Viktor Skripnik (Trainer Metalist Kharkiv/Ukraine)

Ich weiss echt nicht was ich nächste Woche machen soll. Meine Nichte und Neffen nehm ich das erste mal mit ins Stadion. Und dann bei so einem Spiel,wo man nicht weiss, was man sich wünschen soll.

Wenn Skripnik bis zum Saisonende bleibt, steigen wir ab, da bin ich mir sicher. Von daher wäre ein dahingekurktes 2:1 gegen Darmstadt aus meiner Sicht eher süßes Gift. Zumal ich Darmstadt eh nicht mehr als Konkurrenz sehe. Unsere Konkurrenz heißt seit gestern Hannover und Hoffenheim.

Dass niemand den Ernst der Lage in Bremen erkant hat, tut unendlich weh. Den Medien sind wir auch egal, von der überregionalen Presse wird der desaströse Zustand unseres Vereines überhaupt nicht thematisiert.

Solang wir um Platz 14 bis 15 dümpelten, war mir Wederoft gleichgültig. Bei dem was jetzt passiert ist diese Paralyse der (eben nicht) handelnden Akteure einfach nur schockierend und macht mich aggressiv.
 
Die ganze Strategie des Clubs beharrte auf "Understatement".
Werder spielte gerne die Rolle "des Sympathieträgers aus der Provinz", dem Gegenpart des reichen FC Bayern aus der schillernden Metropole München.
Es wurde verpasst, die "Marke Werder" zu stärken! Zu dem Zeitpunkt, als man Titel gewann, als man Dauergast im DFB-Pokalfinale war! Werder steht immer noch auf Platz 2 der Ewigen Bundesligatabelle! Werder hatte die Geschichte der Bundesliga seit dem Aufstieg Anfang der 80iger Jahre mitbestimmt!
Hanseatische Besonnenheit; schön und gut! Aber man muß sich nicht kleiner machen, als man ist! Es ist ein unromantisches Geschäft! Da rollt der Rubel! Und die häßliche Prinzessin, die sich freiwillig an den Rand stellt, fordert eben niemand zum Tanz auf!
Aber es wurde immer gepredigt, besonnen, still und sympatisch zu sein! Ein Fehler!

Da ist sicherlich etwas dran.

Nur, es klingt aus einer Vogelperspektive heraus immer einfach. Ich sehe auch keine grundsätzlichen Widersprüche in einer besseren Vermarktung und eines trotzdem beibehaltenden Images., besonnen, still und sympathisch zu bleiben.

Der Verein hat, noch vor den großen Erfolgen unter KATS, seine Profiabteilung ausgegliedert. Es ist nicht gelungen, einen "strategischen Partner" zu finden. Das ist imho eine Nachlässigkeit. Sollte/muss man aber im Nachhinein unbedingt einen Investor reinhlen, der mit den Werten Werders ggf. nicht in Einklang zu bringen ist? Soll man/muss man seine "Seele verkaufen"? Das Beispiel Hannover 96 und KInd ist imho ein absolut warnendes Beispiel dafür, wie ein Verein sukzessive seine Selbstständigkeit verliert. Das zu vermeiden, muss imho ebenfalls Ziel Werder Bremens sein. Daraus ergibt sich ein bisher ungelöster Zielkonflikt.
 
Hab doch gesagt, dass man auch Borns Wirken kritisch betrachten muss. Aber gerade was du da rausgereifst, ist das was am wenigstens zu kritisieren ist. Born hatte erkannt, dass wenn Werder sich im sich weiter verändernden Profifussballmarkt behaupten möchte, die nächsten Evolutionsschritte hätte machen müssen.
Das ist eben von vielen - ja, auch von dir lieber Doc - nicht gewünscht, da man dann einen Teil der Markenidentität wohl hätte schleifen müssen. Aber das Fussballbuisness ist eben deutlich härter geworden. Es heißt fressen oder gefressen werden. Am Ende setzten sich die Leute durch, die meinten es geht mit der alten hanseatischen (bräsigen) Art weiter. Das Ende von Lied ist der sportliche und damit einhergehende wirtschaftliche Abstieg des Klubs. Werder hätte in den erfolgreichen Zeiten den nächsten Schritte wie einen Investor gehen müssen. Auch hätte man den Standort Weser-Stadion aufgeben müssen, wenn eben ein Umbau zu einem wettbewerbsfähigen Stadion einfach zu teuer war. Das muss sich auch Born ankreiden lassen.
Die 80er sind halt schon lange vorbei!

Edit:

Ergänzung zu dem Beitrag über diesem:

Ja, man hätte auch seine "Seele verkaufen" können oder müssen, wenn man wettbewerbsfähig sein will. Geld stinkt nicht. Fussballclubs sind auf Geld von Außen angewiesen. Schalke arbeitet seit Jahren mit Gazprom zusammen, das interessiert keine Sau. Evonik ist ein ein Chemiekonzern, der sicherlich weltweit auf genauestens auf Umweltstandards achtet. Vor allem an den Produktionsstandorten in China.
 
Dann fehlt ihm aber nicht nur das Taktikverständnis. Damit wäre seine gesamte Tätigkeit als Trainer in Frage gestellt. Weil wer will schon einen Wischi-Waschi-Trainer ohne klare Richtung.

Wenn man, nach gescheiterten Experimenten, auf einen Trainerlehrling angewiesen ist, muss man mit solchen "Unsicherheiten" rechnen.

Einem Skripnik müssten als Lehrling die gleichen Eingewöhnungzeiten zugestanden werden, wie sie ein Eichin als Lehrling in der Funktion Geschäftsführer Sport auch benötigt hat.

Leider hat Werder nicht mehr die Zeit dazu!
 
Edit:

Ergänzung zu dem Beitrag über diesem:

Ja, man hätte auch seine "Seele verkaufen" können oder müssen, wenn man wettbewerbsfähig sein will. Geld stinkt nicht. Fussballclubs sind auf Geld von Außen angewiesen. Schalke arbeitet seit Jahren mit Gazprom zusammen, das interessiert keine Sau. Evonik ist ein ein Chemiekonzern, der sicherlich weltweit auf genauestens auf Umweltstandards achtet. Vor allem an den Produktionsstandorten in China.

Über das "müssen" werden die Meinungen vermutlich weiter auseinander gehen.
 
@ Felissilvestris + DR AKR

Nur mal so zur Erinnerung: das ist hier der Thread von VS; wenn ich über die finanziellen Dinge diskutieren möchtet, dann bitte im Finanzthread.

Danke :tnx:
 
Skripnik muss dringend weg. Allerdings weiß ich auch nicht, wer uns in der aktuellen Situation wirklich helfen kann. Bei dem was ich Woche für Woche so sehe, frage ich mich ernsthaft, ob die Mannschaft überhaupt das Potenzial für die erste Liga hat.
 
Vom Spielerpotential her müssten wir im sicheren Mittelfeld mitspielen, leider schafft es das Trainerteam nicht die Spieler ordentlich einzustellen bzw. aufzustellen.
Mal bringt er einen jungen, nächste Spiel ist der wieder bei der U23, sowas ist demotivierend. Als Beispiel: Eggestein war in der Vorbereitung unser neuer 10er, wurde ständig gebracht und eingespielt,...war dann am 2 Spieltag aber schon abgeschrieben. Zander wurde mal reingeworfen als das Schiff schon sank....sowas macht man wenn man 3:0 führt und nicht hinten liegt.
Bartels mal Startelf dann Bankdrücker,...hin und her. Juno,...wirkt mir so als wollen die den Marktwert reduzieren damit man nicht zuviel einnimmt im Sommer,...auch das ist demotivierend zumal er uns mit seiner Erfahrung helfen könnte. Öztunalli ebenfalls mal Startelf mal Bankdrücker,...auch hier kein Rhythmus. Vestergaard war in der IV neben Papy gut, mag das DM nicht, wo spielt er aber,...im DM. Unzufriedenheit vorprogrammiert. Wir geben 2,5 Mio für einen DM aus der dann aber RM spielt damit ein junger sein Startelfeinsatz feiern darf in einem der wichtigsten Spiele,...und das neben einem der das selten spielt und nicht mag.
Das Trainerteam hat einfach keine erste Elf und macht sich das Leben selber schwer mit den Umstellungen. So kann das nicht klappen.
Und in einem Spiel auf länge Bälle zu setzen,...sorry das ist echt ein Armutszeugnis,...vorallem wenn die Gegnerische Mannschaft hinten drin steht,...was ja bekannt war.
 

Jeder, aber auch wirklich jeder sieht, dass wir einen Trainer haben, der nur einen Plan A hat, aber nie einen Plan B. Nur die ... (Gott, fallen mir gerade tausend Beleidigungen ein) vom AR nicht. Das macht einen echt sprachlos.

Wie gesagt,- das ist nicht mein Werder. In einem so desolaten Zustand habe ich Werder noch nie erlebt. Es scheint so, als ob der eine oder andere von den oberen Rängen den Verein absichtlich sabotiert. Warum dürfen die das einfach so machen?

Werder Bremen ist faktisch kaputt! Es fällt mir schwer da noch Identifikationspotential heraus zu schöpfen.
 
...
Der Verein hat, noch vor den großen Erfolgen unter KATS, seine Profiabteilung ausgegliedert. Es ist nicht gelungen, einen "strategischen Partner" zu finden. Das ist imho eine Nachlässigkeit..

Ist es nicht gelungen oder nicht gewollt worden? Da streiten sich die Geister. Bei den Hauptsponsoren hat man dann aber das Familiäre, Umsicht und öffentliche Akzeptanz in den Vordergrund gestellt! Das waren kik, targobank und jetzt Wiesenhof.
Bei Eichin vermisse ich vollständig die sportliche Kompetenz, die gerade jetzt in der Trainerfrage elementar ist. Wie viele Befürworter hat den unser VS noch im Verein? Er und sein Team sind völlig überfordert. Die spielen hier doch FIFA 15 mit dem Verein. In der Theorie war es sogar richtig mit hohen Bällen gegen Ingolstadt zu spielen. Anstatt gegen die schwächste Offensive sein Spielsystem beizubehalten, wird die Rochade innerhalb der Truppe vollzogen. Dann wundern die sich, dass dort nichts klappt.
Im Abstiegskampf sind Automatismen gefordert. VS zaubert stattdessen Woche für Woche neue Formationen auf den Platz.
Ich vermisse komplett ein Krisenmanagement. Durchhalteparolen kann jeder raushauen.
 
Das ist richtig.

Ich vermute allerdings, dass nach dem Darmstadt-Spiel etwas passieren würde, wenn dieses wiederrum nicht erfolgreich abgeschlossen würde.

Ob eine "weitsichtige Maßnahme" erfolgt, wird man sehen.

Nach dem Spiel gegen Darmstadt könnte es aber schon zu spät sein. Zumindest für den Klassenerhalt. Zu spät um die kruden Strukturen in diesem Verein zu ändern ist es selbstverständlich nie zu spät.

VS darf bis dahin fröhlich weiter stümpern.
 
Skripnik wird auch bei ner Niederlage gegn Darmstadt nicht gehen müssen. Er ist ja nich nicht mal angezählt sondern sitzt fest im Sattel.

Es sieht so als als müssten wir diesen bitteren Kelch bis zur Neige trinken dieses Jahr.

Gegen Leverkusen wird es ne Klatsche geben,zweimal lassen die sich von uns nicht reinlegen. Dann kommt Hannover und vermutlich sind wir nach dem Spiel dann Tabellenletzter. Erst dann wird sich was tun. Denn wie Skripnik Woche für Woche bemerkt: "Ist ja noch genug Zeit!"
 
Zitat von Bremervörde;3240087:
Erst dann wird sich was tun. Denn wie Skripnik Woche für Woche bemerkt: "Ist ja noch genug Zeit!"
Prinzipiell ist das ja auch richtig, wenn sich denn etwas bessern würde. Aber eigentlich wird es von Woche zu Woche nur schlimmer.

Zitat von Kreiszeitung:
Vestergaards Verzweiflung auf dem Platz steigerte sich in den Interviews nach dem Spiel sogar zu Fatalismus. Was ihm im Moment im Abstiegskampf noch Hoffnung mache, wurde der Bremer Ersatzkapitän bei Sky gefragt. Antwort: „Nichts.“
Das habe ich gar nicht mehr mitbekommen. Krass! bestimmt sitzt er dafür nächste Woche dann auf der Bank. Denn die richtige Antwort wäre ja "VS" gewesen.
 
@ Bremervörde

Ist noch genug Zeit, sagt sowie so nur ein Mensch mit Realitätsverlust. Daher nehme ich das Geschwafel dieses Mannes nicht mehr ernst. Habe ihn schon aus meinen Kopf gestrichen. Ist das der Hilfeschrei eines Fatalisten?
 
In der Theorie war es sogar richtig mit hohen Bällen gegen Ingolstadt zu spielen.

Leider nein. Ich kann jetzt natürlich leicht argumentieren, weil sich ein weiteres Konzept des Trainerteams als effekt- und substanzlos erwiesen hat, aber gegen einen offensivschwachen und tiefstehenden Gegner nach dem Prinzip Lang & Weit zu verfahren, führt zu dem Spiel, das wir gestern sehen mussten.
 
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