Bei Werder liegt einfach zu viel im Argen. Man kann die Diskussion über TE weiterführen, denn man hatte ja mit ihm und RS ja Leute die von Außen kamen und offensichtlich unangenehme Fragen gestellt, die Finger in die Wunden gelegt und so vielen, am Ende wohl eben zu vielen, Beteiligten auf die Füße getreten sind.
Es ist natrülich schwer, wenn die eigene Arbeit von jemandem, den man vielleicht nicht so gut kennt, durch den Kakao gezogen bekommt. In meinem Berufstand ist das das tägliche Geschäft deswegen ist man es gewohnt. Man muss ja schon die ganze Zeit seine gesamte Arbeit hinterfragen und überlegen, ob es da einen Ansatzpunkt gibt diese auseinanderzunehmen. Da geht man dann auch mal anders mit um.
Nur der Fussball ist ja ohnehin so seine eigene Welt mit seinen ganz eigenen Regeln. Für Werder gilt das ganze noch in einem besonderen Maße. Das geht ja eben so weit, dass man dieses Besondere, was lange den Erfolg mitbedingte und nun auch Grundlage des Mißerfolges ist, zum Markenkern erhebt. Hier müsste eine genaue Analyse ansetzen. Wie kann man das Besondere an Werder Bremen erhalten und gleichzeitig die Punkte, die nicht mehr in das heutige Fussbalgeschäft passen, abstellen.
In der Trainerfrage muss man einfach zu der Erkenntnis kommen, dass solche langen Engagements wie die von Otto und TS bei Werder oder eben von Schäfer in Karlsruhe und Finke in Freiburg die Ausnahmen sind. Natürlich wäre es toll, wenn man einen Trainer fände, der wieder eine Ära einläuten könnte, aber man kann das doch nicht schon bei der Verpflichtung des Trainers als das maßgebliche Ziel ausgeben. Wenn man sich erinnert wie zu Beginn der Trainerzeit von VS hier von Verantwortlichen und Ex-Verantwortlichen über ihn gesprochen wurde, dann muss man schon sagen, dass man ihm auch verdammt viel Balast mit auf den Weg gegeben hat. KDF sagte glaube ich irgendwann mal, dass Werder nicht nur seine Spieler selbst ausbilde sondern auch seine Trainer, hinzu kamen die ständigen Vergleiche mit TS und als dann zunächst auch der Erfolg in Form von Punkten - eine ENtwicklung in der Mannschaft hat es imho nie gegeben - vorhanden war, da war mit VS der neue Otto/TS gefunden. Von diesem Gedanken konnte und wollte man sich nie befreien. Insbesondere der AR-Vorsitzende, der dann auch noch eine wahrscheinlich engere persönliche Beziehung zu ihm pflegte. Im Ergebnis geht dann die gesamte Objektivität pflöten. Diejenigen, die aber von diesem "Werder-Virus" noch nicht befallen waren, merkten doch wahrscheinlich recht schnell, dass das mit VS vielleicht doch nichts wird. Waren ja auch nicht wirklich von ihm überzeugt. Am Ende lähmte sich der Klub dann dadurch selbst, dass die sportliche Geschäftsführung, der AR und gewisse Altvordere mit gehörigem EInfluss unterschiedlicher Auffassung waren. Denke da haben viele Diskussionen nicht nur viel Kraft gekostet, sondern eben auch die Zeit, die man hätte nutzen können die Mannschaft und den gesamten Klub besser aufzustellen.
Was heißt das in meinen Augen für die Zukunft. Dass Bode und/oder Baumman in nächster Zeit ihre Posten räumen werden (müssen), ist eher unwahrscheinlich. Die beiden müssen sich endlich klar darüber werden, dass Werder ein mittelständisches Unternehmen ist, bei dem es zwar gut ist, wenn es auch menschelt, aber dies nicht der Zweck der ganze Kiste ist. Man sollte eben auch nicht, wie Baumann es ja auch schon wieder machte, in dem er irgendwann mal ein wenig die Vita von Otto ausblenden sagte, dass man bei Werder in den letzten 30 Jahren mit Trainer aus dem eigenen Stall gut gefahren sei, zu sehr zurückblicken und glauben, dass das was gestern gut war auch morgen noch gut ist. Man muss einen eigenen Weg für Werder in den Jahren 2016 und darüber hinaus finden. Dazu gehört es in meinen Augen auch, dass man bei Werder mal jeden Stein umdreht und eben selbst auch mal wieder innovativ wird. Kann mir in gewisser Weise sogar vorstellen, dass Baumann und Bode dies können, wenn die sich von Gestern frei machen würden.