. Verzichten kann ich auch auf ältere männliche Externe, die nach dem Chef verlangen oder in einem Termin meinen Chef beachten und mich links liegen lassen, weil sie sich offenbar nicht vorstellen können, dass eine Frau ein Projekt betreut und nicht als Assistenz dabei ist (Das nimmt zum Glück deutlich ab, weil die sich in den Ruhestand verabschieden). Gleichberechtigung zeigt sich für mich nicht in derartigem künstlich aufgebauschten Pillepalle wie *innen, sondern im aktiven Aufbrechen der überholten Rollenverteilung im Arbeitsleben und nicht zuletzt auch privat. Dabei ist die von @Cyril Sneer angesprochene Bezahlung ein wesentlicher Aspekt. Oder Macho Sprüche im Büro. Ich würde mir wünschen, dass diejenigen, die die Gleichberechtigung in der Sprache so forcieren, einmal in einem Bereich mit mehrheitlich Männern arbeiten. Dann würden sie sehen, dass es deutlich wichtigere Themen in Sachen Gleichberechtigung zu beackern gibt. PS Das heisst mmn natürlich nicht, dass man nicht da anpasst, wo es einfach geht. In meiner Signatur steht "Managerin", da käme ich auch nie auf die Idee, darauf zu verzichten. In vielen anderen Signaturen bei uns, aber auch extern, sehe ich keine weibliche Form, obwohl es einfach wäre. PS 2 - ich mache einen separaten Thread, sobald ich am PC bin.


Wollte als ich @holgerwehlage s Antwort auf mich gelesen habe, vorschlagen die Diskussion in den, wenn irgendwo in den Tiefen dieses Forums noch vorhanden, „Allgemeinen Politikthread“ zu verschieben.
 
Es gibt schon ernsthafte Themen.
Wir haben eine Pandemie, unsere Straßen sind rott, Schulen sind miserabel ausgestattet, das Bildungssystem ist sowieso miserabel,
immer mehr Leute leben in Armut, das Klima wandelt sich, Mietpreise steigen immer weiter usw.
Großprojekte zögern sich unnötig lange hin, Autobahnbaustellen bleiben über Jahre bestehen, einen Flughafen oder einen Bahnhof hätten die Römer unter Caesar schneller gebaut als unsere Experten. Mobilfunk läuft miserabel.
Das Land ist ziemlich heruntergewirtschaftet.

Aber man diskutiert über Gendersternchen. Das ist so unglaublich lächerlich.

Wobei eben durchaus die Beschäftigung mit diesen „Randthemen“ ein Grund sind, weshalb das Geld für tatsächlich notwendige Aufgaben fehlt. In Bremen ist doch gut zu beobachten wie trotz wenig Mitteln eine Beuaftragteritis für alles und jeden aus dem Boden schiessen. Diese „Beauftragten“ kosten ja nicht nur selbst sondern bekommen ja auch noch Mitarbeiter. Wir reden da durchweg von gut besoldeten Akademikern. Die Unhandlichkeit der Sprache ist ja nur ein Auswuchs.

Aber @opalo sagt es eben richtig, und da kann ich die Berücke zurück zu den Neunzigern schlagen: Wir haben uns da wenn dann echten Problemen und echter Diskriminierung auseinandergesetzt. Damals wurden homosexuelle Partnerschaften staatlicherseits gar nicht anerkannt. Es gab gar keine Rechte. Heute habe ich das Gefühl, dass man versucht zwanghaft Diskriminierungen zu finden, um den weiterhin vorhandenen Helferkomplex auszuleben.
 
Es gibt schon ernsthafte Themen.
Wir haben eine Pandemie, unsere Straßen sind rott, Schulen sind miserabel ausgestattet, das Bildungssystem ist sowieso miserabel,
immer mehr Leute leben in Armut, das Klima wandelt sich, Mietpreise steigen immer weiter usw.
Großprojekte zögern sich unnötig lange hin, Autobahnbaustellen bleiben über Jahre bestehen, einen Flughafen oder einen Bahnhof hätten die Römer unter Caesar schneller gebaut als unsere Experten. Mobilfunk läuft miserabel.
Das Land ist ziemlich heruntergewirtschaftet.

Aber man diskutiert über Gendersternchen. Das ist so unglaublich lächerlich.

Darüber diskutiert man gerade WEIL man für die anderen Probleme keine Lösung findet. Ist doch viel schöner, ein Problem zu finden, dass mit der Einführung einer Sprechpause oder den Gendersternchen ruckzuck gelöst werden kann. Dann braucht es nur noch einen Haufen gutbezahlter Beauftragter, die immer wieder anmahnen, dass man doch auf gendergerechte Sprache achten möge und fertig ist perfekte Ablenkung von wirklichen (von dir oben genannten Problemen). Ach so, schrieb @Felissilvestris auch gerade.
 
Naja, es schleicht sich halt so langsam überall ein. Eine kleine Minderheit (vorwiegend nicht-Betroffene) ist sehr laut und hat damit anscheinend Erfolg. Wenn dir jemand, der dich nicht kennt, aufgrund deiner Hautfarbe oder deines Geschlechts deine Privilegien darlegen will, dann ist das Rassismus und/oder Sexismus. Ich bin für Individualismus und nicht dieses einpferchen in Boxen a la Hautfarbe oder Geschlecht.
Es ist aber nunmal eine Tatsache, dass Menschen aufgrund von Hautfarbe und Geschlecht diskriminiert werden. Zu sagen, man würde nicht auf Hautfarbe oder Geschlecht achten wollen, ignoriert diese Tatsache und macht eine Diskussion und daraus folgend eine Änderung des Status Quo unmöglich. Wie die Leute, die auf "Black lives matter" immer mit "all live matter" geantwortet haben.
 
Darüber diskutiert man gerade WEIL man für die anderen Probleme keine Lösung findet. Ist doch viel schöner, ein Problem zu finden, dass mit der Einführung einer Sprechpause oder den Gendersternchen ruckzuck gelöst werden kann. Dann braucht es nur noch einen Haufen gutbezahlter Beauftragter, die immer wieder anmahnen, dass man doch auf gendergerechte Sprache achten möge und fertig ist perfekte Ablenkung von wirklichen (von dir oben genannten Problemen). Ach so, schrieb @Felissilvestris auch gerade.
1899% Zustimmung.

Und noch ein Beispiel aus meinem Berufsalltag. Eine externe Gutachterin hat in ihrem technischen Gutachten einen Fehler gemacht. Mein Kollege hat sich - intern mir gegenüber - darüber komplett echauffiert so nach dem Motto, die gute Dame sollte doch bitteschön Dinge tun, wofür sie qualifizert sei, vermutlich könne die nicht viel anderes als gut aussehen. Ich habe ihn gefragt, was das für eine Aussage ist, da er, wenn externe männliche Gutachter Fehler machen, was genauso vorkommt, die Themen mit ihnen auf einer rein sachlichen Ebene klärt, ohne die Qualifikation anhand von Geschlechterklischees in Frage zu stellen. Mein Kollege hat anfangs überhaupt nicht verstanden, worauf ich hinauswollte und auch nach meiner Erläuterung fand er es nicht nachvollziehbar, dass ich "dafür ein Fass aufmache".
 
Stimmt ich sitze hier mit Schaum vorm Mund ob dieser für mich essenziell wichtigen Diskussion in einem Internetforum.:D
Ich freu mich immer noch über den Dreier und damit Gute Nacht*innen
Ach so, dann ist das also deine ganz normale Wortwahl. Wow, das machts ja nochmal schlimmer.

Ist schon sehr interessant, wie zum einen User hier bestimmen wollen, was die wahren Probleme sind und zum anderen dann, dass nur über diese wahren Probleme diskutiert werden darf. Als gäbe es nur Platz für Diskussionen für eine bestimmte Anzahl an Problemen und alles andere müsse dann ignoriert werden. Dann verzieht euch doch bitte auch konsequent aus diesem Fußballforum und nutzt eure Kapazitäten, um über die wahren Probleme zu diskutieren.

Auch geil ist natürlich die Vorstellung, Gendern wäre eingeführt worden, um von echten Problemen abzulenken. :D
 
Es ist aber nunmal eine Tatsache, dass Menschen aufgrund von Hautfarbe und Geschlecht diskriminiert werden. Zu sagen, man würde nicht auf Hautfarbe oder Geschlecht achten wollen, ignoriert diese Tatsache und macht eine Diskussion und daraus folgend eine Änderung des Status Quo unmöglich. Wie die Leute, die auf "Black lives matter" immer mit "all live matter" geantwortet haben.
Ich denke, Du bist dabei die Grenzen zu verwischen. Die Genderdiskussion hat nichts zu tun mit der Hautfarbe und wenn ein Mann gerne Frauenkleider anzieht oder Frau mit Anzug und Krawatte daherkommt, dann kann man das gut finden oder nicht oder besser, es einfach ignorieren.
Ein Sternchen in der Anrede hilft den Personen überhaupt nicht.
 
Schön wie das hier wiederholt so festgelegt wird. Dass Veränderungen in der Sprache auch Veränderungen im Denken zur Folge haben können, ist ja eh Blödsinn oder

Ich habe die Hautfarbe btw nicht ins Spiel gebracht.
....aufgrund von Hautfarbe und Geschlecht.... stammt aus deinem Text.

Ob Veränderungen der Sprache Blödsinn ist oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich habe einen großen Bekanntenkreis mi Heteros, Schwulen und Lesben, und ob da ein * dabei ist, vermag ich nicht zu sagen, dazu müssten sich diese Menschen outen. Wäre vielleicht sinnvoll, denn dann würde man mehr mit den Menschen sprechen anstatt über sie.
 
Ach so, dann ist das also deine ganz normale Wortwahl. Wow, das machts ja nochmal schlimmer.

Ist schon sehr interessant, wie zum einen User hier bestimmen wollen, was die wahren Probleme sind und zum anderen dann, dass nur über diese wahren Probleme diskutiert werden darf. Als gäbe es nur Platz für Diskussionen für eine bestimmte Anzahl an Problemen und alles andere müsse dann ignoriert werden. Dann verzieht euch doch bitte auch konsequent aus diesem Fußballforum und nutzt eure Kapazitäten, um über die wahren Probleme zu diskutieren.

Auch geil ist natürlich die Vorstellung, Gendern wäre eingeführt worden, um von echten Problemen abzulenken. :D
Was genau ist meine Wortwahl?
Nochmal, niemand bestimmt hier irgendwas Allgemeingültiges, sondern stets aus seiner Warte, subjektiv.
Was ignoriere ich denn?
Ich habe gesagt, dass ich von diesen Gendersternchen nichts halte, weil es nicht hilft und am Thema vorbei geht.
Meinetwegen können wir bis zum St.Nimmerleinstag weiter diskutieren.
Wobei mit dir zu diskutieren immer so ein wenig ermüdend ist, finde ich.
 
Ob Veränderungen der Sprache Blödsinn ist oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich habe einen großen Bekanntenkreis mi Heteros, Schwulen und Lesben, und ob da ein * dabei ist, vermag ich nicht zu sagen, dazu müssten sich diese Menschen outen. Wäre vielleicht sinnvoll, denn dann würde man mehr mit den Menschen sprechen anstatt über sie.
:tnx:

Auch geil ist natürlich die Vorstellung, Gendern wäre eingeführt worden, um von echten Problemen abzulenken.
So würde ich es nicht ausdrücken. Ich bin allerdings bei @mezzo19742, der weiter oben sehr treffend geschrieben hat, dass es doch ganz praktisch sein kann, sich darum zu kümmern und Ergebnisse zu präsentieren, anstatt die grundlegenden - und komplexeren - Probleme anzugehen, für die es keine schnellen Lösungen gibt.
 
Das es dafür schon einen eigenen Thread gibt. Sorry. Auch bei Stellenausschreibungen das (m/w/d) ... da haben wir uns ganz schön verirrt und wenn durch diesen gewissermaßen Hype schon 10 jährige ihr coming out feiern dann gute nacht (das stimmt sogar).
 
Das es dafür schon einen eigenen Thread gibt. Sorry. Auch bei Stellenausschreibungen das (m/w/d) ... da haben wir uns ganz schön verirrt und wenn durch diesen gewissermaßen Hype schon 10 jährige ihr coming out feiern dann gute nacht (das stimmt sogar).
Zum ersten Teil - :tnx:, als das aufkam, habe ich auch nur noch mit dem Kopf geschüttelt.
Teil 2 unterschreibe ich nicht, denn ich denke, dass man das nicht pauschal bewerten kann. Es gibt diejenigen, bei denen es kein "Hype" ist, sondern eine erhebliche Herausforderung, zu erkennnen und - je nach familiärem und sonstigem Umfeld - umzusetzen -, was sie sind.
 
Das es dafür schon einen eigenen Thread gibt. Sorry. Auch bei Stellenausschreibungen das (m/w/d) ... da haben wir uns ganz schön verirrt und wenn durch diesen gewissermaßen Hype schon 10 jährige ihr coming out feiern dann gute nacht (das stimmt sogar).
In einem kleinen Hotel in Österreich suchten sie einen Kellner, Ausschreibung mit m/w/d.
Ein Gast, älteres Baujahr, stellte fest, "jetzt schreiben sie schon dabei, das er deutsch sprechen muss". :D
 
....aufgrund von Hautfarbe und Geschlecht.... stammt aus deinem Text.
Na dann lies mal den Post, auf den ich reagiert habe. ;)
Ob Veränderungen der Sprache Blödsinn ist oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich habe einen großen Bekanntenkreis mi Heteros, Schwulen und Lesben, und ob da ein * dabei ist, vermag ich nicht zu sagen, dazu müssten sich diese Menschen outen. Wäre vielleicht sinnvoll, denn dann würde man mehr mit den Menschen sprechen anstatt über sie.
Na offenbar herrscht eben noch nicht die nötige Akzeptanz in der Gesellschaft, dass sich alle Menschen trauen können, sich zu outen. Das Problem existiert also offensichtlich und muss angegangen werden. Und da wären wir dann unter anderem wieder bei Änderungen der Sprache, die Änderungen im Denken beeinflussen kann. Und damit dann auch wieder bei der Gleichstellung der Geschlechter. ;)
 
Das hier unter anderem:
Ja, die sollen für gleiche Arbeit das gleiche Geld bekommen und nicht so nen Scheiss wo sich ein paar Emanzen auf die haarigen Schenkel klopfen.
Ist das deine normale Wortwahl im Ruhepuls oder was?

Nochmal, niemand bestimmt hier irgendwas Allgemeingültiges, sondern stets aus seiner Warte, subjektiv.
Ach so, aus ihrer subjektiven Warte heraus bestimmen Leute für die Allgemeinheit, was die wahren Probleme sind. Wow.

Ich habe gesagt, dass ich von diesen Gendersternchen nichts halte, weil es nicht hilft und am Thema vorbei geht.
Was du aber offenbar nicht hinkriegst, ist zu sagen, warum du dieser Ansicht bist. Es kommt immer nur die Behauptung, es würde nichts bringen oder am Thema vorbei gehen. Hab ich verstanden. Aber warum denkst du, dass das so ist?

Was hälst du zum Beispiel hiervon? https://www.tagesspiegel.de/gesells...chlechtergerechte-sprache-wirkt/24906988.html
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Und da wären wir dann unter anderem wieder bei Änderungen der Sprache, die Änderungen im Denken beeinflussen kann.
Das stimmt, allerdings passiert das im Positiven wie im Negativen. In meinem Umfeld gibt es Menschen, die das Ganze als sinnvoll erachten und positiv sehen, so wie Du. Mehrheitlich allerdings empfindet es mein Umfeld - und zwar Männlein und Weiblein gleichermaßen (ich kennen niemanden, der "divers" ist), als nervig, sobald es zu erschwerter Lesbarkeit etc. führt. Und etwas, das als nervig empfunden wird, ist nicht positiv besetzt, sondern schadet mMn eher denjenigen, zu deren Nutzen es gedacht ist.
 
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