Bengalos und Raketen im Block // Pyrotechnik

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Bilbo
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

Was haltet ihr von Pyrotechnik?

  • Pyrotechnik ist KEIN Verbrechen

    Votes: 131 20,0%
  • es gehört zum Fußball

    Votes: 84 12,8%
  • guter Support

    Votes: 61 9,3%
  • mir egal

    Votes: 18 2,7%
  • gehört verboten

    Votes: 362 55,2%

  • Total voters
    656
puh, da lässt sich so viel zu schreiben. ich fang einfach mal an, versuche meine gedanken dazu zumindest etwas zu strukturieren und einigermaßen verständlich rüberzubringen. kann aber nicht verprechen, dass das funktioniert. ;)
Da besteht immer ein Restrisiko, wenn man schreibt und nicht spricht und sich sieht, von daher - danke für's Probieren ;)

beziehen wir das ganze mal auf die nutzung von pyro:
zunächst mal finde ich es wichtig, zu erwähnen, dass es wohl kaum die intention des einsatzes von pyro ist, werder zu schaden. ich denke, niemand, auch die zündler nicht, freut sich darüber, dass werder strafen bekommt.
An eine Intention, Werder zu schaden, glaube ich auch nicht. Dass die Zündler den Schaden billigend in Kauf nehmen, trifft es eher. Es macht das Ergebnis für Werder aber nicht besser oder anders - Werder muss zahlen.

diese strafen entstehen ja auch nicht, weil durch pyro etwas kaputt gemacht wird, was dann wieder repariert werden müsste, sondern die strafen, und damit der schaden, sind halt einfach relativ willkürliche festlegungen vom verband, die eben in keinem verhältnis zu irgendwas stehen. (über das wort "erheblich" könnte man jetzt auch noch streiten.)
Dass die Höhe der Strafen willkürlich ist, sehe ich ähnlich. Transparent ist das System, welcher Verein warum wie viel für welche Aktion zahlen muss, aus meiner Sicht nicht. Es entsteht auch nicht zwingend ein Schaden. Dennoch werden die Strafen nicht ohne Grund ausgesprochen. Pyro ist im Stadion Stand heute verboten, weil es als gefährlich eingestuft wird. Da wäre es aus meiner Sicht ein Witz, wenn der Verband die Missachtung des Verbotes nicht auch sanktionieren würde. Sonst könnte man ja gleich sämtliche Stadionordnungen, Regelungen etc. in die Tonne kloppen, und ein Stadion wäre ein rechtsfreier Raum.

natürlich ist pyro zu (einem großen?) teil egogehabe und selbstdarstellung. ich will zumindest nicht ausschließen, dass das auch einfach ein guter adrenalinkick ist (reiz de verbotenen) und da wohl auch immer ein wenig mackergehabe mit einfließt, nach dem motto, "seht her, werder ist da" oder ähnliches.
Streiche die Klammer und das Fragezeichen, dann passt's für mich ;)

pyro dient aber eben auch, ganz klassisch, als stilmittel für den support und damit auch repräsentation des vereins. es kann, gut eingesetzt, gerade bei abendspielen schöne bilder und eine besondere atmosphäre erzeugen, ebenso wie es begeisterung bspw. nach toren ausdrücken kann. alles dinge, mit denen die zuneigung zum verein gezeigt werden soll.
Ja und Nein. Wenn es systematisch abgebrannt wird, sieht es gerade abends tatsächlich gut aus. Was an Rauch dagegen atmosphärisch toll sein soll, erschließt sich mir nicht. Außer Gestank und Nebel erlebe ich da gar nichts. Vor dem Hintergrund kann ich den Wunsch nach Bengalos sogar nachvollziehen - allerdings, wie z. B. von @Fliegenfänger angesprochen, in einem geregelten Umfeld und nicht unkontrolliert in einem vollen Block. Da überwiegt für mich das Gefahrenpotenzial und das Risiko, dass Idioten unvorsichtig zündeln oder dass in einer unvorhergesehenen Situation etwas schief geht, selbst wenn die Zündler vorsichtig agieren.

dann kann der einsatz von pyro wiederum auch, wie von fattony angesprochen, als mittel der "rebellion" gegen irgendwelche zustände eingesetzt werden, als zeichen, des protests, dass man mit etwas nicht einverstanden ist (pyro ist ja auch desöfteren auf demos zu sehen) und vielleicht auch einfach, um sich selbst eine stimme (wofür oder wogegen auch immer) zu geben.
Wenn das so ist, sollte man es wenigstens kommunizieren (siehe meine Antwort an @FatTony ;)).

dazu kommt ja eben noch die alte geschichte, dass pyro früher eben weitaus anerkannter war und der verband dann vor einiger zeit darauf gekommen ist, pyro zu verteufeln. da gehts dann eben um das große thema fanrechte und beschneidung dieser in zeiten des sich immer weiter kommerzialisierenden fußballs und eben der protest gegen diese beschneidung der fanrechte. pyro dabei dann vielleicht eben auch als zeichen, dass man sich nicht alles einfach gefallen lässt.
Wann war Pyro denn anerkannt oder gar im Stadion erlaubt? Aus meiner Sicht geht es nicht um die Beschneidung von Fanrechten, sondern um Sicherheit im Stadion. Und die muss aus meiner Sicht absolute Priorität haben. Pyro in einem vollen Block, gezündet von jedem, der gerade Lust darauf hat, ist nicht sicher. Und dass es nur in die Hände von Leuten gelangt, die damit soweit möglich sachgerecht umgehen (ein Risiko, dass selbst dann etwas passiert, kann niemand ausschließen), ist utopisch.

was ich damit sagen will: der einsatz von pyro kann verschiedene hinter- und beweggründe haben. der schaden für werder ist dann eben ein unschöner nebeneffekt. zuneigung zu einem verein zu haben, heißt ja aber nicht, dass man alles nur auf das wohl des vereins ausrichtet und seine eigenen interessen komplett in den hintergrund schiebt. man kann einen verein "lieben" bzw. diesem zugeneigt sein und trotzdem unter gewissen umständen schaden an ihm in kauf nehmen. ein "fan" ist ja auch nicht als jemand definiert, der alles seinem verein unterordnet.
Ich stimme Dir zu - sich mit einem Verein verbunden zu fühlen, bedeutet nicht, kritiklos zu sein. Für mich endet die Bandbreite an Kritik und Protest jedoch da, wo ich dem Verein (oder was oder wem auch immer sonst) erheblichen Schaden zufüge oder erheblichen Risiken aussetze. Sprich - Mitgliedschaft kündigen, weniger Fanartikel konsumieren - geschenkt. Tausende von Euros Strafen verursachen oder ggf. weitere Konsequenzen wie Stehplätze weg, mehr Kontrollen, Geisterspiele, was auch immer, nein.

und da könnte man dann zum nächsten thema kommen: was soll die liebe zu einem verein, einem konstrukt mit wechselnden personen und wertvorstellungen, überhaupt sein? und da ja gerade den zündlern immer wieder gerne vorgeworfen wird, egoistisch zu handeln, könnte man auch hinterfragen, ob nicht alle fans im fußballkontext größtenteils egoistisch handeln, ob nicht die vermeintliche liebe oder zuneigung zum verein einfach nur als vorgeschobener sinn der eigenen egoistischen handlungen rund um den fußball dient. fahre ich auswärts für den verein oder fahre ich auswärts, weil ich bock darauf habe, mit meinen freunden in ne andere stadt zu fahren, ein paar bier zu trinken und im stadion zu singen/bisschen die sau rauszulassen? finde ich es vielleicht auch einfach cool, mich über den verein ganz leicht mit einer großen masse anderer leute identifizieren zu können? brauche ich das durch den fußball entstehende klare freund/feind-schema, um die welt für mich zu vereinfachen?
aber geht vielleicht auch etwas weit.
Das ist ein sehr spannender Aspekt für eine Extra-Diskussion ;) Für mich kann ich sagen, dass mir "Liebe" als Begriff zu weit geht, "Liebe" bleibt bei mir Menschen vorbehalten (wodurch ich vermutlich für einige kein Fan bin, aber damit kann ich leben ;)). Werder ist seit über 30 Jahren ein kontinuierlicher Bestandteil meines Lebens. Mal mehr, mal weniger - je nach verfügbarer Freizeit, Nähe zu Bremen, Menschen im Freundeskreis, mit denen ich die Begeisterung teile, etc. Mir geht es dabei tatsächlich um fast alles, was Du beschrieben hast. Ausgenommen lediglich das Freund-Feind-Schema, das habe ich so klar skizziert maximal bei S04 oder dem HSV, und auch da nur verbal/frotzelnd ;)). Ebenfalls ausgenommen das Identifizieren mit der Masse - ich habe eher Spaß daran, mit meinem grün-weißen Kram mitten im Ruhrgebiet / Rheinland einen Kontrapunkt zu Schalke, Dortmund, Gladbach, Düsseldorf, Köln & Co. zu setzen ;) Dennoch sehe ich einen entscheidenden Unterschied zur Zündelei. Wenn ich so, wie von Dir beschrieben, ins Stadion gehe - und das Freund-Feind-Schema maximal verbal auslebe - schade ich niemandem damit - weder Werder noch anderen Fans. Wer im Stadion Pyro abfackelt, schadet Werder und anderen (Asthmatiker, Leute, die aus Angst das Stadion verlassen und nicht mehr reingehen, Verletzungsgefahr etc.). Von daher ja, jeder, der einen Verein unterstützt, verfolgt eigene, egoistische Interessen. Die Grenze, wo das für mich nicht mehr okay ist, liegt da, wo ich andere in ihrem Fansein und ihren Interessen eingrenze und dem Verein schade.

fazit ist: die denke, pyro verursacht werder einen schaden, von daher kann jemand, der pyro zündet kein werderfan sein, greift hier einfach viel zu kurz und missachtet viele aspekte rund um den einsatz von pyro und das fansein.
Da sind wir verschiedeneer Meinung, weil wir Fansein verschieden verstehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
So wird ein Schuh draus :tnx: Ich wurde (hier) auch schon bepöbelt als ich aus Versehen mal in den Bereich direkt hinter dem Tor geraten bin, nichts wegen der dämlichen Fahnen sehen konnte und mich beschwert habe ;)
:lol: Das kenne ich... Mir schrieb bei so einer Beschwerde mal jemand, ich solle doch zu Hause auf der Couch vorm TV sitzen bleiben... Wenn die Fahnen in einem kleinen Bereich sind, dem man ausweichen kann, ist mir das egal - jedem seins. Wenn sie aber so verteilt sind, dass man im überwiegenden Teil des Stehblocks eingeschränkte Sicht hat, finde ich das nicht mehr okay. Auswärts ist das gerne der Fall und Hunderte von Kilometern für einen Blick auf ein Bettlaken zu fahren, ist nicht meins.... Das ist hier aber OT ;) Ich wundere mich allerdings, dass Du in den Bereich hinter das Tor gekommen bist - wenn ich versehentlich mal nur in die Nähe kam, wurde mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich da nicht erwünscht bin....
 
Ich wundere mich allerdings, dass Du in den Bereich hinter das Tor gekommen bist - wenn ich versehentlich mal nur in die Nähe kam, wurde mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich da nicht erwünscht bin....

Das war überhaupt kein Problem. Ich hatte spontan aufgrund des Wetters beschlossen mir vor dem Stadion eine Karte zu besorgen und war dementsprechend spät dran. In den Bereich in den ich dann eigentlich wollte haben mich die Ordner nicht mehr reingelassen, dort hinter dem Tor lustigerweise schon. War auch von den Leuten dort überhaupt kein Problem. Nur vom Spiel habe ich dann kaum was mitbekommen :lol: Ist aber auch schon ein paar Jahre her.
 
Ich muss klar sagen, daß ich keinerlei Einblick in Gespräche und Diskussionen zwischen Werder und den Fanklubs habe, kann dazu also keine Stellung beziehen. Allerdings, zum zweiten zitierten Absatz: Wenn man der Meinung ist, und sei sie noch so krude, daß es Widerstand gegen eine Entwicklung im Fußball bedarf um diesen vermeintlich so zu bewahren wie man ihn bewahren will, dann kann man den Leuten nicht ihr Fansein absprechen. Auch wenn, wie so häufig, "gut gemeint" nicht mit "gut gemacht" einher gehen muss und die eigene Handlung am Ende das Gegenteil dessen bewirkt, was man beabsichtigt hat. Es ist jetzt vielleicht auch eine akademische Diskussion, aber man kann ja auch der Meinung sein, daß "nichts tun" schlimmer ist als Eskalation.

Interessante und durchaus mögliche These, deren Faden ich gerne aufgreifen möchte: Auch den Ultras sollte bewusst sein, daß sich die immer weiter grassierende Kommerzialisierung des Profifußballs nicht aufhalten lässt, weder von ihnen alleine, den Ultra-Gruppierungen landes- oder gar europaweit. Und wenn sie Werder weiter dort sehen möchten, wo die Grün-Weißen gerade stehen, dann werden sie die Kröte der Kommerzialisierung des SV Werder wohl oder übel schlucken oder sich ein neues Betätigungsfeld in einer unterklassigen Liga suchen müssen. Klingt hart, ist aber so - und das wäre besser, als wenn das von dir erwähnte Szenario "gut gemeint aber nicht gut gemacht" eintreffen würde, worunter die Atmosphäre bei Werder leiden könnte.

Ich werfe aber noch eine andere mögliche These in den virtuellen Raum, die ggf. auf deiner aufbaut: generell erhöhter Einfluß auf die Geschicke bei Werder. Die Ultras haben im Laufe der Jahre immer mehr an Macht im deutschen Profifußball gewonnen, sie sehen als die Stimmungsmacher im Stadion, so daß sie sich legitimiert fühlen, sich über die Stadionordnung hinwegsetzen können und Pryos zündeln zu können Wenn Werder (und ebens andere Clubs) mit den Ultras am "runden Tisch" sitzt, warum finden trotz solcher Gespräche die für Werder kostspielige Zündeleien kein Ende? Die Spirale "Ultras zündeln -> Werder (Clubs)" zahlen dreht sich munter weiter. Oder die Ereignisse im März auf Schalke nach der 0:4-Heimpleite gegen Düsseldorf, wo Ultras die zu Saisonbeginn an Kapitän Fährmann geschenkte Kapitänsbinde von dessen Stellvertreter Stambouli "erfolgreich" zurück verlangten; wie groß ist die Macht der Ultras, um den Verein vor einem Millionenpublikum so vorführen zu können? Bis zu Verhältnissen wie in Italien oder Argentinien sind es noch riesen lange Schritte, aber Ansätze in dieser Richtung sind hierzulande unübersehbar.
 
und das wäre besser, als wenn das von dir erwähnte Szenario "gut gemeint aber nicht gut gemacht" eintreffen würde

Natürlich, aber darum geht es ja nicht.

Wenn Werder (und ebens andere Clubs) mit den Ultras am "runden Tisch" sitzt, warum finden trotz solcher Gespräche die für Werder kostspielige Zündeleien kein Ende?

Guter Punkt. Dazu kann ich aber, wie gestern erwähnt, nichts sagen. Aber es spielt sicherlich mit rein was du sagst, daß also das erhöhter Einfluß auch dazu führt, daß man sich mehr herausnimmt, man seine Position für wichtiger erachtet als sie am Ende des Tages wirklich ist. Die Privilegien die ich gestern ansprach, den Einfluß von dem du sprichst. All das gibt das Bild einer Gruppe die für Werder wichtig ist. Und so komme ich unweigerlich zu meiner Überlegung zurück, ob Werder WIRKLICH ein größeres Problem mit Pyro hat. Mein Eindruck wo wir hier seit zwei Tagen darüber reden, beginnt dahin zu tendieren, daß es Werder mindestens egal ist. Trotz der Strafen. Klar, es wird immer wieder öffentlich betont, daß Pyro gefährlich ist. Zuletzt am Dienstag. Und gleichzeitig heißt es bei WOL:

Mit dem Ruf nach 'noch härteren Kontrollen und noch höheren Strafen' macht es sich jeder zu einfach. An keinem Fußballstandort in Deutschland konnte damit die seit Jahrzehnten bestehende Problematik gelöst werden.
 
Und gleichzeitig heißt es bei WOL:

Mit dem Ruf nach 'noch härteren Kontrollen und noch höheren Strafen' macht es sich jeder zu einfach. An keinem Fußballstandort in Deutschland konnte damit die seit Jahrzehnten bestehende Problematik gelöst werden.

Welcher Verein hat den Weg der Strafe denn schon konsequent beschritten? Mir ist keiner bekannt. Und wenn es keiner probiert, kann auch keiner sagen, ob es klappt. Werders Kuschelkurs jedenfalls führt aus meiner Sicht nur dazu, dass eine kleine Gruppe dem Verein auf der Nase herumtanzt.
 
Welcher Verein hat den Weg der Strafe denn schon konsequent beschritten? Mir ist keiner bekannt. Und wenn es keiner probiert, kann auch keiner sagen, ob es klappt. Werders Kuschelkurs jedenfalls führt aus meiner Sicht nur dazu, dass eine kleine Gruppe dem Verein auf der Nase herumtanzt.

Die Kölner gingen diesen Weg.

https://www.derwesten.de/sport/fuss...n-haften-fuer-verbandsstrafen-id12216728.html

Schritt 2 wäre jetzt seitens des Vereins klare Kante zu fahren.
 
. Klar, es wird immer wieder öffentlich betont, daß Pyro gefährlich ist. Zuletzt am Dienstag. Und gleichzeitig heißt es bei WOL:

Mit dem Ruf nach 'noch härteren Kontrollen und noch höheren Strafen' macht es sich jeder zu einfach. An keinem Fußballstandort in Deutschland konnte damit die seit Jahrzehnten bestehende Problematik gelöst werden.

Eine solche Angelegenheit derart an sich abprallen zu lassen wie Teflon-Merkel, damit machen es sich Vereine und Verbände zu einfach. Denn sie die Organisatoren und Ausrichter von Fußballspielen, so daß sie in der Verantwortung stehen, die Risiken für Unbeteiligte möglichst gering zu halten.

Die Problematik mit den Pyros ist seit Jahrzehnten bekannt und wahrscheinlich sind nicht nur bei Werder dahingehend Gespräche mit den Verursachern geführt worden. Doch wenn diese Gespräche nicht zu dem gewünschten Ergebnissen führen, dann wäre das Ergreifen von Maßnahmen eigentlich die einzig logische Konsequenz Doch was ist bisher passiert? Nichts - zumindest nichts in die Richtung, daß die Anzahl der Vorfälle spürbar zurückgehen könnte und wenn man nur an die Spacken im Mainzer und Bremer Block am letzten Pokalwochenende denkt, darf sich der geneigte Fußballfan, der Spiele ohne irgendwelche Störungen verfolgen möchte, sich schon jetzt auf eine "heiße" Saison "freuen" :rolleyes:

Bei dieser Passivhaltung entsteht unweigerlich der Eindruck, daß die Ultras den Verbänden und Vereinen schon längst auf der Nase herumtanzen.
 
die betitelung "ultras" - worauf die "ultras" so stolz sind - sagt ja schon aus, daß es sich hier nicht um normale fans handelt und somit sind sie m.e. auch keine anhänger, die sich ein verein wünscht und nur darum sollte es gehen und nicht um "auffallen, randalieren oder evtl gar politisch zu agieren"!
zb werder ist als verein groß und populär genug, diesen generell nur negativ auffallenden fanblock einfach zukünftig auszusperren - ganz bestimmt ist diese lücke ruckzuck aufgefüllt - die übrigen - sich in der mehrheit befindlichen - zuschauer, die polizei, das image und vor allem der steuerzahler werden dafür dankbar sein und es wäre ein deutliches zeichen an die anderen vereine - aber ich bin genau so sicher, daß das natürlich nicht passieren wird - dafür wird eine dafür bestehende lobby schon sorgen und wenn es nur die pyroindustrie ist!
 
Was wäre denn der richtige Ansatz? Beten, daß die von selber aufhören? Sie hören nicht auf und Werder tut nichts. Und nun? Sackgasse. Ist es gefährlich und Werder verhält sich fahrlässig indem es nichts unternimmt, oder ist es nicht gefährlich und wir reagieren alle nur hysterisch?

Da hast du mich falsch verstanden - oder ich dich!
Natürlich gehts mir auch darum, dass die Vereine (unabhängig von Werder) mehr tun können und müssen um die Sicherheit zu erhöhen. Aber auf mich wirkte es wie ein Versuch, auch wenn es sicher nicht dein Ansinnen ist die Pyro-Fraktion zu verteidigen, die Verantwortung vom Täter auf den Veranstalter zu schieben. Das ist für mich der falsche Ansatz und gibt den wirklichen Tätern nur eine Art Legitimation, die es nicht geben darf bzw. nicht geben sollte. Wenn sich alle an das Verbot halten würden, wären schärfere Kontrollen unnötig. Dass diese Verbote an sich erst mal sinnvoll sind, sollte eigentlich jedem klar sein. Selbst ein "verantwortungsvoller Umgang" (ich kann mir gar nicht wirklich vorstellen wie das funktionieren soll) der hier im Forum ab und an mal beschrieben wird, birgt allein durch die Rauchbelastung Risiken und Einschränkungen. Aber Bengalos etc. können eben von jedem Hannes (nicht despektierlich gemeint) abgefackelt werden, von daher ist ein verantwortungsvoller Umgang allein deshlab einfach utopisch.

Im Bezug auf höhere Sicherheit durch bspw. mehr Kameras: Hier gab es Ende 2018 (?!) mal einen Vorschlag aus der Politik. Es sollte in einigen Stadien biometrische Gesichtserkennung getestet werden. Zum Glück ist daraus bisher nicht mehr geworden, als eine kurze Diskussion. (Zumindest habe ich bisher den Einsatz nicht mitbekommen)
Ein Nebensatz dazu und da ich gerne mit Zitaten um mich werfe: Wer Freiheiten zu Gunsten der Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient. Das trifft im speziellen auf vermehrte Kameraüberwachung und die Datennutzung im Internet zu. Daher nutze u.a. ich bis heute weder Facebook noch andere soziale Netzwerke.

Zu dem stärker werdenden Einfluss der Fanszenen: es ist ein offenes Geheimnis, dass bspw. die aktive Fanszene in Dresden Anteil an dem großen Personalumbruch im Oktober 2018 hatte. Ebenso, dass die Reaktionen der Fans mit dazu führten, dass der junge Torwart Schubert, der bis dahin jedes Spiel in der Saison 2018/2019 absolvierte und ein für sein Alter und für die erste Saison als Stammtorhüter mehr als nur solide Leistung zeigte, plötzlich für die letzten drei Spiele nicht mehr in der Startelf stand. Die Begleiterscheinungen (Wechselgedanken, evtl. aufkommende "Leistungsdelle" etc.) sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden, aber es ist mE kein Zufall, dass der Verzicht auf Schubert nicht schon einige Spiele vorher erfolgte, sondern erst nach den immer stärker werdenden Anfeindungen durch die Fans selber.
Die Medienberichte zeichnen auch bei anderen Ost-Vereinen wie Cottbus oder Rostock ein düsteres Bild, allerdings glaube ich, dass es in (unterklassigen) Vereinen im Westen nicht grundsätzlich anders aussieht. Auch Einflüsse auf Transferentscheidungen, sind immer wieder mal bei einigen Vereinen thematisiert worden, aber von Vereinsseite (logischer Weise) bisher immer abgewiegelt worden. Daher bin ich bei der Aussage, dass wir noch keine italienischen Verhältnisse haben, aber die Tendenz ist klar erkennbar. Der gesetzwidrige Gebrauch der Pyrotechnik ist da nur ein weiteres Indiz.
 
Mein Eindruck wo wir hier seit zwei Tagen darüber reden, beginnt dahin zu tendieren, daß es Werder mindestens egal ist.
ich glaube nicht, dass es werder egal ist. ich glaube eher, werder weiß zum einen, dass das problem eben nicht so einfach zu lösen ist, wie sich viele das hier vielleicht vorstellen, zum anderen verhält sich werder vielleicht auch einfach weniger hysterisch als der ein oder andere es hier macht und sieht daher nicht die absolute dringlichkeit, das problem zu lösen.
zudem spielen für werder vielleicht auch die positiven dinge, die von seiten der ultragruppen kommen und mit denen sich werder auch ganz gerne mal schmückt, mit in die überlegungen, wie man vorgeht, mit rein. seien es choreos, aktionen wie der aufruf zum busempfang oder insbesondere auch die anti-diskriminierungs arbeit, die halt überwiegend von den ultragruppen und umfeld initiiert und getragen wird. ein bisschen pyro kann werder da im gegenzug vielleicht ja einfach ganz gut verkraften.
 
ich glaube nicht, dass es werder egal ist. ich glaube eher, werder weiß zum einen, dass das problem eben nicht so einfach zu lösen ist, wie sich viele das hier vielleicht vorstellen, zum anderen verhält sich werder vielleicht auch einfach weniger hysterisch als der ein oder andere es hier macht und sieht daher nicht die absolute dringlichkeit, das problem zu lösen.
zudem spielen für werder vielleicht auch die positiven dinge, die von seiten der ultragruppen kommen und mit denen sich werder auch ganz gerne mal schmückt, mit in die überlegungen, wie man vorgeht, mit rein. seien es choreos, aktionen wie der aufruf zum busempfang oder insbesondere auch die anti-diskriminierungs arbeit, die halt überwiegend von den ultragruppen und umfeld initiiert und getragen wird. ein bisschen pyro kann werder da im gegenzug vielleicht ja einfach ganz gut verkraften.

Man kann das eine tun und das andere lassen...
 
das man das nicht möchte, ist mir schon bewusst... aber die Argumentation: Es werden Choreos etc. gemacht... dafür sollte man dann das "bisschen Pyro" akzeptieren ist unsinnig. Vom Prinzip: Nur weil UH sich über Jahre sozial engagiert, kann seine Steuerhinterziehung nicht einfach so unbestraft bleiben!
da steht ja nicht, dass man es akzeptieren sollte. da steht nur, dass werder diese aspekte möglicherweise eben auch in die entscheidung, das problem mit pyro anzugehen, mit einfließen lässt.
 
Richtig, akzeptieren steht nicht da - ich habe das für mich aus dem Kontext so geschlossen. Aber was heisst dann für dich "ein bisschen pyro kann werder da im gegenzug vielleicht ja einfach ganz gut verkraften" genau? Man sollte die Strafen dann wohlwollend zahlen, weil ja sonst auch "gute Dinge" getan werden?!
Nur damit ich dich richtig verstehe: So lange die Ultragruppierungen sich an "guten Taten" beteiligen ist das verbotene Zündeln kein so großes Problem?
 
Richtig, akzeptieren steht nicht da - ich habe das für mich aus dem Kontext so geschlossen. Aber was heisst dann für dich "ein bisschen pyro kann werder da im gegenzug vielleicht ja einfach ganz gut verkraften" genau? Man sollte die Strafen dann wohlwollend zahlen, weil ja sonst auch "gute Dinge" getan werden?!
wohlwollend nicht. aber man zahlt sie eben und verzichtet vielleicht(!) auch wegen der positiven aspekte der ultragruppen auf das hier geforderte klare kante zeigen (wie auch immer das genauer aussehen sollte).
 
Interessant wird es , wenn ein Blockverbot ausgesprochen wird. Noch interessanter wird es, wenn
Spiele vor einer Geisterkulisse abgehalten werden müssen. International ist das dann eher schon
mal möglich, dass ein solches Verbot kommen kann.
Richtig interessant wird es, wenn ein Zuschauer den Verein/Veranstalter für entstandene Schäden,
seien es Sach- oder Gesundheitsschäden, in Regress nimmt.
Im Zuge einer solchen Maßnahme müsste der Verein auch offenlegen was er tut oder auch was er
unterlässt. Dies sind ja nun leider auch keine Vorfälle die selten vorkommen.
 
Richtig interessant wird es, wenn ein Zuschauer den Verein/Veranstalter für entstandene Schäden,
seien es Sach- oder Gesundheitsschäden, in Regress nimmt.
Diese Frage hatte ich hier eingestellt, aber noch keine Antwort bekommen.
Wer sollte in Regress genommen werden, Veranstalter, Verein? Der Täter scheidet aus, weil, Videoaufnahmen sind ja auch nicht gewollt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar, das hört sich erstmal komisch an aber wenn man da mal genauer drüber nachdenkt macht das schon Sinn.
Gab in den letzten Jahren einige Situationen wo man sich fragen muss ob die Polizei das mit Absicht macht oder total dumm ist...
Nun, aus eigener Erfahrung als ehemaliger Sani im Stadion...die Polizei handelt dumm, planlos und arrogant, aber ich denke nicht, dass da ein solcher Plan hintersteckt. Nur mal als Beispiel bei einem CL-Spiel (West Oberrang Gäste damals), wo ich den Zugführer freundlich darauf hingewiesen habe, dass seine schwer gepanzerten Leute doch zumindest einen Fluchtweg lassen sollten, bekam ich als Antwort ein "Mir doch egal, meine Jungs wollen Fußball gucken!" :D
 
Back
Top