Ein solcher Schritt impliziert sicher ein nicht unerhebliches Risiko. Aber wenn ein Flugzeug abzustürzen droht, sollte die Crew dann es wenigstens nicht versuchen, mit einer Bruchlandung den Schaden für Leib und Leben klein zu halten, statt auf den Absturz zu warten?
Ich hatte es neulich schon geschrieben, daß wir 1999 in einer ähnlichen Situation waren und weiß noch wie heute, daß am Morgen nach der Entlassung von Magath der morgentliche Radiowecker vermeldete, daß das Führungstrio Dr. Böhmert / Fischer / Lemke ihren geschlossenen Rücktritt angekündigt hatten und meine erster Gedanke war, ob die 3 gekifft hätten, in so einer prekären Situation eine solche Maßnahme bei nur noch 4 verbliebenen Ligaspielen verlauten zu lassen. Aber zusammen mit der Beförderung von TS zum Chefcoach war das genau der Ruck, den der Verein und die Stadt brauchte, um die Kräfte zur Vermeidung des drohenden Abstiegs zu bündeln und somit auch wieder Hoffnung bei den Fans zu wecken, die wenige Tage zuvor bei der 1:2-Heimpleite gegen den Abstiegskonkurrenten Frankfurt einer völlig verunsicherten Werder-Mannschaft verloren gegangen war. Was folgte, ist bekannt: eine kampfbereite, entschlossene Werder-Mannschaft wurde von einem frenetischen Publikum in positiven Sinne zum 1:0-Sieg gegen Schalke gebrüllt, welcher der Auftakt eine erfolgreichen Aufholjagd wurde.
Dies kann selbstverständlich keine Schablone dafür sein, daß ein solch radikaler Schnitt 21 Jahre später wieder ein gutes Ende nimmt. Doch in so so einer extremen Situation wie aktuell sollte eine solch extreme Maßnahme nicht per se negiert werden. Es birgt Risiken, aber auch Chancen und wer diesen zugegeben gewagten Schritt geht, den kam man vielleicht das etwaige Scheitern anprangern - aber es niemand kann Vorwürfe erheben, daß nicht alles versucht wurde. um den Worst Case eines Abstiegs zu vermeiden. Es geht schließlich um den SV Werder Bremen, und keine Person(en) darf/dürfen wichtiger sein als der Club bzw. die Kapitalgesellschaft Profifußball.