Ich bin da eher ambivalent eingestellt. Auf der einen Seite finde ich es tatsächlich ein Unding, dass Bischöfe & Co, kirchliche, gemeinnützige Institutionen usw. zu großen Teilen vom Staat gezahlt werden (und die Kirche sich dann trotzdem auf die Fahnen schreibt, es seien ihre Schulen Krankenhäuser usw.), obwohl die Kirche wirkliche nicht über wenig Geld verfügt und das sicher auch selbst stemmen könnte. Zumindest die Gehälter sollte man doch annehmen können
Andererseits lehne ich die Wandlung vom Säkularismus zum Laizismus, die oben einmal anklang, ab. Deutschland ist ein christliches Land und ich hätte gerne, dass das so bleibt und das auch weiter so betont wird - man darf es damit nur nicht übertreiben, wie die Bayern es gerne machen.
Anderes Thema:
http://blogs.faz.net/deus/2015/05/3...-redakteurin-zur-morddrohung-der-antifa-2612/
Dieser Fall ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie schnell man in der heutigen politischen Diskussionskultur kaltgestellt werden kann - und welcher Methoden sich andere dazu bedienen.
Ich finde es zunehmend schwierig, konservativ oder liberal zu argumentieren weil man sich allzu schnell solchen Vorwürfen wie oben beschrieben ausgesetzt sieht.
Ich bin kein Freund der Frauenquote (oder allgemein der in meinen Augen inzwischen übertriebenen "Genderequality") oder des Mindestlohns, bin für die Wiedereinführung der Atomkraft, bin für TTIP und auch ein Freund der EU. Gut, letzter Punkt ist vielleicht eher links anzusiedeln, aber ansonsten kann man das schon als ziemlich konservativ/wirtschaftsliberal ansehen. Ich sehe da aber keinerlei Nähe zu rechtsradikalen Ideologien und ich denke mal, jeder vernünftige Mensch wird mir da zustimmen, nur:
Wenn ich zu diesen Themen im Netz Diskussionen starten würde bzw. mich beteiligen würde, würde es nicht sehr lange dauern, bis genau dieser Vorwurf auftauchen würde.
Ich halte das für ein ziemlich großes Problem in einer pluralistischen Gesellschaft, in der der freie Diskurs eines unserer höchsten Güter ist.
Ich will nicht ausschließen, dass ich das durch eine politisch gefärbte Brille sehe, aber es kommt mir so vor, als ob diese ständigen Versuche, Diskussionen, die nicht zwangsläufig ihrer Ideologie folgen, vor allem von linksextremer Seite unterbunden werden.
Gerade an Universitäten (und manchmal auch Schulen) fällt mir das besonders stark auf. Inzwischen ist es ja schon eigentlich Standart, dass Podiumsdiskussionen zu denen man z.B. auch mal einen eher konservativen Redner einläd, dergestalt gestört werden, dass sie i.d.R. abgesagt werden müssen oder nur unter Polizeischutz stattfinden können.
An Universitäten! Eigentlich
der Raum, an dem man noch bis zuletzt erwarten können sollte, freie Diskussionen führen zu können.
Ich weiß auch nicht, was man dagegen machen kann. Das Umdenken, von diesen Methoden Abstand zu nehmen, muss eigentlich aus der linken Szene selbst kommen.