Das ist ein guter Satz, in dem meiner Meinung nach der Kern des Problems liegt. Solange innerhalb der Szene alle die Schnauze halten, hat niemand eine Handhabe gegen die - nennen wir sie mal "radikalen Ultras" (zur Abgrenzung: Damit meine ich diejenigen, die sich innerhalb eines aggressiven Mobs durch den Block schlagen, die gewaltbereit gegenueber der Polizei sind, und die sich und ihre Gruppe ueber das Gesetz, den Verein und die Mannschaft stellen, indem sie diese bewusst schaedigen (zB Beamte fast ueber die Bruestung schmeissen, hohe Kosten wegen Pyro in Kauf nehmen und der Mannschaft aufgrund ihrer eigenen Befindlichkeiten in der 40. Minute den Ruecken kehren). Damit meine ich ausdruecklich keine rassistische oder per se gewalttaetige Gesinnung! Und genau diese radikalen Ultras sind fuer mich alle die gleiche Gruppe, voellig gleich, ob sie jetzt Ultragruppe A oder B angehoeren, Mitlaeufer sind oder sich ihre Frau gerade getrennt hat und sie kein anderes Ventil finden, als sich komplett wie Affen zu benehmen.
So, das mal grundsaetzlich. Ich war Mittwoch auch im Block - die Stimmung war beim "ausmarsch" sehr aggressiv. Kinder weinten bitterlich, es flogen wueste Beschimpfungen, 10-jaehrige Jungs skandierten "ihr seid alle feige Arschloecher, wir sehen uns draussen ihr Pisser" waehrend sie die Faeuste und Mittelfinger in die Kurve reckten. Handgreiflichkeiten an der Bruestung, fliegende Bierbecher und was danach am OKS abgegangen ist, will ich lieber gar nicht wissen. Nach dem Spiel erklaerte mir jemand, der aktiv in der Szene ist (zumindest hat er Bleiberecht zwischen den Ultras und lief auch mit raus) - allerdings weiss ich nicht, ob er da irgendwo offiziell drin ist - dass diese ganze Aktion nicht wegen der Polizei in Block 1 geschah, sondern wegen fehlendem Diskurs in der Sache zum Verkauf der Namensrechte. Sie fuehlten sich als "Fans" vom Verein verraten, weil sie vorher nicht gefragt worden sind. Und jetzt solle sich keiner wundern, warum das mal eskaliert. Ok, an sich - ist zumindest eine Begrundung. Dass da niemand 30 Mio auf den Tisch haette legen wollen mal beiseite geschoben. Auf Nachfrage, warum man dann aber waehrend des Spiels aufgrund ihrer eigenen Befindlichkeiten DIE MANNSCHAFT IM STICH LAESST als vermeintlicher Fan (ja ich habe das sehr laut gesagt) wurde gesagt "ja sonst passiert ja nie was, wir koennen uns ja nicht alles gefallen lassen". Aha - ok. Also sind die Ultras repraesentativ fuer alle. Also fuer mich nicht. Mit keiner Hirnzelle scheint irgendwer drueber nachgedacht zu haben, was das fuer ne Wirkung auf die Spieler haben koennte. Und da fehlen mir echt die Worte. Wirklich. Ob seine Meinung jetzt repraesentativ ist - keine Ahnung. Aber es passt ins Gesamtbild und zu einigen Pressetexten.
Hatte echt keinen Bock aufs Spiel gestern, aber diesmal waren alle friedlich und waren richtig laut - als Wiedergutmachung vielleicht? Waere ja mal ein Anfang...