Ob du das alles ernst meinst, was du hier schreibst, musst du selbst beantworten.
Ich jedenfalls meine meinen Beitrag sehr wohl ernst. Werder bietet doch allen Ticketinhaber*innen an, das Geld vollständig wieder zu bekommen und weist ja selbst darauf hin, dass es absolut legitim ist, dies zu tun. Zumal ja auch viele Fans privat wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise zu spüren bekommen haben dürften und darauf weist Werder doch selbst hin. Ja, es stimmt, dass man Fans bittet angesichts der großen finanziellen Herausforderungen der Krise, auf Rückerstattungen zu verzichten. Aber das macht man mMn auf eine transparente und faire Art und Weise, ohne große Emotionalisierungen im Sinne von "Wenn du echter Fan bist, musst du verzichten". Das läuft bei anderen Vereinen deutlich kritischer aus meiner Sicht. Außerdem werden 12% des Preises dieser nicht zurückgegebenen Tickets an SOS-Kinderdörfer gespendet und Dauerkarten-Inhaber*innen erwartet bei Verzicht "ein Paket mit einem hohen ideellen Wert sowie ein ganz besonderes Event mit der Mannschaft". Das finde ich alles vollkommen okay und ich sehe da nicht, weshalb man die Geschäftsführung angreift (zumindest wenn der zitierte Halbsatz betreffend von Entschädigungen von DK-Inhaber*innen auch angemessen umgesetzt wird, aber damit rechne ich).
Deine Behauptung, dass man seit Monaten wisse, dass kein Spiel mit Zuschauer*innen stattfinden könne, ist schlichtweg eine Lüge und das ist dir wahrscheinlich auch durchaus bewusst, denn schließlich hast du meinen Beitrag zitiert, indem ich sie widerlege.
Spricht jemand davon, dass eine Information "seit Monaten" bekannt sei, sind damit in aller Regel mehr als zwei Monate gemeint. Aber selbst wenn man es bestmöglich zu Gunsten deiner These auslegt und von nur zwei Monaten ausgeht, ist das einfach falsch. Am 10.3. wurden noch Champions-League-Spiele mit mehr als 40.000 Zuschauer*innen in Deutschland ausgetragen. Zu dem Zeitpunkt sollte der Bundesligaspieltag vom 13.-16.3.2020 eigentlich auch noch vor Fans stattfinden. Die Fixmeldung, dass es keine Spiele vor Publikum bis August geben wird, kam Mitte April.
Und auch sonst ist das Krisenmanagement aus meiner Sicht stringent: Man äußert sich besonnen, aber transparent. Gleichzeitig weist man auf die Priorität der Gesundheit an, aber äußert wenn nötig auch Kritik an der Bremer Innenpolitik und Mäurer. Die virtuellen Angebote in der Corona-Krise (z.B. interaktives Sport- und Fitnessprogramm für vier Altersstufen, Tor-Jukebox, Aktionen auf Twitter-/Instagram-/Facebook) finde ich ziemlich gelungen, wenn man bedenkt, dass sie sehr kurzfristig erarbeitet werden mussten. Auch die Aktion, bei der Werder-Mitarbeiter*innen inklusive Profispieler ältere Mitglieder/Dauerkarteninhaber*innen angerufen haben, war eine gute Sache.
Und ja, deiner Aussage, dass Profifußballer im Vergleich zu vielen anderen Menschen in unserer Gesellschaft viel zu viel Geld verdienen bzw. dass insgesamt viel zu viel Geld im Fußball fließt, stimme ich vollkommen zu. Aber das ist ein Problem des Gesamtsystems Fußball und kein Verschulden unserer Geschäftsführung. Übrigens haben einige unserer Spieler auch privat schon Spenden im Zusammenhang mit in-Not-geratenen Menschen in der Corona-Krise geleistet (bspw. Johannes und Maximilian Eggestein bei der Spenden-Initiative von Kimmich und Goretzka) und zudem ist ja gar nicht bekannt, inwiefern auch eine höhere Bereitschaft zu Gehalts- oder Prämieverzichten bei der Mannschaft oder zumindest einzelnen Spielern und anderen Angestellten auf Leitungsebene vorhanden ist.
Und übrigens: Ich bin auch seit vielen Jahren Mitglied und Dauerkarteninhaber. Was ändert das?
Erst einmal: Sehr cool, dass du das Geld für soziale Zwecke spendest.

Ich finde es allerdings auch etwas unfair, pauschal zu behaupten, dass "die Jungmillionäre nicht" wüssten, dass "der Fussball von den Fans abhängig ist". Natürlich gibt es einige Profis, die die Bodenhaftung verloren haben, aber es gibt auch durchaus einige Profis, die sich dessen sehr wohl bewusst sind und die auch gerade jetzt soziale Verantwortung übernehmen.
Abgesehen davon ist Werder Dirks Bezeichnung "Jungmillionäre" natürlich auch ziemlich polemisch.