Die Verklärung die hier bezüglich Kruse herrscht ist schon teilweise verblüffend. So als ob man 2008/09 zu dumm gewesen wäre sein Talent zu erkennen. Vier(!) Jahre hat es nach seinem Wechsel gedauert ehe er seinen Durchbruch hatte. Vier Jahre! Und die Konkurrenz bei Werder hieß Diego, Özil, Hunt, Pizarro. Ich kann Kruse verstehen, er hatte keine Chance bei der Konkurrenz in dem Maße zu spielen wie er sich das gewünscht hatte. Ob eine Leihe über 2 Jahre möglich gewesen wäre, weiß ich heute nicht mehr. Aber Werder da ein Versäumnis vorzuwerfen ist wirklich hanebüchen. Das mit Rolfes ist sicherlich unglücklich gelaufen, aber auch hier, die Konkurrenz hieß Baumann und Ernst, zu dem Zeitpunkt sah die Perspektive für Rolfes einfach nicht gut aus. Im Nachhinein ist man immer schlauer.
FatTony hat Recht.
Ein Fazeli und Pfeifer wurden erst von TE entsorgt. Aus sich selbst heraus hat Werder lieber alles so laufen lassen wollen. Daraus resultiert u.a. der Vorwurf, dass Werder als Verein nicht wie eine KG geführt worden ist. Werderfamilie hin oder her.
Pfeifer hat zum Beispiel Hunt in die Werder-Jugend integriert, und zwar unter enormen Aufwand, weil er an das Talent von Hunt glaubte. Das war im C-Jugend-Alter. Wäre Pfeifer nicht gewesen, würde Hunt womöglich heute noch irgendwo in Goslar rumdümpeln und hätte als 16-jähriger mit dem Fußball aufgehört.
Der hier hochgelobte Bargfrede wurde von Pfeifer an Schaaf herangetragen, weil dem frühen Pressing unter TS um 2006 bis 2010 genau so einer fehlte. Borowski oder Jensen konnten das nicht, erst recht nicht als Halbpositionsspieler. Bernd Pfeifer sah wie seine Vorgänger in den jüngeren Juniorenteams Bargfrede im Offensivbereich, wo er den kurzen Weg zum Tor hat und vorne früh stört, nach Ballgewinn den einfachen Kurzpass spielt. Der ist ein guter Fußballer, technisch ordentlich und ballsicher (zumindest was das angeht heute einer der Besten in Werders Kader), zudem antrittsschnell. Aber eben ein rein reaktiver Spieler, der davon lebt, eingebunden zu werden, seine Konzentration nicht fokussieren und mit dem Spiel vor sich nichts anfangen kann, deshalb wird er nie ein Sechser oder sowas in der Art werden. Und deshalb spielte er in den Großfeld- Jugendmannschaften in der Regel in offensiven Halbräumen, oder sogar hängende Spitze und ähnliches. 2009/10, als das Spiel mit Özil, Merte etc. schnell war, passte Bargfrede ideal ins Team auf der Halbposition, als Balleroberer und Prallspieler für 2 Kontakte, wenn die Post nach vorne abging. Wir hatten nicht ohne Grund in jener Hinrunde die längste Zu-Null-Serie unter Schaaf in den letzten 8 TS-Jahren. Pfeifer hatte
Als Trainer von Bargfrede und Diekmeier hat Pfeifer die ein Jahr älteren Harnik und Kruse beim SC Vier entdeckt und für die Werder A-Jugend empfohlen.
Pfeifer hat Abdennour in Tunesien gefunden, auf einen Tipp hin beobachtet und alles daran gesetzt, dass der geliehen wird. Er hat in dem Jungen damals gewisse Qualitäten gesehen, auch was das bröselige Abwehrkonstrukt Werders anging. Abdennour wurde im TS-System letztlich verbrannt. Das gab es noch einige Beispiele.
Letztlich wollte Pfeifer offensive Ballsicherheit scouten, um dem Hauruck- und zweite- Bälle- Spekulier- Fußball unter Dutt entgegen zu arbeiten. Denn Ballsicherheit fehlte abgesehen von Hunt und mit Abstrichen Di Santo den Petersen, Elia, Yildirim, Junuzovic enorm, was ein Mitgrund für das oft schauderhaft anzusehende Werder-Spiel in der Offensive zu jener Zeit war. Er hatte auch im Winter 2013/14 zwei Spieler dafür in Holland im Visier, die zu haben gewesen wären im erschwinglichen finanziellen Rahmen, die Eichin aber für noch zu teuer befand. Eichin hingegen hatte damals einen Stürmer im Blick, mit gewissen Abschlussqualitäten, der aber keinen Ball festmachen konnte. Also das was Werder bereits hatte. Der Transfer kam allerdings nicht zustande. Schließlich wurde Pfeifer entlassen und Eichin hat Obraniak geholt.
Auf der Mitgliederversammlung Werders letzten November hat Baumann in seiner Rede sicherlich nicht ganz grundlos und entgegen seiner eigentlichen Art unter verdeckter Hand nachgetreten in Richtung Eichin mit „weil wir keine Scouts hatten“. Ich denke nicht, dass Pfeifer ein Problem war oder die Scouts generell zwingend hätten entsorgt werden müssen. Dass da vieles ein- und festgefahren war, zu eindimensional und überholt, denke ich auch. Was ich aber nicht glaube ist, dass die Eichin´ sche Herangehensweise richtig war