Was ist denn überhaupt der sog. "Werder-Weg"? Schon da habe ich große Probleme diesen zu fassen. Sehe zum Beispiel große Unterschiede zwischen der Ära Rehhagel und der Ära Schaaf auch wenn beiden gemein ist, dass diese Trainer überdurchschnittlich lange bei Werder gewirkt haben.
"Kontinuität" auf der Trainerposition oder im Management sind kein Selbstzweck. Zeigler nennt dies sogar etwas "wofür sein Verein stehe". Natürlich ist es gut, wenn ein Verein nicht zu überstürzten Handlungen neigt, aber diese Neigung hat bei Werder niemand. Auch keiner der Foristen hier. Hier wird in der Regel recht sachlich kritisiert. Allerdings ist der Bogen auch irgendwann überspannt. In meinen Augen ist dies mittlerweile der Fall, zumal einfach keine positive Entwicklung zu erkennen ist. Weder sportlich noch wirtschaftlich.
Das ist ein guter Punkt. Möglicherweise hat Zeigler insofern Recht, dass viele das mit Werder verbinden.
Aber Du hast natürlich Recht, dass es kein Selbstzweck sein darf.
Rehhagel und Schaaf waren so lange im Amt, weil sie Erfolge hatten.
Sie waren aber nicht deswegen erfolgreich, weil sie lange im Amt waren.
Der Umkehrschluss, dass Kontinuität Erfolg verspricht, ist also Unsinn.
Wenn man also nur Kontinuität will, weil man denkt, dass dann irgendwann der Erfolg kommt, könnte man schwer enttäuscht werden.
Wenn man nur Kontinuität will, um Kontinuität zu haben oder dem zu entsprechen "wofür der Verein steht", dann ist das noch schlimmer.
Das hieße ja, dass das Image wichtiger wäre als der Erfolg.
Wenn man aber einen Trainer hat, von dessen Fähigkeiten man überzeugt ist, dann könnte sich Kontinuität auszahlen.
Die Frage ist, wie lange hat man Geduld? Welchen Preis will man dafür zahlen, dass vielleicht irgendwann Erfolg eintritt.