Viktor Skripnik (Trainer Metalist Kharkiv/Ukraine)

Die Verteidigung Robin Dutts gegen die vollkommen berechtigte Kritik seiner Leistung als Trainer (und nichts sonst) ist doch lediglich das Rückzugsgefecht derer, die Robin Dutt hier wider jede Evidenz und fast bis zum Schluss als absolut idealen Trainer für Werder Bremen verteidigt haben. Da geht es null darum, Robin Dutt zu schätzen, sondern darum, einen eigenen Irrtum nicht einzuräumen. Dass Robin Dutt, wenn die Erinnerungen an so manches Geschwätz von vorgestern nicht mehr so präsent sind, einhellig in die Riege der Gescheiterten wie Dixie Dörner und Co. eingereiht werden wird, daran besteht meiner Ansicht nach überhaupt kein Zweifel. Äußert sich heute jemand negativ über Dörner, wird auch kaum noch jemand kontern, dass er nach Ad de Mos kurzfristig eine Verbesserung erzielen konnte oder an den grandiosen Heimsieg gegen Bayern (eines meiner absoluten Lieblingswerderspiele bis heute, danke dafür Dixie. Ich hab heute noch die "Vize-Kaiser Franz" Gesänge im Ohr. Dutt hat keinen vergleichbar bleibenden Moment bei mir hinterlassen) erinnern.
 
Aus diesem Aspekt gebe ich Dir natürlich recht.
Aber Du hattest doch eher Deiner Verwunderung Ausdruck verliehen,dass man HIER immer noch einen argumentativen Austausch betreibt.
Und da bin ich der Meinung,dass es zu einer gesunden Vergangenheitsbewältigung gehört,darüber zu streiten.
Zumindest solange,bis der Schuh der Altlasten nicht mehr drückt!

Natürlich kann man "Vergangenheitsbewältigung" betreiben, wie du es so schön ausdrückst. Man kann aber auch ganz einfach sagen, daß Skripnik einen großen Vorteil hatte, als er anfing! Das Werdergen(oder Stallgeruch) und ein perfekter Start.
Diesen(Stallgeruch) hatte Dutt nie! Und als er keine Siege mehr einfuhr, kam dieses ebenso dazu.Das Standing hatte er nie! Und seine Sprüche werden dann natürlich zum Boomerang. Du wirst dran gemessen, und wenn du keine Erfolge aufweisen kannst, bist du weg. Ist in diesem Geschäft so.
 
Danke für die sehr guten Beiträge, @Paul Tergat, @Schmielitz, @maddin. :tnx:

Ich bin froh, dass dieser Spuk um Dutt endlich vorbei ist. "Es hat nicht gepasst" ist imho eine sehr moderate Umschreibung der Realität. In Bremen haben wir wohl noch nie einen solch destruktiven Fussball gesehen wie unter Dutt, auch unter Sidka, Dörner und de Mos nicht. Das war eine Offenbarung, die äußerst glücklich ohne Abstieg überstanden wurde.

Imho hat Dutt nun bei mehreren Stationen bewiesen, dass Bundesliga-Fussball zu "groß" für ihn ist. Er hat, wenn wir ehrlich sind, nur 1 Jahr lang in Freiburg irgendetwas erreicht. Wenn man genauer hinschaut, war es eigentlich nur ein halbes Jahr. Das ist für dieses Niveau zu wenig. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er noch mal in der Beletage engagiert wird.

Zu Skripnik: Welch erfrischender und zudem erfolgreicher Kontrast. Die Hoffnung auf Klassenerhalt, auf spielerische Momente, auf Ruhe, Gelassenheit, Entwicklung und Kontinuität ist zurück. :daumen: Man kann ihm nur alle Daumen drücken. :daumen:
 
Die Verteidigung Robin Dutts gegen die vollkommen berechtigte Kritik seiner Leistung als Trainer (und nichts sonst) ist doch lediglich das Rückzugsgefecht derer, die Robin Dutt hier wider jede Evidenz und fast bis zum Schluss als absolut idealen Trainer für Werder Bremen verteidigt haben. Da geht es null darum, Robin Dutt zu schätzen, sondern darum, einen eigenen Irrtum nicht einzuräumen. Dass Robin Dutt, wenn die Erinnerungen an so manches Geschwätz von vorgestern nicht mehr so präsent sind, einhellig in die Riege der Gescheiterten wie Dixie Dörner und Co. eingereiht werden wird, daran besteht meiner Ansicht nach überhaupt kein Zweifel. ...

Nur Verteidigt hier keiner Dutt. Soweit ich das hier lesen kann schlagen alle Meinungen so ziemlich in die selbe Kerbe.
Das scheint mir eher ein privat motivierter Rachefeldzug von dir gegenüber Dutt zu sein ;).
Ich denke letztlich sind die meisten erleichtert das Dutt weg ist und das es jetzt wieder aufwärts geht.

Was man halt Dutt zu gute Halten kann, ist das er eine anscheinend gut trainierte und gut zusammengestellte Mannschaft übergeben hat und das trotz dramatischer und einschneidender Kostensenkung im Vergleich zum Anfangsjahr.

Er mag taktisch gescheitert sein, strukturell eben nicht. Das ist für mich der qualitative Unterschied zum Abschied von Schaaf.
Schaaf hat hier einen schweine teuren Trümmerhaufen hinterlassen, Dutt vermutlich nicht. Deswegen weigere ich mich Dutt schlecht nachzureden.

Dutt hat hier schlechte Ergebnisse erzielt und wurde zurecht gefeuert. Aber strukturell steht der Verein nach seinem Abgang besser als vor seinem Antritt da. Dazu ist die Mannschaft gut trainiert so das sein Nachfolger direkt Erfolge erzielen konnte. Deswegen sehe ich keinen Grund für böses Nachreden.
 
Die Diskussion ist in den letzten Beiträgen zu sehr in Richtung RD abgedriftet, lenkt sie diesem Thread entsprechend bitte wieder auf VS.

Danke.

GWG

Bremen
Moderatorenteam
 

Finanzenbilanz, Kaderkosten, Potential der Einzelspieler, Zusammenstellung der Mannschaft, mannschaftliche Geschloßenheit (keine Prügeleien mehr etc), taktisches Verständnis und die Fähigkeit zur Umsetzung.

Vor Dutt hatten wir doch einen aufsässigen Haufen der Privat auffälliger war als aufm Platz. Dafür aber schweine teuer war und nicht zuletzt taktisch auf Regionalliganiveau runtergewirtschaftet.

Das war doch eine Katastrophe die von allen Buchmachern auf Platz 18 getippt wurde. Die hat Dutt vor dem Abstieg gerettet und hat darauf eine ausbaufähige Mannschaft geformt.
Das steht auf seiner Plusseite. Auf seiner Minusseite steht der fehlende zweite Schritt, die Stabilisierung und damit geht auch seine gerechtfertige Kündigung einher.

Aber trotzdem seh ich keinen Grund ihn jetzt zu verteufeln. Hat eben nicht gepasst.

Skripnik konnte jedenfalls ein formbares Konstrukt übernehmen und scheint der taktisch fähigere Trainer zu sein.
 
Ich würde Dutt auch nicht verteufeln, aber ich war froh, als er gehen musste. Auch bei Schaaf war ich froh. Auch bei Skripnik bin ich vielleicht eines Tages froh. Im Moment kaum vorstellbar, so wie ich Skripnik einschätze. Aber Menschen und Umstände ändern sich und irgendwann passt es vielleicht einfach nicht mehr. Schaaf war glaub ich zum Schluss ausgelaugt, Dutt hatte glaub ich von Anfang an das falsche Konzept für Werder.
Ist ja eigentlich auch egal. Was zählt ist, dass wir jetzt mit Viktor Skripnik eine positive Entwicklung sehen, mit Langfrist-Perspektive. :schal:
 
Skripnik hat einen taktischen Trümmerhaufen vorgefunden, eine Mannschaft, die nichts vermochte und nicht wusste, was sie auf dem Platz zu tun hatte. Darum rechne ich es ihm hoch an, dass er aus diesem Haufen etwas brauchbares geformt hat und zwar schnell.
 
Finanzenbilanz, Kaderkosten, Potential der Einzelspieler, Zusammenstellung der Mannschaft, mannschaftliche Geschloßenheit (keine Prügeleien mehr etc), taktisches Verständnis und die Fähigkeit zur Umsetzung...
Wie schnell wir alle vergessen... Bilanz ist wohl ähnlich schlecht wie zu Dutts Einstieg (zweithöchster Verlust, Eigenkapital fast aufgebraucht), zum Potenzial der Einzelspieler wurde oft genug "..da holt auch Pep nicht mehr raus..." geschrieben, Prügeleien ist übertrieben, aber Reibereien (Fritz gegen Selke im Training) gab es auch alles diese Saison (vor VS), taktisches Verständnis und die Fähigkeit zur Umsetzung sehe ich erst nach dem Kölnspiel...
Dass die Mannschaft fit ist, kann man nach 9 Spieltagen wohl erwarten, oder?
 
Skripnik hat einen taktischen Trümmerhaufen vorgefunden, eine Mannschaft, die nichts vermochte und nicht wusste, was sie auf dem Platz zu tun hatte. Darum rechne ich es ihm hoch an, dass er aus diesem Haufen etwas brauchbares geformt hat und zwar schnell.

Ne, eben nicht. Es fehlte wohl eher an Verständnis und Umsetzung. Wäre sie taktisch ein Trümmerhaufen gewesen, hätte man die Spiele nicht gewonnen. Das ist schlicht nicht in 1-2 Wochen Trainierbar.
 
Ich würde Dutt auch nicht verteufeln, aber ich war froh, als er gehen musste. Auch bei Schaaf war ich froh. Auch bei Skripnik bin ich vielleicht eines Tages froh. Im Moment kaum vorstellbar, so wie ich Skripnik einschätze. Aber Menschen und Umstände ändern sich und irgendwann passt es vielleicht einfach nicht mehr. Schaaf war glaub ich zum Schluss ausgelaugt, Dutt hatte glaub ich von Anfang an das falsche Konzept für Werder.
Ist ja eigentlich auch egal. Was zählt ist, dass wir jetzt mit Viktor Skripnik eine positive Entwicklung sehen, mit Langfrist-Perspektive. :schal:

Langfristige Perspektive weiß man doch noch nicht. So wie ich bei Dutt mich lange Zeit geweigert habe seinen Kopf zu fordern, werde ich jetzt nicht sofort auf den Skripnik lebe hoch Zug aufspringen ;).
Ich bin bisher zufrieden, aber da steckt noch viel "Dutt" im Team.
Ob Skripnik langfristig formen kann, wird man sehen.
 
...Ich bin bisher zufrieden, aber da steckt noch viel "Dutt" im Team...
Ist deine Sichtweise, okay. Ich bezweifle, dass noch irgendwas von Dutt im Team steckt. Auch nicht von Schaaf. Okay, ich habe halt meine persönliche Erfahrung gemacht, dass ein Trainer einen Kader übernommen hat und schon nach Tagen und Wochen (und nicht Jahren wie bei Dutt mancher meinte) einschneidende Änderungen zu sehen waren. Sowas muss man wahrscheinlich selber erlebt haben, um so zu denken.
Hat damit zu tun, dass eine Mannschaft ein "wackeliges" Gebilde ist. Es gibt individuelle Fähigkeiten, klar. Di sogenannte kaderqualität. Aber dann gibt es halt soviele andere - z.B psychologische, taktische - Komponenten, die ein Trainer beeinflussen kann.
Und Skripnik ist glaub ich so ein Trainer. Und da muss man nicht die Saison abwarten, da kann man ruhig jetzt schon eine erste Bewertung vornehmen.
 
Ist deine Sichtweise, okay. Ich bezweifle, dass noch irgendwas von Dutt im Team steckt. Auch nicht von Schaaf. Okay, ich habe halt meine persönliche Erfahrung gemacht, dass ein Trainer einen Kader übernommen hat und schon nach Tagen und Wochen (und nicht Jahren wie bei Dutt mancher meinte) einschneidende Änderungen zu sehen waren. Sowas muss man wahrscheinlich selber erlebt haben, um so zu denken.
Hat damit zu tun, dass eine Mannschaft ein "wackeliges" Gebilde ist. Es gibt individuelle Fähigkeiten, klar. Di sogenannte kaderqualität. Aber dann gibt es halt soviele andere - z.B psychologische, taktische - Komponenten, die ein Trainer beeinflussen kann.
Und Skripnik ist glaub ich so ein Trainer. Und da muss man nicht die Saison abwarten, da kann man ruhig jetzt schon eine erste Bewertung vornehmen.

Ich habe auf relativ hohem niveau Fußball gespielt und habe solche Erfahrungen gemacht. Würde aber das genaue Gegenteil behaupten ;).
Das ist eben auch das Problem bei Fußballdiskussionen generell. Es ist keine Wissenschaft und deswegen ist ein Konsenz nicht herstellbar, da es keine Beweisführung gibt.
 
Ich behaupte mal ketzerisch, dass Skripnik nun die Früchte von Dutt erntet und Mechanismen greifen :lol:

Leute wir stehen über dem Strich :applaus: nun lassen wir den Dutt mal Dutt sein und schauen auf die Ergebnisse und nächsten Spiele. Wird noch spannend genug.

:beer:
 
Ich behaupte mal ketzerisch, dass Skripnik nun die Früchte von Dutt erntet und Mechanismen greifen :lol:

Vielleicht hast du damit auf eine gewisse Art und Weise sogar recht. Gegen Paderborn haben wir ein starkes Spiel unserer Mannschaft gesehen, gut gegen Mann und Ball gepresst und dann mit teils schön anzuschauendem Fußball. Robin Dutt hat die Mannschaft unübersehbar fit gemacht, da ist kein Nachlassen über 90 Minuten zu sehen und er hat versucht eine Pressingtaktik zu implementieren. Das Problem bei Dutt war nur, das nach dem Ballgewinn meistens niemand wusste was er nun mit dem Ball anfangen soll, was dann in den hohen weiten Bällen und einer eklatant schlechten Passquote resultierte. Und ich habe das Gefühl, das Skripnik die Mannschaft in genau diesem Punkt in kurzer Zeit spürbar voran gebracht hat. Pressen konnte das Team vorher schon, jetzt aber gewinnt man den Eindruck das die Spieler auch wissen wo der Nebenmann steht, wie die Laufwege sind und wie sich die Mannschaftsteile zueinander stellen müssen um keine Löcher klaffen zu lassen. Wer weiß, am Ende hinterlässt uns Dutt doch noch was gutes.
 
also jeder der hier Wunderdinge erwartet oder denkt Viktor hat durch 3 Wochen alles geändert wird leider eh noch diverse male enttäuscht.
Derzeit leben wir von einem schwächeren Programm, einer sehr guten Physis und das entscheidende Quäntchen Glück was wir in den Spielen vorher nicht hatten.

Beispiel: Petersen gegen Hoffenheim an den Pfosten wäre der Sieg gewesen.

Aber jedem seine Meinung, mir ist es unterm Strich Latte. Überm Strich!!:applaus::applaus::schal::schal:
 
Im Offensivspiel hat Skripnik in der Tat alles geändert. Wer den eklatanten Unterschied zwischen blindem nach vorne Bolzen und draufpressen zum aktuellen Spiel nicht sieht, der will das nicht sehen. Was nicht bedeutet das wir nun die nächsten 10 Spiele gewinnen werden, aber darum geht es auch gar nicht. Die Mannschaft SPIELT wieder Fußball. Damit hat Skripnik schon nach ein paar Wochen meine Erwartungen übertroffen, ich hatte befürchtet das 1.5 Jahre Antifußball tiefer in den Knochen sitzen.
 
Im Offensivspiel hat Skripnik in der Tat alles geändert. Wer den eklatanten Unterschied zwischen blindem nach vorne Bolzen und draufpressen zum aktuellen Spiel nicht sieht, der will das nicht sehen. Was nicht bedeutet das wir nun die nächsten 10 Spiele gewinnen werden, aber darum geht es auch gar nicht. Die Mannschaft SPIELT wieder Fußball. Damit hat Skripnik schon nach ein paar Wochen meine Erwartungen übertroffen, ich hatte befürchtet das 1.5 Jahre Antifußball tiefer in den Knochen sitzen.

Sorry hab ich gegen den HSV bspw. nicht gesehen. Ich warte nunmal mehr als ein Spiel ab. Gegen Stuttgart haben 2 Standards das Spiel entschieden. Unter Dutt habe zumindest ich ebenfalls Pressung gesehen aber auch Anti Fussball. Das hatte ich aber auch unter Schaaf zum Ende.
 
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