Bremen
Moderator
Interessant was hier mittlerweile zu lesen ist.
Spätestens Mitte der Hinrunde war erkennbar, dass der Einbruch in der vergangenen Rückrunde nicht darauf zurückzuführen war, dass die Mannschaft ausgelaugt vom Abstiegskampf war. VS hat die Emotionen der Spieler angesprochen und ein zwei taktische Veränderungen vorgenommen, die wirkten. Aber man kann sich auch noch mal an das DFB-Pokalspiel in Bielefeld letzte Saison erinnern, da sah man das gleiche Problem wie derzeit. Man hätte ihn Mitte der Hinrunde entalssen müssen, spätestens zum Ende der selbiger. Für jeden, der die Emotionen ausblendet, war zu erkennen, dass VS keinen Plan hat. Schlimmer noch, die Mannschaft wirkte sogar in vielen Spielen der Hinrunde physisch einfach schwach.
Man hat nichts unternommen. Der viel beschworene Werderweg sollte es richten. Dann startet man mit guten Ergebnissen in die Rückrunde. Wobei man auf Schalke einfach verdammt viel Glücke hatte, das Huntelaar uns nicht alleine abschießt. In Leverkusen haben wir eine Halbzeit wirklich guten Fussball gespielt, aber mehr war dann auch nicht.
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Das ist das Katastrophale an der ganzen Sache, daß die obersten Gremien bei Werder Bremen die seit langen unübersehbaren Alarmzeichen scheibar nicht sehen wollen. Bekanntermaßen ist dies nicht das erste Mal, daß die hochbezahlten Verantwortlichen bei Werder Bremen, nach außen hin die deutlichen Signale ignorieren, die sich ohne Werder Brille sogar z.B. von durchschnittlichen Sport-Jourmalisten oder Freizeit-Aufsichtsichräten-Vorständen-Trainern in ihren heimsichen Sesseln erkennen lassen; denn schon der rasante Absturz von einem finanziell gesunden CL-Teilnehmer zu einem klammen Abstiegskandidaten hatte seine Vorboten, die man mit objektivem Blick gar nicht übersehen konnte.
Im Herbst 2014 gedeihte das kleine Pflänzchen der Hoffnung, daß die Talsohle überschritten sei. Mit VS wurde ein hoffungsvoller Coach auf den Trainerstuhl gesetzt und die klaren Worte von KDF (auch wenn es nicht nur wünschenswert, sondern es auch erforderlich gewesen wäre, daß diese in Zeiten fielen, wo er noch selbst in der Verantwortung stand), daß man in den fetten Jahren bei Werder irrtümlich geglaubt hätte, es würde so gut weitergehen wie bisher, gaben Anlaß, daß die obersten Gremien bei Werder Bremen wieder zu der weitsichtigen Denkweise zurückkehren, die den Club über weite Strecken der 1980er bis 2000er Jahre auszeichneten und erfolgreich machten. In den letzen Monaten mußte man jedoch miterleben daß die obersten Werder Gremeien - teilweise aus den selben Herren bestehend - aus den Fehlren der jüngeren Geschichte nicht die notwendigen Lehren gezogen haben, denn statt sich mit unbequemen Themen zu befassen bzw. auch unangehme Entscheidungen zu treffen, beruft man sich wie schon in der Vergangenheit auf Dinge wie den Werder-Weg, die Werder-Familie etc. Für die Identifikation mit Werder Bremen sind solche Dinge sicherlich wichtig, aber im modernen Profiußballgeschäft müssen solche Sentimentalitäten hinten anstehen, damit der Blick für Fehler, Mißstände etc. nicht verklärt wird.
Werder Bremen in der Saison 2015/16 erinnert sehr an die DDR im Oktober 1989: die Kader üben sich in Selbstzufriedenheit und Schönreden, während ihre scheinbar heile Welt um sie herum gerade dabei ist, endgültig zusammenzubrechen.