War gestern in Berlin und damit das erste Mal im Olympiastadion. Habe Werder ja schon fast überhall hin begleitet, aber dort war ich kurioserweise noch nie. Insbesondere ist mir aufgefallen, wie viele Werder-Anhänger sich versammelt hatten, kam mir so vor als wären da 10000-15000 Fans mitgereist.
Zum Spiel:
Bin wieder mal arg gefrustet heim gefahren. Aber so richtig möchte ich diesmal weder der Mannschaft, noch TS einen Vorwurf machen, bis auf den, sich auf das miese Spiel der Herthaner eingelassen zu haben.
Nach den vielen Medienberichten über Hertha und deren ergebnisbezogener Spielweise konnte ich mir diesmal live ein Bild machen (das Hinspiel im Weserstadion mal außen vor gelassen, das waren noch etwas andere Vorzeichen). Es ist sogar noch schlimmer!!! Was Hertha abgeliefert hat in Anbetracht dessen, dass die CL-Anwärter und Meisterschaftskandidat sein wollen, ist der blanke Hohn. Diese Mannschaft hat sich in keiner Phase am Spiel beteiligt. Um so schlimmer, dass solche Truppen mit 16 Punkten vor uns stehen! So ungerecht kann eben Fussball sein.
Was Werder sich mE ausserdem vorwerfen lassen muss (aber nicht zwingend, weil demnächst nunmal wichtigere Spiele anstehen), ist, wieder einmal den nötigen Biss nicht gezeigt zu haben. Gejammer über vergebene Chancen bringt nichts, dann muss das eben erzwungen werden, dann muss auf dem Platz gezeigt werden, dass ich so ein Spiel auch wirklich gewinnen will! Da reicht oft ein Blick auf die Körpersprache der Jungs, um zu erkennen, das da ein bisschen Feuer fehlt. Begründet liegen diese Dinge mMn auch im harmonieträchtigen, liebevollen Bremer Umfeld, das dabei eine nicht unbedeutende Rolle spielt und dafür sorgt, dass die Spannung nicht hoch gehalten wird. Europacup und DFB-Pokal hin oder her. So wirkt es fast schon witzig, wenn TS nach dem Spiel sagt:,, Daraus müssen wir lernen."
Insgesamt hat Werder aus meiner Sicht (wieder einmal) den Fehler begangen und dort über weite Strecken das Spiel gemacht. Und damit Hertha in die Karten gespielt, ihnen das abgenommen, was sie so gar nicht können. Fraglich, ob das nicht der falsche Weg gewesen ist, vor allem unter dem Umstand, dass Werder von der Tabellensituation her klarer Aussenseiter war. Zumal es unnötig ist, in Anbetracht der kommenden wichtigen Spiele hohen Aufwand zu betreiben. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass Werder, speziell in den ersten 10 Minuten schon versuchte, kompakt zu stehen und Hertha die Spielgestaltung zu überlassen. Was darauf hindeutet, dass TS bei aller Kritik durchaus eine andere Marschrichtung vorgibt. Zeitgleich konntest Du feststellen, dass Werder diese Spielweise des Abwartens, des Reagierens überhaupt nicht liegt. Irgendwann ziehts Naldo, Baumann, Frings dann nach vorne, wird versucht, über spielerische Mittel den Gegner zu beeindrucken. Scheinpassivität, geschicktes ballorientiertes Verschieben um nach Balleroberung das Tempo auch mal rauszunehmen - zum Zwecke des Rauslockens - gehören einfach nicht zu unserem taktischen Repertoire. In der zweiten Halbzeit korrigierte das Team dies teilweise, mit der 1:0-Führung im Rücken, lies Hertha erstmal kommen - und hatte die Konterchancen! Eigentlich waren die mausetot, dann fällt so ein dusseliges Ding hinten rein zum 1:1. So etwas wiederrum passiert manchmal im Fussball, das kann keine Taktik oder kein Trainer der Welt verhindern. Und das 2:1 danach passt zu dieser Saison wie die Faust auf`s Auge. Irgendwie soll es eben nicht sein. Darüber hinaus gelingt es Werder nach wie vor nicht, ein Spiel auch mal 1:0 zu gewinnen.