Genau darauf beruhte auch mein subjektives Empfinden bzw. die Befürwortung für NM als Kapitän. Aber die von FK gelieferte Begründung für die Nominierung von MK, daß er das Freche wollte, hat mich unterm Strich überzeugt. Denn Werder ist in den letzten Jahren in den Sumpf der Familien-Idylle versunken und das spiegelte auch die Mannschaft auf dem Platz bzw. schon in der Kaderzusammenstellung wider: brave, stromlinienförmige Jungs des Typs Wunsch-Schwiegersohn, aber kaum Charaktere mit so viel A... in der Hose zum Anprangern von Mißständen - also im Prinzip genau das, was auch Löw in der Kaderzusammenstellung der N11 verkörpert. Piep-piep-piep, wir haben uns alle lieb. MK ist dagegen einer, der sich vor dem Mund aufmachen nicht scheut, so daß FK mit der Beförderung von MK sowohl intern als auch extern ein Fanal setzt, daß hoffentlich in der Praxis dazu führt, daß sich die Werder-Truppe mehr gesundes Selbstbewusstsein ausstrahlt, sich sowohl von Gegnern, vermeintlichen oder tatsächlichen Fehlentscheidungen des Schiris-Gespann aber auch von Rückständen oder anderen schlechten Phasen nicht unterbuttern / runterreißen lässt, sondern erforderliche Trotzreaktionen zeigt, um in dem Haifischbecken Bundesliga bestehen zu können.
Zudem "zwängt" FK mit dieser Entscheidung MK dazu, sich selber zu disziplinieren, und das nicht nur hinsichtlich des von
@Tyson81 erwähnten Übergewichts. Denn in der Rolle als Kapitän muß MK auch zwangsläufig eine Vorbildfunktion für die Mannschaft einnehmen, so daß er seine selbst genommenen Freiheiten, Allüren, Eskapaden oder wie man es auch immer nennen mag, von sich aus einschränken muß. Ein bewährter psychologischer Trick, Menschen mit gewissen "Macken" in die Verantwortung zu nehmen und ihnen somit plastisch formuliert die Hörner zu stutzen, was etwaige oder tatsächliche gut gemeinten Worte nicht bewirken konnten. Und zur Not steht ja noch der Mannschaftsrat parat, der als eine Art Regulativ auf die Funktion von MK als Kapitän einwirken wird, wobei daß hier vor allem NM eine wichtige Rolle spielen wird: auf der einen Seite der (positiv gemeint) nassforsche, tempramentvolle MK, auf der anderen Seite der (ebenso positiv gemeint) kühl wie besonnen agierende NM; ich denke / hoffe, daß der der jeweils Eine mit seinen Stärken die Schwächen des jeweils Anderen kompensieren kann, so daß im Teamwork mit dem übrigen Mannschaftsrat die kommende Saison auch hinsichtlich eines funktionierenden Leaderships innerhalb der Mannschaft - ein elementarer Baustein für den sportlichen Erfolg - der Auftakt für bessere Zeiten ist, als wir sie in den letzten 8 Jahren erdulden mussten.