Ok und blenden aus gegen wen wir gespielt haben unterm Strich auch einfach die Portion Glück hatten die in den ersten Spielen bspw. Petersen gegen Hoffenheim gefehlt hat? Sag doch einfach das du Viktor super findest weil seit Jahren Werderaner und aus der Jugend usw. usf. ist doch legitim. Dann muss man aber keine abstrusen Vergleiche ziehen.
Wie gesagt ich sehe, dass wir endlich das Glück des tüchtigen haben und es aufwärts geht.Alles andere bewerte ich dann zu einem späteren Zeitpunkt.
Jeder Vergleich zum jetzigen Zeitpunkt entbehrt sich jeder Grundlage.
Petersen fehlt leider in so ziemlich jedem Spiel das Glück. Könnte es nicht statt dessen auch am Können liegen?
Zur Trainerfrage: Robin Dutt und Thomas Schaaf sind beides absolute Fachleute. Man holt nämlich nicht mit Glück die Titel eines Schaaf und Dutt trainiert nicht mehrere Jahre Bundesliga und wird zum DFB berufen wäre er jemand der nichts von seinem Beruf versteht. Die Gründe für das Scheitern sowohl von Schaaf als auch von Dutt sehe ich relativ ähnlich. Beide haben eine klare Idee davon wie man Fußball zu spielen hat. Thomas Schaaf gingen zunehmend die Spieler abhanden (warum das so war ist eine andere Diskussion) um seine Idee des Fußballs umzusetzen und er war nicht bereit hierauf als Trainer zu reagieren. Robin Dutt hatte nie die Spieler um seine Art des Fußballs umzusetzen. Manchmal hatte ich das Gefühl, er wollte so eine Art Dortmund 2.0 bei uns installieren und ich glaube ihm das er überzeugt war das bei uns auch hinzubekommen. Jedoch hätte er sehen müssen, und das hat ihn zuguterletzt seinen Job gekostet, das er die Spieler überfordert, das sie nicht das auf den Platz bekommen was er von ihnen erwartet. Er scheint mir ein guter Theoretiker ohne aber ein echtes Gespür (bei Werder) für seine Mannschaft zu entwickeln.
Was macht nun Skripnik in so kurzer Zeit so viel besser? Klar, die Ergebnisse, am Ende zählen die Punkte. Aber blenden wir die Punkte mal aus. Skripnik lässt nicht dieses extreme Pressing spielen (was bei Werder leider zu häufig kopflos war), unter ihm spielen wir unkomplizierter. Nicht der lange Ball nach vorne und dann pressen auf den zweiten Ball, wie bei Dutt, sondern klare und einfache Passwege. Dadurch das die Spieler nicht wild dem nächsten Pressingopfer hinterher rennen (und dann den Raum hinter ihnen ungedeckt lassen den der Gegner dann leicht bespielen kann) sondern eher mal die Position im Raum halten, bilden sich Strukturen, gewinnen wir Kompaktheit und das wiederum bildet sich in der besser werdenden Passstatistik ab. Bei Dutt wurde oft der (lange) Risikopass gesucht, jeder zweite davon oft direkt zum Gegner. Bei Skripnik ist es der kurze aber sichere Pass, das mündet in weniger Arbeit für die Abwehr da automatisch weniger Konter gefahren werden. Und je öfter die Manschaft diese Strukturen abrufen kann, umso sicherer wird sie.
Wie sich das nun über die Saison betrachtet in Punkten umrechnen wird, das bleibt zunächst mal abzuwarten. Wir werden noch genug Spiele verlieren, mit dem Schiedsrichter hadern, vergebenen Torchancen hinterher weinen und ganz sicher noch lange gegen den Abstieg spielen. Aber, und da bin ich recht sicher, wir werden nicht mehr das Dutt'sche Puzzeln erleben (um hier mal einen treffenden Vergleich eines vorherigen Postings aufzugreifen) bei dem sich jeder Fan Woche für Woche fragen wird wohin das eigentlich führen soll, wo da das System ist. Und auch Skripnik wird besser werden, sein Team kennenlernen, die Balance finden zwischen offensivem Fußball und falscher Zurückhaltung wie in Hamburg. Ein Favre (der natürlich bessere Einzelspieler hatte) hat mit einem ganz ähnlichen Konzept in kurzer Zeit für einen großen Umschwung gesorgt, hat seinen Spielern einen klaren, geradlinigen Fußball eingeimpft, kompakt und schnell, genau auf die Stärken seiner Spieler ausgelegt, so dass diese besser werden können. Ich habe ein gutes Gefühl das unsere Spieler in Skripniks System besser werden können weil sie nicht weiter verzweifelt nach der praktischen Umsetzung in des Trainers Theorie suchen müssen, sondern: spielen!