Bei der Performance von Werder muss man sich zunächst einmal die Gesamtlage der Liga vor Augen fürhen:
- Platz 1 ist mit den Bayern über Minimum 10 Jahre zementiert
- Platz 2-7: darum rangeln sich DO, S04, Leipzig, Hoffenheim, die Werksclubs Lev und WOB und Gladbach.
Natürlich hat jeder dieser Clubs (Bayern ausgenommen) hin und wieder seine sportliche Auszeit über eine Saison. Das dies allesamt haben, ist kaum anzunehmen.
Vor diesem Hintergrund ist Platz 8 für Werder außergewöhnlich. Mehr ist für Werders Budget kaum drin. Insofern hat
@Rantanplan2.0 schon Recht. Nur muss er sich die Frage gefallen lassen, ob der letztjährige Platz 8 eben einer Overperformance mit gleichzeitiger Schwäche o.g. Vereine geschuldet war und somit nicht relativ leicht erklärbar ist?
Allerdings hat auch
@Bremen Recht, in dem er die letzten Jahre mit fortwährenden Negativrekorden, peinlichen Pokalaus etc anführt. Wo soll denn dort eine Weiterentwicklung erkennbar sein, wenn man jetzt schon weiß, dass im nächsten Sommer die einzigen wenigen guten Spieler (sofern man die Klasse hält) den Verein zwecks Verkauf verlassen müssen. Hier greift seit Jahren meine Fundamentalkritik an die finanzielle Ausgestaltung des Vereins und speziell sein Finanzgehabe. Die Mehrerlöse dank der Fernsehgelder werden durch den Profikader aufgefressen. Sponsoring und Merchandising stagniert bzw ist rückläufig.
Der Personalkostenetat steigt aber kontinuierlich. Natürlich ist das Gehalt eines TD oder eines Infrastruktur Direktors im Vergleich zum Gesamtetat gering. Dadurch dass Werder aber viele solche Posten wie zB drei GF anstatt deren zwei summiert sich das peu a peu auf.
Ein CF wird auch demnächst in Bremen im Management aufschlagen. Diese Mehrkosten sind nur durch Transfers und sportlichen Erfolg gegenzufinanzieren. Über allem steht das Hanseatische Kaufmannsgebaren: Einnahmen und Ausgaben müssen im Einklang stehen.
In diesem Szenario kommt man zwangsläufig an die Quadratur des Kreises. Man verändert den ASR, man verändert das Personal Trainer und GF Sport regelhaft, aber die Gesamtstrategie bleibt gleich.
Das gleiche Phänomen erlebt man u.a. im Land Bremen, wo man an liebgewonnenen Positionen festhält und darauf vertraut, dass Berlin oder sonst Irgendwer das bezahlt. In einem Fußballclub muss man das aber nun mal selbst erwirtschaften oder sich von bestimmten Dingen aus Kostengründen trennen. Der Werderweg gaukelt den Fans und ihnen selbst vor, dass das sehr wohl geht. Als Argumentationshilfe wird die Vergangenheit bemüht, dabei aber völlig ausgeblendet, dass sich die Rahmenbedingungen komplett verändert haben. Tempora mutantur, nos et mutamur in illis.