In Bremen jedoch, und das ist das besondere, ist nichts von dem zu beobachten, was einen Trainerwechsel unausweichlich erscheinen lässt. Der Verein ist intakt, das Verhältnis Klub/Trainer ist intakt, die Fans stehen aufopferungsvoll hinter dem Team, bei jeder Zu-Null-Niederlage wieder, und den Medien kann dieser Trainer Florian Kohfeldt sehr genau erklären, warum genau ab jetzt alles besser wird: weil die verletzten Spieler zurückkehren, das Niveau im Training steigt, seine Optionen mehr werden, weil aus den kleinen Fortschritten bald, sehr bald Ergebnisse werden. Wer Florian Kohfeldt nach dem Spiel gegen Dortmund gehört hat, hat nichts von Müdigkeit oder Resignation gespürt. Und die Mannschaft? Ist intakt. Spielt halt einfach nur schlecht. Wird wieder besser.
In Bremen sehen sie keinen Grund dafür, dass ein Trainerwechsel irgendetwas verbessern würde, weil die Arbeit zwischen Trainer und Mannschaft nach Überzeugung der sportlichen Leitung funktioniert, weil ihr die Fantasie fehlt, was ein anderer Coach besser machen könnte. Der Verein, diesem Eindruck kann man sich kaum verschließen, handelt aus Überzeugung, er streut den Mechanismen des Geschäfts damit Sand ins Getriebe. Wie das ausgeht? Weiß heute niemand. Aber einen Versuch ist es wert.