@CK82
DANKE für diesen Beitrag, der sicherlich nicht nur mir aus der Seele spricht


Ich habe jüngst ja schon geschrieben, daß schon das Testspiel gegen Villarreal die Schwächen offenbarte, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen und auch gestern wieder zu sehen waren. Spielerisch hat Mannschaft sich weiterentwickelt, aber wo ist die Weiterentwicklung bei der Mannschaft und auch beim Trainerteam, wenn die eigenen spielerische Mittel nicht mehr ausreichen? In solchen Situation fällt der Mannschaft nichts anderes ein als mit Jogi-Löw-Gedächnis-Quergeschiebe, der für die Zuschauer noch einschläfender ist als die Galeerengesänge der Utras, dem Gegner dazu zu verhelfen, daß er seinen Abwehrriegel aufbauen und ohne große Mühen halten kann, statt mit Überraschungsmomenten dort für Unruhe zu sorgen. FK ist eigentlich ein weit- und vielschichtig denkender Trainer, aber was das angeht, legt er eine Sturheit an den Tag, die schon fast an die von TS in seinen letzten Jahren hier erinnert. Oder liegt es daran, daß FK ein Plan B gegen tief stehende Gegner fehlt?
Positiv ist, daß wir keines der bisherigen Rückrundenspiele verloren haben. Aber: der Start in die Hinrunde verlief trotz eines relativ leichten Programms ähnlich holprig, wobei seinerzeit der Mannschaft zugute gehalten werden konnte, daß sie sich erst einmal einspielen musste. Jetzt ist die Truppe eingespielt bzw.sollte es sein, und trotzdem haben wir in der Rückrunde gegen die bisherigen Gegner ein Punkt weniger geholt. Auch wenn 1 Punkt nicht viel ist, so ist daß keine Weiterentwickung, sondern eine Stagnation.
Es war gestern beleibe nicht das erste Mal in dieser Saison, in der FK vor einem Spiel von einer erfolgshungrigen Mannschaft sprach bzw. mahnte, daß ohne 100%ige Präsens auf dem Platz Erfolge nicht möglich sind, und die Mannschaft genau das vermissen ließ. wovon der Coach zuvor sprach. Der Auftritt gestern war dahingehend ein GAU. Am Tag vor dem Spiel spricht FK noch davon, daß man ohne ans Limit zu gehen Spiele nicht gewinnen kann und tags darauf pennt die Truppe dermaßen, daß es nach 61 Sekunden (!) 0:1 steht und es dank der Kombination aus Pavlenka und Chancentod Gomez nach 9 Minuten nicht so 0:2 stand. Umfassbar!!! Dieses desolate wie indiskutable Auftreten in der Anfangsphase trotz der vorherigen Worte von FK lässt fast nur noch im Trappatoni-Style mit "WAS ERLAUBEN MANNSCHAFT? HABEN GESPIELT WIE EINE FLASCHE LEER!" beschreiben.
Die Häufigkeit der öffentlichem Appelle von FK, daß nur mit 100%iger Präsenz Spiele gewonnen werden können bzw. die Mannschaft erfolgshungrig sei, ist mittlerweile auffällig hoch. Dies lässt natürlich Raum für die Spekulation zu, daß FK diese Nachlassigkeiten, um nicht zu sagen Schlampigkeiten, ziemlich auf den Sack gehen,so daß er neben seinen internen diesbezüglichen Ansprachen der Truppe damit zusätzlich signalisieren will, daß er mit ihrer physischen und psychischen Präsenz nicht zufrieden ist. Hierbei ist besonders seine Äußerung zu Rückrundenbeginn zu beachten, daß er nicht mehr über Entwicklungen reden will, sondern Siege
verlangt(!); in Anbetracht der sonst öffentlich diplomatischen Rhetorik von FK über seine Mannschaft war dieses "verlangt" ein ziemlich deutliches Indiz für seine dahingehende Unzufriedenheit. Und ebenso auffällig ist es daß die Truppe nach diesen Worten genau die Tugenden vermissen lließ (auch wenn es nur Phasen waren, die jedoch ausgereicht haben, um die gewünschten Resultate zunichte zu machen) die FK 1-2 Tage zuvor noch angemahnt bzw.erwähnt hatte. Warum lässt die Truppe ihren Coach dahingehend im Stich? Befinden zu viele Schönwetterspieler im Kader, die nur dann 100% Leistung bringen, wenn es läuft oder gegen einen sog. großen Gegner geht? Haben wie ein qualitatives und/oder quantitatives Problem bei den Häuptlingen im Team? Oder ist es gar ein Autoritätsproblem in der Wohlfühloase Werder Bremen?
Korrekt. Der Schiri war mit Verlaub schlecht, was auch erwähnt werden darf. Jedoch sollte man zuerst auf seine eigenen Leistungen achten, denn dort sich reichlich Baustellen vorhanden, die behoben werden müssen. Der nach verschenkten Punkten geäußerte verbale Katzenjammer bzw. die Lippenbekenntnisse, daß es beim nächsten Spiel besser laufen muß - sowohl von sportlicher Leitung - als auch von Spielern, reichen alle nicht aus. Und ebenso wenig reichen ein oder zwei gute Spiele in Folge auch nicht aus, nach denen die Truppe inkl. dem dafür durchaus verdienten lobt wieder dazu neigt, die Zügel schleifen zu lassen. Um eine Äußerung von Otto Rehhagel umzuformulieren: Punkte holt man nicht mit dem Mund.