Das ist schon harter Tobak, den sich die Hamburger Polizei mal wieder dort geleistet hat. Ich frage mich, mit welcher Begründung die da unzählige Fans für Stunden festgehalten haben, obwohl nur bei ganz wenigen etwas gefunden wurde. Denn selbst wenn die sich anscheinend unendlich Zeit mit den Durchsuchungen gelassen haben, so müssen sie irgendwann angefangen haben und irgendwann muss auch mal jemand fertig durchsucht worden sein, bei dem man nichts belastbares gefunden hat. Mit welcher Begründung werden die Leute dann für weitere Stunden festgehalten?
Jetzt äußert sich auch die Polizei HH:
In Privatfahrzeugen und nicht wie sonst in Bussen oder Sonderzügen waren die Ultras angereist – so entzogen sie sich der Überwachung durch die Polizei. Oder besser gesagt: sie hatten es vor. Die Polizei verzeichnete in Hamburg aber eine „auffällige Fahrbewegung“ in Richtung eines großen Supermarktparkplatzes im Stadtteil Lurup unweit des Volksparkstadions. Dort trafen sich die Ultras, dort mischte sich dann auch die Polizei ein.
„Wenn Energie in etwas gesetzt wird, um polizeiliche Maßnahmen zu unterlaufen, fragt man sich, warum das geschieht. Da können wir nicht untätig bleiben“, erklärt Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei gegenüber der DeichStube und nennt das Fan-Verhalten „konspirativ“.
Was passiert wäre, wenn die Ordnungsmacht nichts unternommen hätte? Zill nimmt aus Erfahrung an, dass es nicht friedlich geblieben wäre: „Dann hätten die Bremer Problemfans versucht, auf Hamburger Problemfans zu treffen. Und sie hätten auch zueinander gefunden.“ Eine Auseinandersetzung, in die auch Unbeteiligte hätten verwickelt werden können, war das Szenario, das es zu verhindern galt. Zill: „Mit dieser Gefahr mussten wir umgehen.“
Man muss sich diese Aussage mal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen. Das ist doch an Arroganz und versuchter Verblödung der Öffentlichkeit nicht mehr zu überbieten. :helm:
1. „Wenn Energie in etwas gesetzt wird, um polizeiliche Maßnahmen zu unterlaufen, fragt man sich, warum das geschieht." - Hätte die Polizei sich das wirklich mal gefragt. Dann wäre sie nämlich vielleicht auch auf die richtige Antwort gekommen. Sie haben doch in den letzten Jahren selbst alles dafür getan, dass sich die Ultras natürlich irgendwann nach Anreisealternativen umsehen, wenn sie wissen, dass sie per Bus eh weit vor Hamburg festgehalten und mit fadenscheinigen Argumenten wieder nach Bremen zurückgeschickt werden.
2. "Dann hätten die Bremer Problemfans versucht, auf Hamburger Problemfans zu treffen. Und sie hätten auch zueinander gefunden." - Das hat ungefähr das geistige Niveau wie das derjenigen, die wollen, dass Nouri jetzt rausgeworfen wird, weil er ja eh die nächsten drei Spiele verlieren wird. Außerdem wäre es ja wohl für die Polizei kein Problem gewesen, 170 Fans als Gruppe zum Stadion und ihren Block zu begleiten, ohne dass es zu Berührungen mit HSV-Fans kommt.
Bei anderen Kontrollierten wurden ein Messer, ein Pfefferspray sowie drei Sturmhauben, fünf Schlauchschals und zwei Mundschutze gefunden. Utensilien also, die nicht auf friedfertige Absichten hindeuten.
3. Selbst wenn diese Gegenstände immer einzeln gefunden worden wären, würden wir hier von max. 12 Personen (von 171) sprechen, die eine potentielle Gefahr darstellen könnten. Wieso werden 159 (oder mehr) Personen deswegen in Sippenhaft genommen? Zumal einige ja nur ganz zufällig in die Kontrolle geraten sind und mit der "konspirativen" Anreise gar nichts zu tun hatten.
Also wurde kontrolliert. Und zwar so lange, bis das Spiel begonnen hatte und lange darüber hinaus. Erst um 21.15 Uhr war alles vorbei. Gegenüber „MeinWerder“ klagte Augenzeugin Susanne Franzmayer vom Fan-Projekt Bremen: „Das war Schikane.“ Und: „Um 16.00 Uhr stand der Lichtmast schon. Die (Polizisten, d. Red.) wussten also gleich, dass das Ganze länger dauert.“ Künstlich herausgezögert wurde die Maßnahme aber nicht, behauptet der Sprecher der Polizei: „Es dauert eben, so viele Personen zu kontrollieren.“
4. Man braucht 6 Stunden, um 171 Personen und 31 Autos zu überprüfen? Hat da nur einer überprüft und der Rest hat aufgepasst, dass keiner abhaut? Aber schön, dass die Hamburger Polizei wenigstens selbst zugibt, dass Effektivität bei denen wohl nicht ganz oben auf der Liste steht.
Ich hoffe sehr, dass da von Werder endlich mal klare Worte kommen, dass man das so nicht mehr akzeptieren wird!
e: Hobsch, weil zu langsam