Es fehlt natürlich einer klaren sportlichen Vorgabe. Woran das ganze liegt, kann man auch nur vermuten. Aber auch hier gibt es Indizien, was das Problem liegt.
RD trat hier seinen Job an und kündigte an, dass er zunächst die Defensive stabilisieren wollte. In den ersten drei Bundesligaspielen unter RD gewannen wir zwei mal mit 1:0 und verloren nur äußerst knapp beim deutschen Meister mit 0:1. Also insgesamt ein ganzes Gegentor in drei Spielen. Das ist aus heutiger Sicht schon nahezu unglaublich. Allerdings kam schon nach den beiden Siegen gegen BS und Augsburg teils heftige Kritik an der Spielweise auf. AR-Mitglieder äußerten sich öffentlich, dass diese Spielweise nicht zur Marke Werder passen würde. Mit der Niederlage in Dortmund wurden diese Stimmen dann lauter. Dann stellte RD das Spiel wieder um und es folgte der Rückfall in alte Zeiten. Eigentlich war RD mit seinem vierten Bundesligaspiel hier schon gescheitert.
Wenn Werder eine strikte Philosophie verfolgen soll, die tatsächlich im bedingungslosen Offensivfußball liegen soll, dann muss man einen entsprechenden Trainer verpflichten und der sportlichen Abteilung ermöglichen entsprechend Spieler einzukaufen. Da bewegen wir uns aber immer locker im zweistelligen Millionenbereich. Der Nachwuchs bei Werder gibt, eben auch wegen Versäumnissen in der Vergangenheit nicht viel her. Viel zu lange haben Nachwuchsabteilung und Profiabteilung nebeneinander her gewurschtelt. Diese Baustelle ist man ja, wenn auch noch lange nicht wirklich gut, angegangen. Das ist übrigens auch eine Sach gewesen, die TE hier mit als erstest angefangen hat anzustoßen.
Anders ausgedrückt werder befindet sich im Moment in einer Situation, in der die sportliche Strategie/Philosophie den wirtschaftlichen Notwendigkeiten unterworfen werden muss. Heißt letztendlich man muss sich damit abfinden, dass wir eher Fussball arbeiten müssen. Aus dieser Fussballarbeit kann auch auf Dauer mehr entstehen, aber dur wirst eben ohne die großen Könner auf den strategisch wichtigen Positionen, keinen Zauberfussball, wie es hier wohl einigen vorschwebt, anbieten können.
Im Ergebnis hat man zwar eine Idee wie Werders sportliche Philosophie aussehen soll, aber man hat nicht im Ansatz die Mittel dieses umzusetzen. Es war eben auch ein Fehler im Sommer zu glauben, dass man dies mit Leuten wie Eggestein, die einfach Zeit brauchen, so umsetzen kann. Grillitsch ist in meinen Augen auf dem Weg eine Art Könner zu werden. Aber wie lange wird man ihn halten können. Du kannst als Ausbildungsverein nur sehr bedingt Traumfussball anbieten, da dir immer wieder Stützen wegbrechen werden, aufgrund der finanziellen Situation. Um auch mal richtig gute Leute halten zu können, musst du tiefer in die Tasche greifen. Das waren wir doch in den CL Zeiten erlebt, als eben auch bei Werder die Spieler richtig gutes Geld mitgenommen haben. Aber man kann sicher sein, dass die Naldos, Mertesackers, Diegos und Co hier noch viel schneller weggewesen wären, als sie es am Ende ohnehin waren, wenn man die Schatuelle nicht aufgemacht hätte.
Merke gerade, dass der Post in diesem Therad ja schon fast falsch ist. Daher mal zurück zum Topic:
VS ist in meinen Augen zum jetzigen Zeitpunkt nicht der richtige Trainer für Werder Bremen. Die sportliche Strategie lässt zu wünschen übrig. Im Übrigen haben ich TE hier auch schon für die ein oder andere Entscheidung kritisiert. Allerdings hatte ich bei ihm immer die Hoffnung, dass er mit dem anderen Blickwinkel die Leute mal wachrüttelt, die hier sonst so das sagen haben. Seine sportliche Kompetenz kann ich auch nur bedingt einschätzen. Man weiss aus seiner Vita, dass er aus dem Fussball kam, dann zunächst als Marktetingmanager und später als Mangager bei den Haien arbeitet. Letzteres recht erfolgreich, in dem er den angeschlagen Traditionsclub wieder halbwegs in die Bahn bekam. Werder steht sportlich nicht da, wo wir Werder alle sehen wollen, dass hat auch TE seit mitzuverantworten. Da führt ja kein Weg dran vorbei, nur stellt er eben auch nicht die Mannschaft auf und ein. Und selbst bei der Kaderzusammenstellung bin ich mir nicht ganz im klaren, wie viel Anteil daran letztendlich TE neben dem Sportdirektor und Trainer hatte. Ich weiss es einfach nicht.
Für mich steht nur fest, dass es der Trainer jetzt in gut 1,5 Jahren nicht geschafft ein stabiles Spielsystem zu etablieren. Die ganze Spielweise unterscheidet sich nur marginal von den grausigsten Leistungen unter RD. In Ingolstadt haben wir es sogar geschafft die schlimmsten Leistungen unter RD noch zu unterbieten. Eine wirkliche Verbesserung bei der Mehrzahl der Einzelspieler ist kaum zu erkennen. Auch erkennt man bei ihm nicht wie er kontinuirlich die Nachwuchspieler an den Bundesligakader heranführt. Letztendlich hat es bisher nur Grillitsch geschafft. Ein Busch der unter RD schon fast den Durchbruch in die Bundesliga geschafft hatte, ist mittlerweile so tief gefallen, dass es ab und an nicht mal mehr für Liga Drei reicht. Eggestein sollte das Spiel gestalten und wurde recht schnell fallen gelassen. Eigentlich sollte doch der Werderweg darin liegen, dass man den Nachwuchs aufbaut und in der Bundesliga einbaut. Aber natürlich funktioniert auch nur das nur sehr bedingt, wenn man ständige System-/Personalwechsel vollzieht. Von Werders Defensivproblemem möchte ich gar nicht sprechen.
Richtig ist, dass man sich bei Werder endlich der Realität bewusst werden muss. Heißt Zauberfussball wird man unter den gegebenen wirtschaftlichen Voraussetzungen dem Publikum kaum bieten können. Dazu bedarf es einem langfristig angelegten Aufbau einer Mannschaft. Zweitens muss man sich davon verabschieden, in naher Zukunft wirklich einen internationalen Startplatz anzupeilen. Bei Werder muss man jetzt erstmal wieder Fussball erarbeiten. Das heißt in meinen Augen, dass die Mannschaft erstmal wieder die einfachen Dinge verinnerlichen muss. Hierzu muss man den passenden Trainer suchen. Für wäre da eben ein Kaucze eine gute Wahl, da er dies in Karlsruhe bereits sehr gut hinbekommen hat. Aber auch einen Keller schätze ich eben so ein, dass er eher eine Mannschaft entwickeln möchte. Diese Zeit hat man ihm auf Schalke nicht gegeben, aber man konnte erkennen, wo er hin wollte.
Heißt stabile Defensive, klare Pass- und Laufwege und ein klares System, welches man eben auch durchzieht.