gerade da zeigt sich nun ja wieder das typische phänomen der einzelfälle und der geringeren aussagekraft aufgrund höherer einflussnahme von glück und pech.
Wie sagte N11-Spieler Kimmich nach dem Holland-Debakel? "Immer Pech ist kein Zufall."
hast du die spiele gesehen? das ergebnis war hier fast absurd und liverpool unfassbar effektiv. auch da gilt es wieder: in einzelfällen funktioniert das, wenn die stichprobe größer wird, nicht mehr. siehe: liga. natürlich kann schneller umschaltfußball mit sehr wenig ballbesitz auch zu erfolgen führen. das ist doch klar. im schnitt sind aber weiterhin mannschaften klar erfolgreicher, die höhere ballbesitzquoten aufweisen. das war früher so, das ist heute so.
Richtig. Aber am Ende ist Fußball kein Erlebnis-, sondern ein Ergebnissport, so daß - Schönheitspreise hin oder her - derjenige gewinnt, der die meisten Tore in einem Spiel erzielt. Und genau das ist in der letzten Zeit beim ausgeglichenen Resultat oder gar Rückstand immer mehr zum Problem des Tiki-Taka geworden: die Gegner haben sich mit geordneter Raumaufteilung und Pressing immer mehr auf diese Spielweise eingestellt. Das hatte zur Folge, daß im Vergleich zu früheren Jahren im Ballbesitzfußball sich weniger Überraschungsmomente generieren und sich somit auch weniger Chancen zum Torabschluß bieten, so daß der Ball noch mehr quer geschoben wird. Dadurch erhöht sich zwangsläufig die Gefahr von Ballverlusten bzw. eines wirkungslosen Ballgeschiebes wie z.B. bei den über 1.000 Pässen der Spanier im AF gegen Russland. Und wenn dann eine Mannschaft in der Lage ist, die sich bietenden Fehler so "brutal" für sich zu nutzen wie der LFC gegen ManC, dann hat er die Schwachstelle die Ballbesitzfußball = Konteranfälligkeit offen dargelegt.
hast du die spiele gesehen? das ergebnis war hier fast absurd und liverpool unfassbar effektiv. auch da gilt es wieder: in einzelfällen funktioniert das, wenn die stichprobe größer wird, nicht mehr. siehe: liga. natürlich kann schneller umschaltfußball mit sehr wenig ballbesitz auch zu erfolgen führen. das ist doch klar. im schnitt sind aber weiterhin mannschaften klar erfolgreicher, die höhere ballbesitzquoten aufweisen. das war früher so, das ist heute so.
Wenn wie bereits geschrieben die Mannschaften mit den den höchsten Ballbesitzquoten in der Vorrunde der WM spätestens im AF die Segel streichen mussten, dann lässt sich das alleine nicht mehr mit Stichprobe bzw. Glück /Pech erklären, sondern es ist zumindest ein Trend. Denn durch die ebenfalls bereits erwähnten Veränderungen bei den Gegnern fällt es dem Ballbesitzfußball zunehmend wie zusehend schwerer, um damit auch zum Erfolg zu kommen. Jede maßgebliche fußballerische Entwicklung hat ihre Hoch-Zeit, stößt aber irgendwann auch auf ihre Grenzen, weil der Fußball sich ständig weiter entwickelt, und jetzt in 2018 ist der Ballbesitzfußball an seine Grenzen gestoßen, das hat die WM in diesem Jahr eindrucksvoll verdeutlicht. Ob es dem Ballbesitzfußball gelingt, hierauf eine Antwort zu finden, wird die Zukunft zeigen; aber in der breiten Massen der Profivereine wird sich - auch aus finanziellen Gründen - wahrscheinlich die geordnete Defenisve / Raumaufteilung mit Pressing durchsetzen.
hast du die spiele gesehen? das ergebnis war hier fast absurd und liverpool unfassbar effektiv. auch da gilt es wieder: in einzelfällen funktioniert das, wenn die stichprobe größer wird, nicht mehr. siehe: liga. natürlich kann schneller umschaltfußball mit sehr wenig ballbesitz auch zu erfolgen führen. das ist doch klar. im schnitt sind aber weiterhin mannschaften klar erfolgreicher, die höhere ballbesitzquoten aufweisen. das war früher so, das ist heute so.
Klarer Irrtum. In den obersten Tabellenregionen ist die Wahrscheinlichkeit ohne Frage höher, doch das ist auch darin begründet, daß dort i.d.R. die zahlungskräftigen Club stehen, die sich bessere Ballvirtuosen auch leisten können. Doch lassen wir lieber statt Hypothesen lieber die Zahlen sprechen, denn die Bundesligatabelle 2017/18 und die
Ballbesitzquoten-Tabelle Bundeliga 2017/18 sortiert nach ø-BB Gesamt weisen teilweise erhebliche Unterschiede auf:
Schalke: 2.Platz Bundesliga / 11. Ballbesitz
Mönchengladbach: 5.BL / 9.Bb
Stuttgart: 7.BL / 15.Bb
Hertha 10.BL / 14.Bb
Augsburg: 12.BL / 16.Bb
Wolfsburg: 16.BL / 7.Bb
HSV 17. BL / 8. Bb
Köln 18.BL /10. Bb
D.h. bei 8 von 18 knapp der Hälfte aller Bundesligisten weicht die Platzierung in der Ligatabelle um 4 oder mehr Plätze vom Ranking der Ballbesitzquote ab. Zählt man noch die beiden Club mit je 3 Rängen Differenz dazu (Hoffenheim, Freiburg), ist es sogar mehr als die halbe Liga. Wo soll das bitte "im Schnitt klar erfolgreicher" sein?
[falls du es übrigens vergessen hast: liverpool stand auch im finale der championsleague. real gewann eben jenes finale. mit 66 % ballbesitz und einem chancenverhältnis von 9:4. ist das dann besagter beleg dafür, dass "ballbesitzfußball" nicht mehr funktioniert?
Nein, es ist kein Beleg dafür. Jedoch wird dir sicherlich auch noch bewusst sein, daß die Dominanz von Real erst nach dem Ausfall von Salah, einem der (wenn nicht sogar dem) Schlüsselspieler bei den Kontern des LFC begann und Real zudem von zwei groben Patzern des angeknockten Karius profitierte.
zum anderen: natürlich stellen sich mannschaften besser auf praktizierten fußball ein. das gilt aber genauso für schnellen umschaltfußball. da musst du alleine mal diese saison bundesliga schauen und siehst wie das bei einigen längst nicht mehr so gut klappt wie noch letzte saison.
Bedingt, denn Ballbesitzfussball impliziert i.d.R., daß Abwehr und Mittelfeld relativ weit nach vorne aufgerückt sind, was automatisch eine höhere Konteranfälligkeit mit sich bringt, bei der die Mittel bzw. Möglichkeiten zum Gegensteuern begrenzt sind. Denn bekanntermaßen verfügt eine offensive, sich bewegende Formation über weniger Verteidungsmöglichkeiten wie eine defensive, mehr oder weniger statische Formation. Und diese Konteranfälligkeit ist die Achillesferse des Tiki-Taka, auf der sich letztlich der "Masterplan" der klugen Raumaufteilung mit hohem Pressing aufbaut. Einer der ersten Trainer, der diese Möglichkeit erkannte, war Didier Deschamps, der bei Amtsübernahme der Equipe Tricolore im Jahr 2012 diese Vorgehensweise einführte, damit erstmals bei der WM 2014 im Fokus der Öffentlichkeit stand und es dem späteren Weltmeister Deutschland im Achtelfinale schwer machte. Diese konsequente Weiterentwicklung gipfelte schließlich 4 Jahre später im WM-Titel für Frankreich. Das ist nun wahrlich kein Schnappschuss sondern das Resultat von kontinuierlicher Arbeit.
zum anderen: natürlich stellen sich mannschaften besser auf praktizierten fußball ein. das gilt aber genauso für schnellen umschaltfußball. da musst du alleine mal diese saison bundesliga schauen und siehst wie das bei einigen längst nicht mehr so gut klappt wie noch letzte saison..
Okay, dann vergleichen wir auch hier die Bundesliga- mit der
Ballbesitztabelle 2018/19:
Leipzig: 2. BL / 7. Bb
Mönchengladbach 3. BL / 10. Bb
Hertha: 5. BL / 15. Bb
Bayern 6. BL / 1. Bb
Frankfurt 7. BL / 18. Bb
Wolfsburg 9. BL / 3. Bb
Augsburg 10. BL / 16, Bb
Freiburg 11. BL / 17. Bb
Hoffenheim 13. BL / 6. Bb
Hannover 16. BL / 5. Bb
Düsseldorf 17. BL / 13. Bb
Stuttgart 18. BL / 9. Bb
Zur Erinnerung: in 17/18 wichen bei 8 Teams die Liga-Platzierung um 4 oder mehr Ränge von der Ballbesitztabelle ab. In der bisherigen Saison 18/19 ist das sogar bei 12 Teams der Fall. Zählt man auch hier noch die Teams mit 3 Plätzen Differenz hinzu (Schalke, Leverkusen) , beläuft sich das Ergebnis auf 10:14. Ergo scheint es entgegen deiner Vermutung für die Teams mit schnellem Umschaltspiel in dieser Saison wohl doch besser zu laufen als im Vorjahr.