Solche Stories gabs bei uns öfter. Sturm- und Drangzeit halt. Bin, um solche Abende zukünftig zu vermeiden, nach dem donnerstäglichen Fußballtraining oft geduckt an der Stammkneipe vorbei. Oder auch schon mal im Trainingsanzug, ungestylt, unrasiert und ohne Bargeld zu den Kumpels, die bereits vorglühten, damit ich mich ja nicht von denen breitschlagen lasse, mitzukommen. Nützte nix: "Da haste ein Handtuch, ab ins Bad, Haargel und Parfüm - alles da. Klamotten kriegste von mir. Geld leihen wir dir." Der Anfang vom Ende. Gabs desöfteren. Hab mich auch schon von nem Kumpel direkt aus der Disco abholen lassen, zu mir fahren lassen, mir nen Seesack geschnappt und zum Bahnhof fahren lassen, weil der pflichtbewusste Soldat ja am nächsten Morgen Wache zu schieben hatte. Die Deutschlandfahne hatte ich zumindest ordnungsgemäß dabei und umgezogen wurde sich im Zug. Oder um beim Thema Fußball zu bleiben: Sich abends zu dritt aus dem Trainingslager geschlichen, von nem Bekannten abholen lassen, in der Disco versackt, frühmorgens wieder heimlich ins Lager zurück. Dafür aber beim frühmorgendlichen Deichlauf ganz ordentlich vorne mitgelaufen. Also alles halb so wild.