Für mich gibt es nur einen Grund, der einen Verkauf legitimiert: Wir müssen unbedingt, weil sonst unsere Kasse leer ist - oder Vestergaard möchte unbedingt wechseln.
Das wir nun so klamm sind, kann ich mir aber nach dem Selke-Verkauf nicht vorstellen. Es geht für mich vielmehr darum, ein Team aufzubauen, was langfristig wieder oben mitspielen kann. Es kann doch nicht sein, dass wir nach ein paar Monaten angehende Leistungsträger sofort wieder verkaufen. Was hat das bitte für eine Signalwirkung? Vestergaard ist für mich der stabilste IV. Er hat bis auf wenige Ausnahmen ein gutes Stellungsspiel, ist sehr Kopfballstark, hat ein gutes Timing bei Grätschen und spielt die Bälle ruhig raus.
Mit Galvez zusammen war die Abwehr stabiler. Es ist schade, dass das Duo quasi permanent gezwungenermaßen ausseinander gerissen wurde. Ich glaube um die Beiden herum kann man eine gute Abwehr für die kommende Saison aufbauen. Gerade der Verkauf von Leistungsträgern hat uns doch genau da hingeführt, wo wir die letzten Jahre sind. Es ist eben nicht so, dass man immer wieder einen Spieler 1:1 ersetzen kann. Das hat in Bezug auf Diego, Özil, Merte, Pizza, Wiese etc. auch nicht mehr geklappt. Ich hoffe, man lernt auch mal aus der Vergangenheit.
Für mich ist das Geld, was man durch einen permanenten internationalen Wettkampf einfahren kann, wichtiger, als kurzfristige Verkäufe. Ich hoffe Eichin trifft die richtige Entscheidung. Es geht darum, wieder eine solide Mannschaft aufzubauen. Auf Dauer werden Erlöse durch Verkäufe nicht die Lösung sein - schon gar nicht, wenn der Markt durch die Gelder aus der PL komplett durcheinander gewirbelt werden sollte. Denn dann ist Werder mit den paar Milliönchen durch einen Weserguard-Verkauf auch nicht konkurrenzfähig.