Ich vermute, dass du mich mißverstanden hast, denn mit der aus der 2. Reihe kommend meinte ich nicht Biden sonden die Republikaner, die ihre Anerkennung äußerten. Und dort genießt Biden in der Tat hohes Ansehen, auch weil er sich im Kongress oft für parteiübergreifende Kompromisse einsetzte.
Mein erster spontaner Gedanke beim Lesen dieser Zeilen war die Sequenz einer Doku, die ich erst vor ein paar Tagen sah. Dort äußerte der im Wahlkampf 2008 unterlegene republikanische Kandidat John McCain vor seinen Parteifreunden seine Glückwünsche und Gottes Segen für Obama und erklärte dabei, dass Obama nun auch "mein Präsident" sei, wofür er aus Reihen seiner Parteifreunde Pfiffe und Buh-Rufe erntete. Auch das war/ist eine Bestätitung der o.a. These von Obama. Aber selbst wenn es die Ära Obama nicht gegeben hätte, wären die USA vermutlich auch in 50 Jahren noch nicht reif den ersten schwarzen Präsidenten gewesen. Denn in den USA existierte von der Gründung 1776 bis 1964 eine staatliche Rassentrennung, die zwar mit dem Civil Right Act formell abgeschafft wurde, aber bis diese in den fast 200 Jahren entstandenen Gräben in der US-Gesellschaft waren damit noch lange nicht geschlossen. Und es werden wohl auch noch ein paar Jahrzehnte vergehen müssen, bis - sofern es überhaupt möglich ist - diese Gräben so weit zugeschüttet werden, dass die USA reif für einen schwarzen Präsidenten sind.