Der Mann hat seit er hier ist bei gleichzeitiger Steigerung der Mannschaftsqualität die Gehaltskosten ungefähr um die Hälfte runtergefahren,
Das ist im Ergebnis grundsätzlich richtig. Aber, natürlich hat er das nicht allein erreicht. Es ist ohnehin phänomenal, wie User, die bei unpopulären Entscheidungen gern und immer wieder darauf verweisen, dass wichtige Entscheidungen bei Werder gemeinam getroffen werden, die scheinbaren "Erfolge" allein Eichin zuschreiben möchten. Aber, natürlich hat er als Geschäftsführer Sport die Hauptverantwortung. Also, einigen wir uns darauf, dass wir ihm hier sowohl gelungene Aktionen als auch misslungene und genausso auch fragliche zuschreiben.
Dass die Gehaltskosten schon durch den Vorgänger enorm gesenkt worden
sind, ist bekannt. Dass der Aufsichtsrat bereits im letzten Jahr mit der rein pekunären Transferbilanz unzufrieden war, auch. Eichin hat gerade in puncto Gehaltskürzung aber in der Tat sehr gute Arbeit geleistet.
Zum Thema Mannschaftsqualität:
Macht man dieses Kriterium allein an der Endplatzierung der letzten Saison fest, könnte man das fast so stehenlassen.
Wir alle aber wissen, wie es dazu gekommen ist. Und da befindet sich der sehr schwerwiegende Haken: Die Trainerentscheidung
für den "Wunschtrainer Dutt" hat den Verein in existenzbedrohende Not gebracht. Wäre diese Entscheidung nicht korrigiert worden, wären wir heute in der 2. Liga. Eine Entscheidung, an der sich Eichn selbst messen lassen wollte (völlig zu Recht). Im Mai 2013 sprach er davon, dass die Verpflichtung des richtigen Trainers natürlicch seine wichtigste Aufgabe sei.
Die Personalie Dutt wurde in höchster Not "korrigiert". Durch den Nachfolger Skripnik setzte fast potwendend der Erfolg ein, die von Dir beschriebene "Steigerung der Mannschaftsqualiät" war erstmals zu erkennen. Welchen tatsächlichen Anteil daran hat Eichin?
Er hat mit di Santo einen hervorragenden Stürmer verpflichtet, mit Galvez und Vestergaard sehr gute Innenverteiger. Bartels als ebenfalls kostengünstiger Mittelfeldspieler ist sofort eingeschlagen. Hinzu kommen Leihgeschäfte auf "Bezugs"- und Absatzseite, die Anlass zu Hoffnung geben.
Dem stehen Fehleinkäufe von u.a. Obraniak, Makiadi entgegen. Vermutlich muss man auch Caldirola dazu zählen. Vestergaard war verhältnismäßig teuer. Der Spieler scheint sich aber zum erhofften Mehrwertspieler zu entwickeln. Was der AR im Herbst kritisierte, war, dass Eichin zu wenige Kaderleichen seines Vorgängers tatsächlich verkauft hat.
Insgesamt hat Eichin bei Spieler-Transfers bisher ein eher gutes Händchen gehabt. Dabei spielte ihm aber auch in die Karten, dass sich insbesondere im Sturm niemand verletzt hat. Viel dringlicher als ein Vestergaard wäre imho die Verpflichtung eines Offensiven gewesen. Letztendlich spricht der Erfolg hier aber für Eichin.
Die große Frage bleibt, welchen Anteil Eichin an der Beförderung Skripniks zum Cheftrainer hatte, unter dem der oben beschriebene Erfolg einsetzte. Sollten die Berichte stimmen, dass Eichin kein Befürworter dieser internen Lösung war, die ihm im Winter 2014/15 höchstwahrscheinlich selbst den Job gerettet hat, würde allein das den offenbar massiv vorhandenen Diskussionsbedarf im AR erkklären. Diese "Gerüchte" hat sich im übrigen niemand der hier aktiven User ausgedacht, sie waren vielmehr damals in der Presse zu lesen.
Es wird von den vielen Claqueuren Eichins ja gern auf dessen Vergangenheit bei den Kölner Haien und auch dort auf seine Trainerfindung verwiesen. Er habe sich nicht gescheut, selbst von ihm persönlich verpflichtete Trainer wieder zu feuern und habe damit Handlungsfähigkeit und Entschloossenheit demonstriert. Nach Lage der aktuellen Dinge könnte man allerdings auch mal fragen, ob es ihm schon nicht vielleicht schwerfällt (damals wie heute) den für den jeweiligen Verein richtigen Trainer zu finden. Das wird der AR besser entscheiden können als wir. Der Diskussionsbedarf dort spricht auch eine gewisse Sprache.
Hier lässt sich also festhalten, dass durchaus guten Spielertransfers (mindestens eine) höchst problematische Entscheidung(en) in Trainerfragen gegenüber stehen.
hat die U23 komplett umgebaut, sodass sie nun sogar wieder in der 3. Liga spielt,
Das hat er sehr gut gemacht.
...nicht zuletzt Z.B. mit Nouri die Durchlässigkeit erhöht, hat das Scouting runderneuert
Sehr gut und überfällig!
und zuletzt erfolglose Leute wie Fazlic entlassen, hat die medizinische Abteilung erneuert,
Die Entlassung von Personal ist per se noch keine gute Tat. Entscheidend wird sein, wie die Nachfolger einschlagen.
,
Seine möglicherweise beste Verpflichtung. Offenbar nach der Erkenntnis, selbst (noch) nicht über das notwendige Netzwerk in dem für Werder relevanten Marktsegment zu verfügen.
eine Kooperation mit Juve aufgebaut
,
Das ist grundsätzlich eine gute Idee. Noch aber ist völlig offen, ob es für Werder irgendwann FRüchte tragen wird.
...vertritt gut unsere Interessen (z.B. DFL Spielplan),
Deine Interessen? Ich weiß, worauf Du anspielst. Ob dieses öffentliche Fordern tatsächlich klug ist, wird sich zeigen.
...tritt absolut souverän nach aussen auf,
Das sehe ich leider häufig komplett anders. In puncto Wiese, Wiedwald, Schiri-Schelte, u.a. wirkte es oft einfach überheblich. Das ist etwas anders als "souverän"!
scheint ein recht gutes Verhandlungsgeschick zu haben,
Woran machst Du das fest? An Einkäufen wie di Santo, Wiedwald, an Vertragsverlängerungen wie Junuzovic oder an nicht gelungenen Verkäufen wie Elia und Obraniak?
tütet lautlos Transfers ein
,
Ich hoffe sehr, dass dieses Vorgehen nicht schon längst der Vergangenheit angehört. Die Causa Wiedwald sah deutlich anders aus, in der Causa Ujah hat er sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
..reisst sich für den Verein den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

auf
Welcher Werder-Funktionär macht das denn nicht??
Es wird für den AR also zu beurteilen sein, welche Lesitungen und Versäumnisse tatsächlich einem Eichin zuzuordnen sind, ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und ob die Philosophien und Ziele beider Seiten unter einen Hut zu bringen sind.
Man darf gespannt sein. Letztendlich aber kann ich mir derzeit, aus Werder-Sicht, nichts anderes vorstellen als mit ihm zu annehmbar verbesserten Bedingungen verlängern zu wollen.