Das Problem liegt glaube ich noch woanders. Im Bericht klang es durch, dass Extremsportler vor der Red-Bull-Ära kein Auskommen durch ihren Sport hatten. Das hat sich halt mit Red Bull und deren Marketing-Strategie geändert, so dass jetzt hunderte Personen nach diesem Kick suchen, ein Vielfaches mehr als vorher. Und jeder Stunt muss höher, schneller, weiter sein als der vorherige.
Letztlich sind es drei Faktoren, die zu diesen vielen Todesfällen führen:
- statistische Wahrscheinlichkeit: Wenn (um eine Zahl zu nennen) ein Todesfall auf 1000 Stunts kommt, wird halt die Zahl der absoluten Todesfälle umso größer, je mehr Personen umso mehr Stunts durchführen
- Talent: Vor der Red-Bull-Ära war der Kreis der Extrem-Sportler deutlich überschaubarer als jetzt, da sich wirklich nur die Besten an solche Stunts wagten. Jetzt denken (viel zu) viele "das kann ich auch". Und einigen fehlt es scheinbar an Talent.
- Risikomaximierung: Dadurch, dass es mittlerweile so viele Extrem-Sportler gibt, ist es sehr schwierig, etwas "Neues" zu bringen, etwas das noch nie jemand gewagt hat. Dadurch werden jetzt deutlich schneller Grenzen erreicht, die vielleicht besser unangetastet wären.
Sicherlich ist Red Bull nicht direkt "Schuld" am Tod einzelner Sportler. Aber der Konzern schafft die Voraussetzungen, dass die Extrem-Sport-Szene derart aus dem Ruder laufen konnte.