Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

ja, es läuft was schief. aber ist das am 'werder-weg' festzumachen?

Ich finde man sollte schon auf Problemsuche gehen, wenn man seit 10 Jahren nicht erfolgreich ist.
Ich sehe in diesem Werderweg (wenn es darum geht Leute mit Werdervergangenheit zu installieren) halt mittlerweile ein Problem.
Diese Kontinuität hat uns mal stark gemacht, richtig aber diese Zeiten sind wohl schlicht und einfach vorbei.
 
Quer durch die Bundesliga arbeiten überall ehemalige Spieler, zum Teil überaus erfolgreich. Das ist ja nicht das grundsätzliche Problem. Das Problem ist einfach, dass es vermutlich nicht die richtigen sind. Ehemalige Vereinszugehörigkeit egal! Nur hier, wird es als DAS Problem benannt. Anderswo ist man stolz drauf (war man hier auch mal ;-) ). Wenn's gut läuft, ist es natürlich auch kein Problem.
 
wieso denkst du, dass sie es sind? stellen vereine ohne 'werder-weg' nicht auch mal die falschen leute ein, stürzen vereine ohne 'werder-weg' nicht auch mal ab? inwiefern machst du die erfolgslosigkeit am 'werder-weg' fest?

Natürlich machen sie das.
Ist dann halt auch immer was anderes wenn Bayern einen Salihamidzic "durchzieht" oder der sportliche Leiter bei Mainz "versagt" mal so als Beispiel. Ich möchte uns auch ungern mit anderen Vereinen vergleichen, weil wir schon anders sind, was ich einerseits ja auch gut und positiv finde.
Nun kommt das aber:
Woran soll ich die Erfolglosigkeit denn sonst festmachen als an den Leute die mMn diesen Weg verkörpern?
Wir haben hier seit einigen Jahren dieselben Leute am Ruder und die Ergebnisse sind bestenfalls durchschnittlich mit zwischenzeitlichem Abstiegskampf und wo soll man denn sonst ansetzen als bei den Verantwortlichen?`
Einfach zu glauben, dass die das bestmögliche aus unseren Mitteln rausholen möchte ich schlicht und einfach nicht glauben.

Der Werderweg ist für mich Kontinuität mit Personal aus den eigenen Reihen und eigenem Konzept, darauf würde ich es runterbrechen.
Edit: Ich würde noch Offensivfussball ergänzen.
 
Quer durch die Bundesliga arbeiten überall ehemalige Spieler, zum Teil überaus erfolgreich. Das ist ja nicht das grundsätzliche Problem. Das Problem ist einfach, dass es vermutlich nicht die richtigen sind. Ehemalige Vereinszugehörigkeit egal! Nur hier, wird es als DAS Problem benannt. Anderswo ist man stolz drauf (war man hier auch mal ;-) ). Wenn's gut läuft, ist es natürlich auch kein Problem.

Es wird halt dann zu DEM Problem, wenn man am Ende das Gefühl bekommt, dass sich Seilschaften herausbilden, die das Wohl des Vereins hinten anstellen um sich gegenseitig zu stützen. Warum wurde denn Thomas Eichin damals entlassen? Hing das nicht ganz maßgeblich mit der Personalien Skripnik zusammen? Klar wurden hier andere Begründungen öffentlich kommuniziert, aber es war doch offensichtlich.

Baumann hat bisher Werder weder wirtschaftlich noch sportlich voran gebracht. FloKo ist nun der dritte Trainer unter seiner Verantwortung, der zweite, den er selbst ausgewählt hat, und alle sind sportlich bislang gescheitert. Bei FloKo scheint man bedingungslos an ihm festzuhalten. Die Floskel dafür heißt, dass man von ihm überzeugt sei. Dabei hat er jetzt eine Negativserie zu verantworten, die wohl einmalig in der Werdergeschichte ist. Zahlen sind genannt. Das sind die harten Fakten. Daran muss man sich messen lassen, denn wie gesagt beim Abstieg geht es mehrere zehn Millionen Euro, die verloren gehen. Das ist kein Spiel sondern ein knallhartes Geschäft.
 
Natürlich machen sie das.
Ist dann halt auch immer was anderes wenn Bayern einen Salihamidzic "durchzieht" oder der sportliche Leiter bei Mainz "versagt" mal so als Beispiel. Ich möchte uns auch ungern mit anderen Vereinen vergleichen, weil wir schon anders sind, was ich einerseits ja auch gut und positiv finde.
Nun kommt das aber:
Woran soll ich die Erfolglosigkeit denn sonst festmachen als an den Leute die mMn diesen Weg verkörpern?
Wir haben hier seit einigen Jahren dieselben Leute am Ruder und die Ergebnisse sind bestenfalls durchschnittlich mit zwischenzeitlichem Abstiegskampf und wo soll man denn sonst ansetzen als bei den Verantwortlichen?`
Einfach zu glauben, dass die das bestmögliche aus unseren Mitteln rausholen möchte ich schlicht und einfach nicht glauben.

Der Werderweg ist für mich Kontinuität mit Personal aus den eigenen Reihen und eigenem Konzept, darauf würde ich es runterbrechen.
Edit: Ich würde noch Offensivfussball ergänzen.
nun erstmal fände ich es interessant, welche erwartungen du hast? seit baumann hier ist, waren wir 8., 11. und dann wieder 8. letzte saison sind wir dabei sehr knapp und mit einer punktzahl, die sonst fast immer gereicht hätte, an der el vorbeigeschrammt. also welche erwartungshaltung hast du?
die krise jetzt ist extrem und natürlich zu einem sehr großen teil an den verantwortlichen personen festzumachen. insbesondere baumann habe ich hier ja auch schon mehrfach kritisiert. aber wie genau hat das mit diesem 'werder-weg' zu tun, der laut dir ja dadurch definiert ist, zu versuchen, mit personal aus den eigenen reihen kontinuierlich zu arbeiten? ist baumann ein fehlgriff als geschäftsführer sport? möglicherweise, auch wenn man die zunächst durchaus gute arbeit nicht vollständig ignorieren sollte. aber ist das grundsätzlich mit dem 'werder-weg' in verbindung zu bringen?
 
nun erstmal fände ich es interessant, welche erwartungen du hast? seit baumann hier ist, waren wir 8., 11. und dann wieder 8. letzte saison sind wir dabei sehr knapp und mit einer punktzahl, die sonst fast immer gereicht hätte, an der el vorbeigeschrammt. also welche erwartungshaltung hast du?
die krise jetzt ist extrem und natürlich zu einem sehr großen teil an den verantwortlichen personen festzumachen. insbesondere baumann habe ich hier ja auch schon mehrfach kritisiert. aber wie genau hat das mit diesem 'werder-weg' zu tun, der laut dir ja dadurch definiert ist, zu versuchen, mit personal aus den eigenen reihen kontinuierlich zu arbeiten? ist baumann ein fehlgriff als geschäftsführer sport? möglicherweise, auch wenn man die zunächst durchaus gute arbeit nicht vollständig ignorieren sollte. aber ist das grundsätzlich mit dem 'werder-weg' in verbindung zu bringen?

Hhmm, ja gute Frage, welche Erwartung habe ich eigentlich?
Als Fan, der Meisterschaften, DFB-Pokalsiege, mehrfache Champions League-teilnahmen und einen Europapokalsieg erlebt hat, fällt es sicherlich schwer, sich damit abzufinden, dass man sich mittlerweile seit Jahren im Niemandsland der Liga aufhält.
Nun sogar ein Abstieg nicht mehr komplett unrealistisch ist.

Irgendwie hofft man ja doch insgeheim, dass man zumindest mal wieder europäisch spielen kann.
Darum geht es doch auch jedem Fan, dass der Verein das bestmögliche aus sich herausholt.

Aber was ist nun das Bestmögliche für Werder Bremen?
Was ist hier denn überhaupt möglich?
Ist das was Baumann und der Klüngel uns verkaufen wollen alternativlos, ist einfach nicht mehr drin?
Ich glaube es nicht und wenn dem so sein sollte, dann gute Nacht Werder.
 
tja, das ist eben die frage. was ist hier überhaupt realistisch gesehen möglich? und inwiefern ist der 'werder-weg' verantwortlich dafür, dass wir das was möglich ist, erreichen bzw. es nicht erreichen?

Das kann dir doch keiner seriös beantworten.

Ich würde es zumindest probieren einige Position auszutauschen oder zu eliminieren um diese mMn lähmende Kumpanei durch professionelles Arbeiten ohne persönliche Seilschaften zu ersetzen ob es dann besser klappt weiß ich allerdings auch nicht.
 
Hhmm, ja gute Frage, welche Erwartung habe ich eigentlich?
Als Fan, der Meisterschaften, DFB-Pokalsiege, mehrfache Champions League-teilnahmen und einen Europapokalsieg erlebt hat, fällt es sicherlich schwer, sich damit abzufinden, dass man sich mittlerweile seit Jahren im Niemandsland der Liga aufhält.
Nun sogar ein Abstieg nicht mehr komplett unrealistisch ist....

Was möglich wäre, zeigt die letzte Saison, oder das Spiel gegen Dortmund im Pokal...

Wir haben eine Mannschaft, voller aktueller / ehemaliger Nationalspieler / U-Nationalspieler... da MUSS mehr bei rauskommen, als Platz 18 oder 17 oder 16 - da ist in der Liga alles zwischen Platz 12 und 6 realistisch, je nach dem wie die anderen eben schwächeln oder formstark sind.

Was ich aber zwingend erwarte ist, das von oben bis unten im Verein alles für den Erfolg getan wird, setzt ein Zahnrand aus, drehen sich viele andere nicht mehr mit - und mMn ist das defekte Zahnrad eher FK/FB wobei die sportlichen Fehler (Fehlende Reibung, kein Aufbäumen, kein Aufdrängen der Ersatzspieler etc.) einzig und alleine dem Trainer anrechne.
Und das sehe ich nicht.

Es werden Konsequenzen angekündigt, was passiert? Der Fitnesscoach wird ins NLZ geschoben und Lang ausm Kader gestrichen aus sportlichen Gründen... Der Rest der "Leistungsverweigerer" darf weiter rumstolpern. Haha, das ich nicht lache.
Und dann wundert man sich, das keiner der Stammspieler sein Pensum abruft?
Nicht ohne Grund kämpfen Vogt, Bittencourt und Selke mit vollem Einsatz: die wollen sich für ANDERE Vereine anbieten.
Beim Rest hat man das Gefühl "Och egal, steigen wir halt ab, den nächsten Vertrag hab ich ja eh schon sicher irgendwo mit dickem Gehalt"
 
tja eben. daher finde ich es ja auch zu einfach, alles, was schlecht läuft, auf den 'werder-weg' zu schieben.
Wen willst du denn für Werders scheitern verantwortlich machen außer Mannschaft, Trainerteam, medizinische Abteilung, Management und Mitarbeiterstab? Das Verletzungspech? Die anderen Clubs? Höhere Mächte? Werders Verantwortungsträger, das sagt schon der Begriff sind für Werders Erfolg selbst verantwortlich und allmählich frage ich mich, wen man denn in deinen Augen kritisieren darf wenn nicht das Personal, das aktuell Werder Bremen repräsentiert sowie dessen Vorgehensweise?
 
Warum "muss"? Der HSV hat diverse Trainer verschlissen, um am Ende doch in Liga 2 zu landen, weil nichts passte. Hat also nichts gebracht. Von daher könnte man alternativ in Betracht ziehen, die Saison zu Ende zu spielen und im Hintergrund Änderungen überlegen. Nicht zuletzt auch im Management, der Nachwuchsarbeit etc. Jetzt vielleicht per Trainerwechsel mit Strohfeuer-Effekt drin bleiben und dann weiter machen wie bisher bringt nichts.

Dann hätten wir aber auch Nuri oder bei Skripnik bleiben können, hätte viel Geld und Ärger erspart....Bei beiden Trainern sprach man in der Führung in gleich hohen Tönen wie bei Kohfeldt...
 
Nochmal zu Zeigler, hätte man denn auch damals an Nouri und Skripnik festhalten sollen?
Das ist doch die Logik.
Mal ganz abgesehen davon,dass er doch auch von Werder bezahlt wird als Stadionsprecher ,da erwarte ich nicht viel differenziertes.

Habe das gleiche gedacht und geschrieben, weil ich deinen Beitrag da noch nicht gelesen hatte.

Zeiglers Beitrag hat schon was von: „Du Arndt, du bist doch überall hoch angesehen, kannst du evtl. mal mit einem Facebook Beitrag ein paar Brände löschen und den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen?

Wenn er einen Beitrag zur Besserung leisten möchte, dann kann er das im Zuge einer Stadionmusik-Reform tun. Das ist so öde, was da seit Jahren jedes zweite Wochenende aus den Boxen dröhnt...
 
man weiß also nicht, wer sich beworben hat, aber die einstellung von fritz ist trotzdem falsch? das ist doch genau das, was ich meinte: es wird sich bei der kritik hier teilweise viel zu einfach gemacht.

Dann schicke ich einen Headhunter los um einen Profi in dem Gebiet mit Erfahrung zu finden und lasse Fritz nebenher noch ein paar Jahre lernen. Wir haben lauter Leute in den wichtigen Jobs, die das zum ersten Mal machen. Ich geb gerne jedem eine Chance, aber wir würden ja auch nicht die Mannschaft nur aus U19 Spielern zusammenstellen, die aus der Ostkurve kommen und schon mal zugeguckt haben, wie die Profis das machen und sich dadurch qualifizieren, dass sie Lebenslang Grün-Weiß fehlerfrei gröhlen können. Da braucht es eine gesunde Mischung aus Neulingen und Erfahrung, aus internen und externen Leuten und die sehe ich bei Werder neben dem Platz nicht. Alles ehemalige Werder-Größen, die ihre Buddies auf die wichtigen Positionen einstellen und alle verstehen sich bestimmt blendend und keiner tut sich weh. Das fing mit der Einstellung FBs an, nur um zu verhindern, dass Buddy Viktor gehen muss - dabei haben es fast alle gewusst, dass das nix wird und hat wieder eine Saison durch Anfängerfehler verschenkt. Und heutzutage, mit den ganzen Plastikklubs, kannst du dir als Werder Bremen es nicht erlauben, soviele Sachen schlechter zu machen, als die anderen.

Schlechteste Saison ever, aber wir machen alles richtig und haben nur Verletzungspech, weil die Spieler zu übermotiviert sind und nicht rechtzeitig sagen, wenn sie nicht mehr können? :lol:
 
Die Neuaufstellung hat man abgebrochen als man Schröder nach Mainz ziehen ließ und Eichin durch Baumann ersetzt hat. Man kann gerne der Meinung sein, dass Eichin seinen Aufgabe hier erledigt hatte und man dann wieder was Neues beginnen wollte. Aber genau das tat man nicht, sondern bewegt sich im Grunde die Schritte zurück, die man zuvor Vorwärts gegangen war. Daher teile ich eben schon gar nicht die Ansicht von Zeigler, dass Baumann mit "kleinem Geld" arbeiten musste. Sicherlich ist das im Vergleich zum FC Bayern kleines Geld, aber er hat nicht den Etat um gut ein Drittel reduzieren müssen und hat auch bei den Transferausgaben wieder deutlich tiefer in die Schatulle greifen dürfen. Es wird sich am Ende zeigen wie viel dabei auf der Habenseite bleibt. Bisher ist da noch nicht viel an Mehrwert aus den Transfers erzielt worden. Aber genau darauf ist ein Club wie Werder angewiesen. Ansonsten sind die meisten Strukturen so geblieben wie sie waren und zu einem erheblichen Teil sind da auch noch die gleichen Leute aktiv. Ein bisschen verschoben hat man intern, auch gerne mal neue Namen für Funktionen gegeben, aber in meinen Augen eine wirklich "Neuaufstellung" hat es nicht gegeben. Diesen Prozess hat man mittendrin abgebrochen.

Der "Schuss ins Blaue" ist die letzte Patrone, die wir abfeuern können um den Abstieg irgendwie zu vermeiden. Ich sehe nicht, dass wir mit FloKo da raus kommen. Auch wenn man von ihm überzeugt sein mag, ist ein Abstieg viel zu teuer. Das kann man sich eigentlich nicht leisten, daher heißt es eigentlich diesen Super-GAU mit allen Mitteln nach Möglichkeit zu verhindern. Es gibt nichts Gutes außer man tut es. Abwarten und hoffen, dass wir die Kurve kriegen, ist halt tatsächlich nicht meins.

So und nicht anders …. besonders der erste Absatz. :tnx::top:
Baumann wie auch Fritz hatten nach Karriereende eine Anschlussverwendung im Sack, wie auch einige andere
verdiente Profis. Daran ist ja auch zunächst nichts verwerflich. Im Gegenteil, wenn man überzeugt ist, dass dieser
Spieler eine weitere Verwendung im Verein bekommen sollte, ist es gut sich diese Dienste zu sichern.
Die Qualifikation für einen bestimmten Posten sollten aber auch nachgewiesen werden.
Befähigungsnachweise könnten mit Hilfe eines Assessment-Center herausgearbeitet werden.
In der Gegenwart sind Baumann und Fritz beste Beispiele. Baumann lässt sich durchaus bewerten, was hier
ja hinreichend in Anlehnung seiner Vita dargestellt wurde. Bei Fritz gibt es sicherlich noch keine Beurteilungs-
kriterien. Allerdings ist hier die "Baumannsche-Linie" zu verfolgen. … über Trainee der GL (FB) zum Leiter
Scouting ohne die Erfahrung eines Scouts ….. und dann warten bis Herr Baumann seine zweite Lebensauszeit
nimmt. Wenn Baumann tatsächlich gehen sollte, möchte ich drum wetten CF ist dann der nächste Sportdirektor.
Dieser Braten ist schon längst in der Röhre.
 
Was ist denn überhaupt der sog. "Werder-Weg"? Schon da habe ich große Probleme diesen zu fassen. Sehe zum Beispiel große Unterschiede zwischen der Ära Rehhagel und der Ära Schaaf auch wenn beiden gemein ist, dass diese Trainer überdurchschnittlich lange bei Werder gewirkt haben.

"Kontinuität" auf der Trainerposition oder im Management sind kein Selbstzweck. Zeigler nennt dies sogar etwas "wofür sein Verein stehe". Natürlich ist es gut, wenn ein Verein nicht zu überstürzten Handlungen neigt, aber diese Neigung hat bei Werder niemand. Auch keiner der Foristen hier. Hier wird in der Regel recht sachlich kritisiert. Allerdings ist der Bogen auch irgendwann überspannt. In meinen Augen ist dies mittlerweile der Fall, zumal einfach keine positive Entwicklung zu erkennen ist. Weder sportlich noch wirtschaftlich.

Das ist ein guter Punkt. Möglicherweise hat Zeigler insofern Recht, dass viele das mit Werder verbinden.

Aber Du hast natürlich Recht, dass es kein Selbstzweck sein darf.
Rehhagel und Schaaf waren so lange im Amt, weil sie Erfolge hatten.
Sie waren aber nicht deswegen erfolgreich, weil sie lange im Amt waren.
Der Umkehrschluss, dass Kontinuität Erfolg verspricht, ist also Unsinn.
Wenn man also nur Kontinuität will, weil man denkt, dass dann irgendwann der Erfolg kommt, könnte man schwer enttäuscht werden.
Wenn man nur Kontinuität will, um Kontinuität zu haben oder dem zu entsprechen "wofür der Verein steht", dann ist das noch schlimmer.
Das hieße ja, dass das Image wichtiger wäre als der Erfolg.

Wenn man aber einen Trainer hat, von dessen Fähigkeiten man überzeugt ist, dann könnte sich Kontinuität auszahlen.
Die Frage ist, wie lange hat man Geduld? Welchen Preis will man dafür zahlen, dass vielleicht irgendwann Erfolg eintritt.
 
natürlich kann man auch den so genannten werder-weg hinterfragen, allerdings wird es sich aus meiner sicht dabei oftmals zu einfach gemacht, indem man das, was schlecht läuft, einfach darauf schiebt, dass zu wenig einblick von außen käme.

Wenn man es sich deiner Ansicht nach zu einfach macht, Schlechtes auf zu wenig Input von außen zu schließen, dann wirst du sicherlich auch die Frage beantworten können, warum die Heerscharen von Unternehmensberater vor Betriebsblindheit warnen. Hier ein Beispiel:
https://www.jacob-industrie.de/blog...htigen-zeitpunkt-fuer-veraenderung-erkennen/#

Betriebsblindheit

1. ist eine routinemäßige Arbeitsweise, an der keine Selbstkritik geübt und keine Veränderungsmöglichkeit gesehen wird.

2. aufgrund langer Zugehörigkeit blind für Fehler oder Mängel, die in dem Bereich auftreten, in dem man beschäftigt ist.
Betriebsblindheit kann durch verschiedene Faktoren verstärkt werden, so beispielsweise durch langfristig stabilen Absatz oder durch die Unternehmenspraxis, Personal vornehmlich durch kostensparende interne – und unter Meidung kostenintensiver externer – Stellenausschreibungen zu rekrutieren. Eine interne Stellenbesetzung reduziert die Anlaufkosten, da der Mitarbeiter bereits auf der Erfahrungskurve weit fortgeschritten ist. Allerdings befindet sich auch der Grad seiner Betriebsblindheit nicht mehr bei null.
Von einem gewissen Grad an Betriebsblindheit kann sich niemand frei sprechen. Egal auf welcher Etage im Unternehmen man tätig ist. Denn auch für Manager gilt, Routine macht erfolgreich.

Allerdings gehört es zu den Kernaufgaben von Managern, Schaden vom Unternehmen fern zu halten. Betriebsblindheit ist eindeutig ein Schaden.
Parallelen zu den Vorkommnissen bei Werder lassen sich nicht leugnen.

Interessant ist auch dieser Abschnitt:
Eine Betriebsblindheit kann in der Regel nur durch Anstöße und Impulse von außen – von Nichtbetriebsangehörigen – erkannt und verändert werden, so die Hypothese.

Die Praxis zeigt allerdings, dass es auch anders geht.

Personalentwicklungsmodelle im Bereich Training on the Job, wie
  • Job-Rotation = Job-Drehung (Tausch von Arbeitsplätzen),
  • Job-Enlargement = Job-Erweiterung (zusätzliche Aufgaben) und
  • Job-Enrichment = Job-Anreicherung (neue Aufgaben höherer Hierarchiestufen),
sind unbestritten sinnvolle Maßnahmen um den Grad der Betriebsblindheit zu reduzieren, katapultieren die Betroffenen allerdings jedes Mal wieder auf der Erfahrungskurve an den Anfang. Das Spiel beginnt von vorn: Erfahrung – Routine – Betriebsblindheit – höhere Kosten.


Und was sind die Anzeichen von Betriebsblindheit?
Betriebsblindheit Stufe 1 – Killerphrasen:
  • „Das haben wir schon immer so gemacht!“
  • „Das haben wir noch nie gemacht!
[...]
Betriebsblindheit Stufe 2 – Totschlagargumente
[...]

  • „Daran sind schon ganz andere gescheitert“
  • „Das hat noch nie funktioniert“
[...]
Betriebsblindheit Stufe 3 – Suizidargument
  • „Es gibt keine Alternative“
Nun kennen wir die internen Diskussionen in den Werder-Führungsebenen nicht, aber die Handeln der Verantwortlichen lässt darauf schließen, daß diese Anzeichen auch dort vorhanden sind, zB das Festhalten am alternativlos wirkendem Werder-Weg.
 
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